Update
Update am Abend:Pendeldiplomatie in Riad und Protest in der Türkei
von Katia Rathsfeld
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Guten Abend,
Schon im Februar hatten sich US-Vertreter mit einer russischen Delegation in der Hauptstadt Saudi-Arabiens getroffen. Nicht dabei war die Ukraine. Sicherheitsexpertin Claudia Major wertete das damals als Hinweis darauf, dass Russland und die USA zu einem Großmachtdenken zurückgekehrt seien - auch das Telefonat zwischen Donald Trump und Wladimir Putin sieht sie als Hinweis darauf.
Der US-Sondergesandte Keith Kellogg setzt nun auf Pendeldiplomatie - ursprünglich in den 1970er Jahren vom damaligen US-Außenminister Henry Kissinger geprägt. Normalerweise reisen die "Pendeldiplomaten" zwischen den Parteien hin und her. Im aktuellen Fall sind zumindest alle Vertreter in Riad - deshalb sei der Begriff auch nicht ganz zutreffend, analysiert mein Kollege Jan Schneider. Er hat wichtige Fragen und Antworten zusammengefasst.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Zehn Jahre nach Germanwings-Absturz
Es war eine der größten Katastrophen der europäischen Luftfahrtgeschichte: 150 Menschen starben am 24. März 2015 bei dem Absturz in den französischen Alpen. Nach Überzeugung der Ermittler führte der psychisch kranke Co-Pilot den Absturz absichtlich herbei, um sich das Leben zu nehmen. Zehn Jahre später würden sich noch immer andere Absturz-Theorien halten, so der österreichische Luftfahrt-Experte Patrick Huber im Interview. Aber: "Für keine einzige dieser spekulativen Thesen gibt es irgendeinen belastbaren Beweis".
In Haltern am See wurde indes heute auf dem Schulhof des Joseph-König-Gymnasiums an die Toten erinnert. 16 Jugendliche und zwei Lehrerinnen der Schule waren damals auf dem Rückweg von einem Spanien-Austausch an Bord der Unglücksmaschine. Viele Familienangehörige der Absturzopfer reisten gemeinsam an den Absturzort in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen.
Proteste in der Türkei gehen weiter
Im Zuge der Proteste gegen die Inhaftierung von Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu hat es mehr als 1.000 Festnahmen gegeben. Darüber hinaus seien bei Razzien zehn Journalisten und Fotografen festgenommen worden, teilte die Anwaltsvereinigung MLSA mit.
ZDF-Korrespondentin Anne Brühl berichtete von teils brutalen Szenen auf den Straßen. Es sei eine "durchaus angespannte Situation hier im Land", betonte sie. "Und die nächsten Tage werden entscheiden, wer hier den längeren Atem hat - die Demonstranten oder die Staatsgewalt." ZDF-Reporterin Phoebe Gaa berichtete, dass für heute Abend weitere Proteste angekündigt seien.
Lage im Nahost-Konflikt
Israel will Behörde für Ausreise von Palästinensern schaffen: Israel richtet eine neue Behörde für eine "freiwillige" Ausreise von Palästinensern aus dem Gazastreifen ein. Diese solle dem Verteidigungsministerium unterstellt werden und "die freiwillige Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens in Drittländer auf sicherem und kontrolliertem Wege vorbereiten", bestätigte eine Sprecherin des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Jordanien kritisiert die Pläne scharf. Das Außenministerium in Amman sprach von Plänen für eine Zwangsvertreibung.
Alle Entwicklungen finden Sie jederzeit auf unserer Themenseite zum Nahost-Konflikt und hier im Liveblog.
Weitere Schlagzeilen
- Sicherheitsexperte Schweppe: Was die Bundeswehr jetzt braucht
- Opposition gegen Trump: Wie die US-Demokraten um ihre Strategie ringen
- Fürth: Mutmaßlicher Täter stellt sich
- Wegen Klimaanlagen und KI: Weltweiter Energiebedarf stark gestiegen
Ein Lichtblick
Die Uhr tickt, die Kinder warten, der Job auch. Stress in dieser oder anderer Form kennt jeder. Die gute Nachricht: Man kann lernen, damit umzugehen und entspannt zu bleiben. Stress- und Achtsamkeitsforscher Tobias Esch von der Universität Witten/Herdecke gibt in unserem Beitrag Tipps und sagt:
Gelassenheit ist eine universelle Fähigkeit, die in uns allen angelegt ist.
Tobias Esch, Institut für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung, Universität Witten/Herdecke
Zahl des Tages
Rund 1,67 Millionen Väter und Mütter in Deutschland haben 2024 Elterngeld erhalten. Damit sank die Zahl der Empfänger im Vergleich zum Jahr 2023 laut Statistischem Bundesamt um rund 95.000 Menschen oder 5,4 Prozent.
Grafik des Tages
Dabei ging auch die Zahl der Männer mit Elterngeldbezug ging im Vorjahresvergleich um 31.000 oder 6,6 Prozent auf 432.000 zurück. Wir haben aufgeschlüsselt, wie hoch der Väter-Anteil pro Bundesland war:
Quelle: ZDF
Gesagt
Das war mein erstes Mal als Balljunge. Es fühlt sich wirklich sehr gut an.
Noel Urbaniak, Balljunge
Seine schnelle Reaktion brachte das 2:0 für Deutschland im Nations-League-Rückspiel gegen Italien: Balljunge Noel Urbaniak warf nach der Parade von Gianluigi Donnarumma geistesgegenwärtig den Ball direkt zu Kimmich. Der spielte direkt flach in die Mitte, wo Bayern-Kollege Jamal Musiala freistand und ins leere Tor vollenden konnte. Das wohl kurioseste Länderspieltor seit langem.
Quelle: dpa
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