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Ab Sonntag rollen wieder Züge:Wie die Riedbahn-Sanierung gelaufen ist
von Felicitas Dahmen
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Zwischen Frankfurt und Mannheim ist fünf Monate lang kein Zug gefahren, die Riedbahn wurde generalsaniert. Ein Pilotprojekt, das nun vor der Vollendung steht.
Wer den Infopoint der Deutschen Bahn im beschaulichen Gernsheim besucht, trifft nur wenige Menschen, die über die DB schimpfen. Im Infopunkt Riedbahn sind purpurfarbene Wimpel quer durch den Raum gespannt: "Wir sagen Danke" steht drauf und "Wir wissen, was wir Ihnen zugemutet haben". Mitarbeiter informieren über die Generalsanierung und den dazugehörigen Schienenersatzverkehr.
"Ich bin sehr zufrieden gewesen, es hat alles fantastisch geklappt", meint Susanne Schönig, Pendlerin auf der Strecke der Riedbahn. Und Doris Schupp erklärt, sie habe über all die Monate einen perfekt organisierten Schienenersatzverkehr erlebt. Es herrscht ungewohnte Harmonie zum Thema Bahn.
Riedbahn-Sanierung: Völlig neues Konzept
Die Riedbahn - die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim - war fünf Monate lang voll gesperrt. Seit Juli wurde hier entlang der kompletten Strecke gleichzeitig gebaut, saniert und repariert. Ein Konzept, das es so bisher noch nicht gegeben hat.
Jetzt nach fünf Monaten Bauarbeiten wird die Deutsche Bahn ein Pilotprojekt abschließen, das von manchen als Beginn einer Trendwende betrachtet wird. 111 Kilometer Gleise und 152 Weichen wurden erneuert, 20 Bahnhöfe modernisiert, 140 Kilometer Oberleitungen erneuert, Stellwerke auf den neuesten Stand der Technik gebracht, 265.000 neue Schwellen gelegt und viele Kilometer neue Lärmschutzwände errichtet.
Bisher ging man mit der maroden Infrastruktur so um, dass immer nur einzelne, kleine Streckenabschnitte nacheinander saniert wurden. Doch mit dieser Methode kam man bei dem wachsenden Sanierungsstau kaum hinterher. Deswegen legten Bund und Bahn gemeinsam 41 Streckenkorridore fest, die bis 2030 generalsaniert und dafür mehrere Monate lahmgelegt werden sollen.
Warum ausgerechnet die Riedbahn als Pilotprojekt?
Die Riedbahn gilt als eine der meistbefahrenen Strecken in ganz Deutschland - Verspätungen, die auf dieser 74 Kilometer langen Strecke in der Mitte Deutschlands entstehen, wirken sich auf das gesamte Netz aus, betont die Deutsche Bahn immer wieder. Also wurde sie als Pilotstrecke auserkoren.
Der Fernverkehr wurde umgeleitet, für den Nahverkehr setzte man Schienenersatzverkehr in einem Ausmaß ein, das es so noch nie gegeben hatte.
Schienenersatzverkehr pünktlicher als die Bahn
150 neue Busse wurden angeschafft. Der Infopunkt in Gernsheim wurde auf der Mitte der gesperrten Strecke eingerichtet. Und an vielen Haltestellen gab es Bahnpersonal, das als Ansprechpartner verirrten Fahrgästen half und den Weg zum Schienenersatzverkehr weisen sollte.
Nach dem Schienenersatzverkehr befragt, berichten Reisende kaum Negatives. Teilweise pünktlicher als die Bahn seien die Busse gewesen. Und bestimmte Orte, zum Beispiel im Odenwald, habe man mit dem Bus sogar schneller erreichen können, ergänzt Hans-Dieter Göttlich.
War die Riedbahn-Sanierung also ein Erfolg?
Heute werden Verkehrsminister Volker Wissing und Bahnchef Richard Lutz erwartet, um die Strecke feierlich zu eröffnen. Am Sonntag sollen dann fast alle Züge wieder planmäßig fahren. Ob das gelingen wird? Wenige Tage vor Abschluss der Sanierung teilte die DB bereits mit: Es wird nicht alles pünktlich fertig.
Zwar sollen 95 Prozent der Kunden die Riedbahn wieder wie gewohnt - im besten Fall sogar pünktlicher und zuverlässiger - nutzen können. Einige Regional- und S-Bahnen gehen aber nicht wie geplant in Betrieb. Auf zwei Nebenstrecken sind noch bis 23. Dezember Busse im Einsatz.
Der Projektleiter der Riedbahn, Gerd-Dietrich Bolte, zieht eine positive Bilanz:
Das wichtigste Fazit ist, dass es gut gelungen ist, diese große Bauleistung in fünf Monaten umzusetzen. Insofern ist die Blaupause hier gesetzt.
Gerd-Dietrich Bolte, Projektleiter Riedbahn
Ein gewaltiges Problem für die Bahn außerdem: Durch das vorzeitige Aus der Ampelregierung ist die weitere Finanzierung des Milliardenprojekts aktuell offen.
Quelle: dpa
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