Naher Osten: Sorge vor weiterer Eskalation

    Raketen, Bodenoffensive, Demos:Wachsende Sorge vor Eskalation im Nahen Osten

    |

    Raketenangriffe aus dem Libanon und Jemen, Gaza-Offensive, Demos gegen Netanjahu: Im Nahen Osten wachsen wieder die Spannungen nach Monaten der Waffenruhe. Die Lage im Überblick.

    Tel Aviv: Menschen nehmen an einem Protest teil, der die sofortige Freilassung von Geiseln fordert, die von der Hamas im Gazastreifen festgehalten werden.
    In Tel Aviv haben mehr als 100.000 Menschen gegen die israelische Regierung protestiert. Sie werfen Ministerpräsident Netanjahu vor, die israelischen Geiseln zu gefährden.23.03.2025 | 0:22 min
    Im Nahen Osten wird wieder an mehreren Fronten gekämpft. Nachdem das israelische Militär seit Dienstag erneut im Gazastreifen angreift, fliegen erstmals auch wieder Raketen aus dem Libanon und dem Jemen Richtung Israel. Gleichzeitig gehen zahlreiche Menschen gegen die Regierung von Benjamin Netanjahu auf die Straße. Die wichtigsten Entwicklungen:

    Raketenbeschuss aus dem Jemen

    Am Samstagmorgen fing das israelische Militär laut eigenen Angaben erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete ab. Sie sei noch vor dem Eindringen in israelisches Gebiet abgewehrt worden, teilte das Militär mit. In mehreren Gebieten des Landes gab es Raketenalarm.
    Mit dem Wiederaufflammen des Krieges zwischen Israel und der radikal-islamistischen Hamas im abgeriegelten Gazastreifen nahm auch die mit der Hamas verbündete und vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen ihre Raketenangriffe auf Israel wieder auf. Bereits am Freitagabend hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben eine Rakete aus dem Jemen abgefangen.
    thomas-reichart
    Mit einer erneuten Bodenoffensive im Gazastreifen erhöht Israel den Druck auf die islamistische Hamas. „Eine langfristige Strategie ist nicht erkennbar“, so ZDF-Korrespondent Thomas Reichart. 20.03.2025 | 3:23 min

    Gaza: Teile von Rafah evakuiert

    Derweil rief das israelische Militär die Einwohner eines südlichen Stadtviertels von Rafah im Süden des Gazastreifens am Sonntag auf, das Gebiet zu verlassen. Der Grund: eine Offensive im Viertel Tal al-Sultan. Tal al-Sultan sei umzingelt worden, um Stellungen der militant-islamistischen Hamas dort zu zerstören, teilten die israelischen Streitkräfte am Sonntag mit. Laut einem Armeesprecher werde das Viertel "als gefährliche Kampfzone betrachtet".
    Israel hatte am Dienstag seine massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen wieder aufgenommen, wo seit dem 19. Januar eine Waffenruhe galt. Am Mittwoch gab die israelische Armee zudem den Beginn eines neuen Bodeneinsatzes bekannt.
    Bei einem israelischen Angriff im Süden des Gazastreifens wurde ein ranghoher Funktionär der Hamas getötet. Die radikalislamische Organisation bestätigte am Sonntag den Tod von Politbüro-Mitglied Salahal-Bardawil.
    Zerstörte Gebäude in Gaza
    Die israelische Armee setzt die Angriffe im gesamten Küstenstreifen fort.20.03.2025 | 1:25 min

    Proteste gegen Netanjahu in Israel

    Am Abend zuvor gab es in Israel laut örtlichen Medien die größten Massenproteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seit Wochen. Mehr als 100.000 Teilnehmer warfen demnach der Regierung vor, mit dem Wiederaufflammen der Kämpfe in Gaza die Befreiung der Geiseln zu gefährden.
    Demo zur Freilassung von Geiseln in Israel
    Massendemo in Israel am Samstag
    Quelle: dpa

    Die Wut richtet sich zudem gegen die geplante Entlassung des Inlandsgeheimdienstchefs Ronen Bar, die das Oberste Gericht vorerst aussetzte. Netanjahu erklärte, er habe das Vertrauen in Bar verloren. Die Opposition vermutet jedoch andere Gründe. Der Geheimdienst ermittelt zu mutmaßlich illegalen Beziehungen von Vertrauten Netanjahus mit Katar.
    Netanjahu entlässt Inlandsgeheimdienstchef
    Israels Ministerpräsident Netanjahu hat Inlandsgeheimdienstchef Bar entlassen. Kritiker vermuten, dass Ermittlungen gegen Netanjahu-Vertraute hinter der Entlassung stecken.21.03.2025 | 0:24 min

    Angriff mit Raketen aus dem Libanon

    Nachdem mit Israels Offensive im Gazastreifen die Waffenruhe mit der Hamas faktisch endete, wachsen nun auch Sorgen vor einer neuen Eskalation im israelisch-libanesischen Grenzgebiet.
    Erstmals seit Monaten wurden am Samstag aus dem Libanon heraus Raketen auf Israel gefeuert, woraufhin die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der Hisbollah-Miliz bombardierte. Die Hisbollah bestritt, für die Raketenangriffe verantwortlich zu sein.
    Angriff auf Israel (Karte Israel, Gazastreifen etc.)

    ZDFheute Infografik

    Ein Klick für den Datenschutz
    Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

    UN warnt vor Eskalation

    Der jüngste Beschuss auf beiden Seiten der Grenze zeigt, wie brüchig die seit Ende November geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah ist. Die UN-Beobachtermission im Libanon - Unifil - sprach von einer "extrem fragilen Situation".
    Libanons Ministerpräsident Nauaf Salam warnte, dass Israel sein Land in einen "neuen Krieg" ziehen könne. Die Vereinten Nationen müssten international den Druck erhöhen, um einen Abzug Israels aus dem Libanon zu erreichen. Die Waffenruhe-Vereinbarung sieht eigentlich einen vollständigen Abzug israelischer Truppen aus dem Süden des Libanons vor. Dieser ist inzwischen zwar weitgehend erfolgt, es gibt aber immer noch fünf israelische Militärposten in Grenznähe. Die libanesische Führung wertet den Verbleib der Truppen als einen Verstoß gegen die Vereinbarung und protestierte mehrfach dagegen.
    Eine Frau und zwei Kinder schieben ein Fahrrad in Gaza-Stadt.
    Die neue israelische Offensive im Gazastreifen wurde weiter verstärkt. Auf dem Boden und aus der Luft wird gegen die Hamas vorgegangen, jedoch leiden besonders die Zivilisten.20.03.2025 | 1:37 min

    Nahost-Konflikt
    :Aktuelle Nachrichten zur Eskalation in Nahost

    Mit dem Hamas-Angriff auf Israel eskalierte der Nahost-Konflikt. Anfang des Jahres konnte eine Waffenruhe vereinbart werden. Nun fliegt Israel wieder Angriffe in Gaza.
    PALESTINIAN-ISRAEL-CONFLICT
    Liveblog
    Quelle: dpa, AFP, AP

    Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt