Besuch in Israel: Olaf Scholz zu "Besuch bei Freunden"

    Kanzlerbesuch in Israel:Scholz: "Bei Freunden in schwierigen Zeiten"

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    Zehn Tage nach dem Terrorangriff der Hamas hat Kanzler Scholz Israel besucht. Dabei versicherte er seine Unterstützung und betonte die besondere Verantwortung Deutschlands.

    Wegen eines Raketenalarms musste Bundeskanzler Olaf Scholz während seines Besuchs in Tel Aviv zunächst in einen Schutzraum der deutschen Botschaft, später musste er bei einem weiteren Alarm den Regierungsflieger verlassen. Laut einem Sprecher hatte Scholz dabei noch zwei abgefangene Raketen gesehen. Inzwischen ist er weiter nach Ägypten gereist.

    Scholz: "Für Deutschland nur einen Platz"

    Bei seinem Besuch in Israel kam der Kanzler neben Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auch mit Präsident Izchak Herzog zusammen. "Dies ist ein Besuch bei Freunden in schwierigen Zeiten", so eröffnete Olaf Scholz seine Rede bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu nach einem "guten, intensiven und sehr ernsthaften Gespräch".
    Und in schwierigen Zeiten könne es für Deutschland nur einen Platz geben, den Platz an der Seite Israels.

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    Scholz verurteilt Angriff der Terrororganisation

    Es sei ihm wichtig hervorzuheben, "die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson", Bundesregierung und Bundestag unterstützten diese Haltung parteiübergreifend. Die deutsche Geschichte, die aus dem Holocaust erwachsene Verantwortung mache es Deutschland zur Aufgabe Israel beizustehen.
    "Den blutrünstigen, grausamen Angriff der Hamas-Terroristen" verurteilte Scholz "auf das Schärfste". Er lasse ihm "das Blut in den Adern gefrieren".
    Scholz betonte, es sei klar, "Israel hat das völkerrechtlich verbriefte Recht sich gegen diesen Terror zu wehren". Jeder Staat habe die Pflicht, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
    Scholz betonte, dass Antisemitismus "in Deutschland keinen Platz" habe. "Jüdisches Leben in Deutschland ist ein Geschenk", sagte der Kanzler. Mit Blick auf Israel-feindliche Demonstrationen in Deutschland fügte er hinzu: "Das Verherrlichen, das Feiern von Gewalt ist menschenverachtend, abscheulich."

    Scholz: Eingreifen von außen wäre "unverzeihlicher Fehler"

    Scholz warnte ausländische Akteure vor einem Eingreifen in den aktuellen Konflikt. "Kein Akteur sollte es für eine gute Idee halten, von außen in diesen Konflikt einzugreifen. "Es wäre ein schwerer, ein unverzeihlicher Fehler und in den vergangenen Tagen haben wir diese Botschaft über verschiedene Kanäle an jene vermittelt, an die sie gerichtet ist."

    Koll: "Eskalation der Region vermeiden"

    Scholz sende mit seinen Worten mehr als Solidarität. "Aber das wichtigste Signal ist volle Solidarität", kommentiert ZDF-Hauptstadtkorrespondent Theo Koll. Scholz sei immerhin der erste Regierungschef von größerem Gewicht, der das schwer verwundete Israel besuche.
    Gleichzeitig gehe es darum mit der israelischen Regierung zu sprechen, die Eskalation in der Region zu vermeiden. "Es geht da um die möglichen Angriffe von Hisbollah, es geht um das Verhältnis zum Iran, es geht aber auch darum wie Israel in Gaza vorgehen wird", so Koll.
    Scholz habe gesagt: "Wir sind Demokratien und die basieren auf Recht und Gesetz". Das sei ein klarer Hinweis darauf, dass man sowohl von deutscher als auch von US-Seite davon ausgehe, dass eine mögliche Bodenoffensive zurückhaltend verlaufe und nicht weitere humanitäre Probleme verursache, so Koll. Scholz und US-Präsident Biden hatten sich am Vortag abgestimmt. Joe Biden wird am Mittwoch in Tel Aviv erwartet.
    Desweiteren müsse es um humanitäre Hilfe für die Palästinenser gehen, man müsse eben zwischen Hamas und der Bevölkerung in Gaza, die leide und humanitäre Hilfe brauche, unterscheiden, sagte Koll.


    Scholz will über Geiseln und Ausreise von Deutschen aus Gaza verhandeln

    Am Abend dann traf sich Olaf Scholz mit Familienangehörigen entführter Deutscher. Der Kanzler hat mit wichtigen Playern der Region wie den Staatschefs von Katar und Jordanien, geredet und versucht, deren Einfluss auf mögliche Freilassungen zu nutzen.
    Und - in Gaza hält sich zudem noch eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsbürger auf, die über den noch geschlossenen Grenzübergang Rafah nach Ägypten ausreisen sollen, das dürfte dann Thema sein, morgen früh, beim ägyptischen Präsidenten Al-Sisi.
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