Antarktis: Forscher erstellen genaueste Karte des Kontints
Polarforscher erstellen Karte:Was unter dem Eis der Antarktis verborgen ist
von Katharina Weisgerber
|
Vermessung der Antarktis: Daten aus über sechzig Jahren, die mit Flugzeugen, Schiffen und Hundeschlitten erfasst wurden, beschreiben den weißen Kontinent detailliert wie noch nie.
Die vielen Messdaten zeigen, wie die Antarktis unter dem Eis aussieht, und können vorhersagen, wie sie sich in den nächsten Jahren verändern wird.
Quelle: action press
Das dickste Eis der Antarktis misst mehr als 4,7 Kilometer und ist damit fast so hoch wie der Mont Blanc. Ein Team internationaler Wissenschaftler unter Leitung des British Antarctic Survey (BAS) und mit Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven hat nun eine Datenflut ausgewertet und in der Zeitschrift Scientific Data veröffentlicht.
Die Karte mit dem Namen Bedmap3 zeigt den weißen Kontinent dabei ohne seine 27 Millionen Kubikkilometer Eis, so als sei es entfernt worden.
In der neuen Karte Bedmap3 sind alle Daten der letzten 60 Jahre zusammengeführt. Sie zeigt, wie die Antarktis unter dem Eis aussieht.18.03.2025 | 0:10 min
Struktur der Antarktis jetzt genauer bekannt
"Man weiß eigentlich nicht, wie es darunter aussieht. Der Eispanzer ist mehrere Kilometer dick. Wichtig, um das Abschmelzen der Antarktis zu verstehen, ist die Topografie, also das Gelände darunter", erklärt Professor Olaf Eisen, Gletscherforscher am Alfred-Wegener-Institut (AWI), der wichtige Daten von seinen Messkampagnen mit den AWI-Flugzeugen zur neuen Karte beigesteuert hat.
Je nach Topografie kann das Eis schneller oder langsamer schmelzen, kann mehr Eis ins Meer strömen und verloren gehen. Daher ist es wichtig, dass wir so genau wie möglich wissen, wie diese Topografie aussieht.
„
Olaf Eisen, Gletscherforscher am Alfred-Wegener-Institut
Die grobe Struktur der Landschaft unter dem Eis war vorher schon bekannt, aber nicht in dieser Genauigkeit: "Gerade die tiefen Täler sind wichtig, weil da das Eis meistens auch unter dem Meeresspiegel liegt. Das heißt, wenn jetzt das Meer wärmer wird und vorne mehr Eis schmilzt, kann sich die Grenze zwischen Meer und Eis ins Landesinnere zurückziehen. Dieser Verlust an Eismasse würde dann zum Meeresspiegelanstieg beitragen."
Die Eisflächen an Nord- und Südpol sind mit 8 Prozent auf ein Rekordtief geschmolzen. Grund dafür ist das immer wärmer werdende Klima.06.03.2025 | 0:24 min
Weiterentwicklung hilft bei Voraussagen
2001 wurde die Karte BedMap1 erstellt, 2013 kam die zweite Karte hinzu und nun zwölf Jahre später die BedMap3. "Das ist die erste Karte, wo man wirklich größere Lücken komplett schließen konnte, wo man nichts interpretieren musste, sondern es jetzt weiß. Denn hier wurden im Umkreis von 10 bis 20 Kilometer Messungen gemacht", beschreibt AWI-Wissenschaftler Eisen die Bedeutung von Bedmap3.
"Das ist jetzt die Karte, mit der wir die Veränderungen der Antarktis in Zukunft am besten mit Computermodellen modellieren können."
Die Karte wird zu einem wichtigen Instrument, um Wechselwirkungen zwischen dem Eisschild und dem Untergrund sowie die Reaktion der Antarktis auf den Klimawandel zu verstehen.
Wir haben jetzt unsere Klimaszenarien: Es wird vielleicht bis 2100 um drei Grad wärmer werden, bis 2300 um vielleicht 4,5 Grad. Dann kann es passieren, dass die Antarktis deutlich Masse verliert.
„
Olaf Eisen, Gletscherforscher am Alfred-Wegener-Institut
Die Antarktis in Zukunft und Vergangenheit
"Wir haben Rekonstruktionen aus der Zeit von vor mehreren hunderttausend bis mehreren Millionen Jahren, als in der Antarktis ähnliche Temperaturen herrschten, wie die, die wir in hundert oder zweihundert Jahren erwarten. Da gingen fünf bis zehn Meter Masse verloren", so Gletscherforscher Olaf Eisen.
Dass die Arktis Eismasse verliert, das hat jetzt schon angefangen. Die Frage ist, ob das ein Prozess ist, der sich stoppen lässt oder nicht.
„
Olaf Eisen, Gletscherforscher am Alfred-Wegener-Institut
Sollte das gesamte Eis der Antarktis schmelzen, dann würde der globale Anstieg des Meeresspiegels bis zu 58 Meter betragen, so die Modelle.
Wie wurde in der Antarktis gemessen?
Die Landschaft des Gesteinsbodens unter dem Eisschild wurde mit einer Vielzahl von Techniken erfasst, darunter Schallwellen und Schwerkraftmessungen. Die Dicke des Eises bestimmten die Forscher unter anderem durch das Aussenden von Radarwellen.
"Die Welle, die meist vom Flugzeug aus gesendet wird, wandert durch das Eis durch, wird an der Unterseite des Eises reflektiert und kommt zum Flugzeug zurück", erläutert Gletscherforscher Eisen. "Wir messen die Laufzeit dieser Welle, wir wissen ja wie schnell die ist, und können dann ausrechnen, wie weit die Unterseite vom Flugzeug weg ist. Da wir die Oberseite auch sehen, können wir berechnen, wie dick das Eis ist."
Zur Statistik der Antarktismessungen für die Bedmap3 gehören auch diese Zahlen: Der tiefste Punkt des weißen Kontinents liegt knapp drei Kilometer unter dem Meeresspiegel und nur etwas mehr als die Hälfte des antarktischen Eises ragt aus dem Meer heraus.
Alfred-Wegener-Institut auf Facebook
Ein Klick für den Datenschutz
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Facebook nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Facebook übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Facebook informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Die Temperaturen steigen weltweit, im Norden deutlich stärker als im Süden. Erfahren Sie am interaktiven Globus, wie die Erderwärmung die Kontinente trifft.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.