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    So gefährlich können manche Posts sein

    Witze, Tanzvideos, Musik, Schminktipps, Gaming - das meiste auf Social Media ist lustig und macht Spaß. Deshalb sind ja so viele Menschen auf den Plattformen. Und genau das machen sich auch einige zunutze, deren Absichten nicht so harmlos sind.

    Wieso es auch gefährliche Inhalte gibt

    Auch Leute mit sehr extremen Ansichten über Religion oder Politik nutzen die Social-Media-Plattformen, um ihre Inhalte zu verbreiten. Denn so erreichen sie sehr viele junge Menschen. Zwei weitere Gründe sind: Die Social Media Plattformen kontrollieren meist wenig, viele gefährliche Inhalte werden nie gelöscht. Und: Die Algorithmen, die immer neue Videos zu einem Thema vorschlagen, sorgen für eine Art Sogwirkung - aber dazu gleich mehr.
    Ein Salafist, Drogen und ein trauriges Mädchen
    Extreme religiöse Ansichen, sowie Videos und Fotos über Drogen und Depressionen können auf Social Media sehr gefährlich sein.
    Quelle: ZDF

    Social Media bietet also die Möglichkeit, viele junge Leute anzusprechen und sie immer mehr für etwas zu begeistern. Genau das wollen zum Beispiel extreme religiöse Gruppen - zum Beispiel Salafisten. Das sind Leute, die die Religion Islam extrem streng ausüben und verbreiten wollen. Aber auch Rechtsextreme versuchen auf TikTok oder Youtube für ihre Sache zu begeistern. Ein weiteres Problem, sind Fotos und Videos, die zum Beispiel Drogen verherrlichen.
    Problematisch können auch Fotos und Videos sein, in denen es um Depressionen bis hin zu Selbstverletzungen geht. Die, die diese Inhalte posten, haben vielleicht keine böse Absicht und benötigen selbst Hilfe. Bekommt aber jemand, dem es nicht gut geht, ständig solche Videos gezeigt, kann das seine oder ihre Lage noch verschlimmern.

    Wieso Social Media wie ein Strudel sein kann

    Solche gefährlichen Inhalte sind besonders auf TikTok ein Problem. Denn TikTok tut wenig für die Kontrolle der Inhalte. Und auch bei TikTok wird der Feed, also die Videos, die einem vorgeschlagen werden, stark von Algorithmen beeinflusst. Das heißt, die App wertet ganz genau aus, was man sich zuletzt angesehen und was man geliked hat und schlägt ähnliche Videos vor.
    Und da wären wir bei der gefährlichen Sogwirkung: Wer sich ein Video von einem Salafisten oder Rechtsextremen anschaut, kriegt direkt noch mehr Videos zu diesem Thema vorgeschlagen. Und dann kann Social Media wie ein Strudel sein: Anfangs sind die Videos noch relativ harmlos, aber dann wird es immer extremer, weil einem immer mehr vorgeschlagen wird. Wenn zu Gewalt aufgerufen wird oder andere Menschen stark beschimpft werden - dann handelt es sich sogar um strafbare Inhalte.

    Alle können auf Social-Media-Plattformen jederzeit irgendetwas posten. Das heißt, jeden Tag landen Millionen Texte, Fotos und Videos auf TikTok, Instagram und YouTube. Zu prüfen, ob da etwas Gefährliches dabei ist, ist für die Plattformen deshalb sehr schwierig. Ein Gesetz schreibt vor, dass sich die Social-Media-Plattformen darum bemühen müssen, dass gefährliche Inhalte von Nutzerinnen und Nutzern einfach und schnell gemeldet werden können und auch in einer bestimmten Zeit gelöscht werden, wenn nötig.

    Kritiker sagen oft, die Social-Media-Plattformen seien an mehr Kontrolle ihrer Inhalte gar nicht interessiert. Denn gerade umstrittene Posts bekommen oft viel Aufmerksamkeit - und genau das ist es ja, was die Social-Media-Plattformen wollen: So viele Klicks wie möglich.

    Auch bei Videos, in denen es um Drogenprobleme oder Depressionen geht, ist dieser Sog-Effekt sehr gefährlich. Menschen, die sich davon angesprochen fühlen, bekommen statt Hilfe immer noch mehr Videos darüber angezeigt. Irgendwann ist das wie eine Blase - man sieht nur noch Videos zu dem einen Thema.

    So könnt ihr euch und andere schützen

    Wenn euch gefährliche Inhalte auffallen - meldet sie! In jeder Social-Media-App gibt es diese Funktion. Und: Sprecht mit einem Erwachsenen darüber! Wenn es wirklich um etwas Strafbares geht, ist es auch möglich, das bei der Polizei anzuzeigen. Außerdem solltet ihr das Gesehene unbedingt mit einem Erwachsenen besprechen, dem ihr vertraut und der euch helfen kann, wenn euch etwas beunruhigt oder sogar Angst macht. Und natürlich: Nicht auf so etwas draufklicken - auch nicht aus Neugier! Je mehr Menschen sich so etwas ansehen, desto häufiger wird ein solcher Inhalt auch anderen angezeigt.
    Diesen Text hat Meike geschrieben.

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