Klimaanlagen, KI: Weltweiter Energiebedarf stark gestiegen

    Wegen Klimaanlagen und KI:Weltweiter Energiebedarf stark gestiegen

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    Der weltweite Stromverbrauch ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wegen der Hitzewelle in Asien drehten Menschen Klimaanlagen auf - und auch KI benötigte viel Energie.

    Zwei Kühltürme des Kernkraftwerks Civaux in Zentralfrankreich
    Kernkraftwerk Civaux in Frankreich
    Quelle: dpa

    Klimaanlagen, Künstliche Intelligenz und andere Stromfresser haben den weltweiten Energiebedarf im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark steigen lassen. Aufgefangen wird der Extrabedarf vor allem von Solarenergie und Kernkraft, wie die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris mitteilte. Aber auch fossile Brennstoffe bleiben gefragt, vor allem Gas. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

    Klimaanlagen als "Klimakiller"?

    Der Energiebedarf stieg vor allem wegen der Nachfrage nach Strom, die im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zulegte. Der Zuwachs fällt damit fast doppelt so hoch aus wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Als einen Hauptgrund für die um 1.100 Terawattstunden höhere Nachfrage machen die Fachleute den Gebrauch von Klimaanlagen aus, vor allem wegen extremer Hitze in Indien und China.
    Immer mehr Menschen leisten sich entsprechende Geräte, und das in einem immer heißeren Weltklima. Schwellen- und Entwicklungsländer machten mehr als vier Fünftel des absoluten Energiezuwachses aus. Viel Strom floss zudem in Anlagen für Künstliche Intelligenz, Datencenter und in zunehmend elektrisch angetriebene Transportmittel, wie die IEA mitteilte.
    Kohlekraftwerk in der Nähe des britischen Nottingham. Im Vordergrund stehen Stromtrassen.
    Als erstes westliches Industrieland steigt Großbritannien aus der Kohle aus. Auch das letzte Kohlekraftwerk in der Nähe von Nottingham wird nun geschlossen.30.09.2024 | 1:47 min

    Kernenergie wieder gefragt - nicht nur in Asien

    Eine Art Renaissance erlebte die Kernkraft: Sechs neue Meiler wurden fertiggestellt, zwei allein in China. Die weltweit neu installierte Leistung lag damit um ein Drittel höher als im Vorjahr. Mit den USA, Großbritannien und Frankreich bauten auch drei G7-Staaten ihre Kapazitäten aus. Deutschland ist aus der Atomenergie ausgestiegen.
    Der Bedarf an Kohle wächst weiter, allerdings schwächte er sich wie in den Vorjahren ab. Genutzt wird Kohle vor allem zur Verstromung. Das Mini-Wachstum von 1,1 Prozent geht nach Schätzung der IEA voll auf das Konto der Hitzewellen in Asien, die den Bedarf an Raumkühlung in die Höhe trieben. Noch etwas schwächer fiel das Wachstum für Erdöl aus, auch wegen des Trends zum Elektroauto. In China, lange Zeit der Haupttreiber der Ölnachfrage, ging die Nachfrage nach ölbasierten Kraftstoffen 2024 sogar zurück.
    So sah der Strommix in Deutschland im vergangenen Jahr aus:
    Stromeinspeisung im Jahr 2024

    ZDFheute Infografik

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    Rekorde für Erneuerbare und Gas

    Kein anderer Energieträger legte bei der Leistung so viel zu wie erneuerbaren Energien, mehr als ein Drittel des Wachstums ging auf ihr Konto. Weit vorn liegt Solarenergie, aber auch Wind- und Wasserkraft legten zu. Gemacht wird das Rennen erneut von China: Das Gros der installierten Erneuerbaren-Leistung ging im vergangenen Jahr hier ans Netz.
    Beträchtlich wuchs die Leistung auch in der EU und den USA. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol sagte:

    Der starke Ausbau von Solarenergie, Windkraft, Kernkraft und Elektrofahrzeugen weicht die Verknüpfung von Wirtschaftswachstum und Emissionen auf.

    IEA-Vorsitzender Fatih Birol

    Die Nachfrage nach Erdgas erreichte wie auch die Erneuerbaren einen Rekordwert. Zum einen, weil es in vielen Ländern statt Öl zur Verstromung genutzt wird. Zum anderen, weil sich die Nachfrage in der Industrie erholt, auch in der Europäischen Union. Der Bedarf nach Flüssigerdgas (LNG), das auch in Deutschland gefragt ist, dürfte nach Angaben der IEA weiter steigen.

    Ökostrom-Rekord
    :Fast 60 Prozent Strom aus Erneuerbaren

    Erneuerbare Energien sind Deutschlands wichtigste Quellen zur Stromproduktion. Im Jahr 2024 wuchs der Anteil sogar noch auf 59,4 Prozent an.
    Erneuerbare Energien: Solarfeld reflektiert vor Windkraftanlagen die Sonnenstrahlen
    Grafiken
    Quelle: dpa

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