Eier-Knappheit in den USA: in Kanada und Mexiko nicht
Illegale Importe in die USA:Wie aus Eiern Schmuggelware wurde
von Fränzi Meyer, Washington D.C.
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Der schlimmste Vogelgrippeausbruch der US-Geschichte führt zu hohen Eierpreisen und leeren Regalen. Verlockend: Auf der anderen Seite der Grenze sind Eier weiterhin billig.
Durch den jüngsten Vogelgrippe-Ausbruch in den USA wurden Millionen Hühner gekeult, was zu einer massiven Eierknappheit führt. Infolgedessen steigen die Preise für Eier drastisch.22.03.2025 | 1:34 min
Eier sind in den USA zu einer Luxusware geworden: Zehn Eier kosten zurzeit bis zu 20 US-Dollar und oft sind die Regale leer. Der Grund: Die Vogelgrippe und ihre Konsequenzen. Ist nur eine Henne von der Krankheit betroffen, müssen auf der Farm alle weiteren getötet werden. Seitdem die US-Behörden den ersten Vogelgrippe-Fall Anfang 2022 verzeichneten, wurden mehr als 160 Millionen Tiere gekeult.
Auf der Suche nach Lösungen für das Eier-Problem haben die USA mehrere Länder um Eierexporte gebeten, auch Deutschland.
Doch um sich schneller zu versorgen, kommen einige US-Amerikaner auf kreative Ideen: So nutzen beispielsweise einige Restaurants ausschließlich pflanzliche Ersatzprodukte, einige Haushalte mieten sich zeitweise Hennen für den Garten, und andere versuchen ihr Glück auf der anderen Seite der Grenzen: in Kanada und Mexiko.
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Deutlich mehr Eier-Schmuggel-Versuche
In den Nachbarländern Mexiko und Kanada kosten zehn Eier nur etwa 2 US-Dollar. Gerade für US-Amerikaner, die nahe der Grenzen leben, ist es daher verlockend, für die Waren über die Grenze zu fahren. Einige wollen die Eier dann auch mit in die USA bringen. Der Import ist allerdings verboten, "da Bedenken hinsichtlich Krankheiten bestehen", erklärt Michael Mascari, Pressesprecher der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP.
Besonders hoch ist der Anstieg von "Eierabfangungen" an der Grenze zwischen Mexiko und San Diego. Zwischen Oktober 2024 und März 2025 sind hier laut CBP im Vergleich zum Vorjahr die Fälle um 158 Prozent gestiegen. Insgesamt sind die "Eierabfangungen" an allen Grenzkontrollen der USA in diesem Zeitraum um knapp 50 Prozent gestiegen.
Reisenden ist es untersagt, frische Eier, rohes Hühnerfleisch, unverarbeitete Geflügelprodukte und/oder lebende Vögel in die Vereinigten Staaten einzuführen.
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Michael Mascari, Pressesprecher der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP
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Die meisten Eier-Importversuche ohne Konsequenzen
Die meisten Reisenden würden allerdings auf Nachfrage angeben, dass sie Eier über die Grenze bringen möchten, macht Mascari deutlich. In diesen Fällen drohen keine Konsequenzen.
Es gab nur sehr wenige Fälle, in denen Personen absichtlich versucht haben, den Inspektionsprozess zu umgehen oder das Produkt nicht zu deklarieren.
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Michael Mascari, Pressesprecher der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP
"Bei tatsächlichen Schmuggelversuchen, also bei nicht angegebenen Eiern, die dann aber beispielsweise in Verstecken im Auto entdeckt werden, wird in der Regel eine Strafe von 300 US-Dollar verhängt", so Mascari. Bei erneuten Versuchen könnten Strafen von bis zu 10.000 US-Dollar anfallen. Alle Eier, die an den Grenzkontrollen gefunden werden, werden beschlagnahmt und vernichtet.
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Darum haben Mexiko und Kanada keine Eierprobleme
Auch mexikanische oder kanadische Hennen können von der Vogelgrippe betroffen sein, genauso wie ihre US-amerikanischen Verwandten. Allerdings haben die beiden Nachbarländer kein so großes Eierproblem wie die USA.
Das liege vor allem daran, dass die Eierproduktion in den Ländern unterschiedlich geregelt ist, erklärt Mike von Massow, Lebensmittelökonom an der Universität Guelph in Ontario, Kanada, dem Sender NPR. Die USA haben eine hochindustrialisierte Eierproduktion, was bedeutet, dass wenige, sehr große Betriebe den Markt dominieren. Ein einziger Ausbruch in einer Farm kann daher Millionen Hennen auf einmal treffen und die Produktion stark beeinträchtigen.
Wenn einzelne Farmen einen großen Teil der Eierproduktion ausmachen, dann nimmt man bei einem Ausfall auch einen größeren Teil der Versorgung weg.
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Mike von Massow, Lebensmittelökonom an der Universität Guelph in Ontario
Die Farmen in Mexiko und Kanada sind kleiner. Die durchschnittliche Eierfarm in Kanada hat beispielsweise etwa 25.000 Hennen, während viele Farmen in den USA weit über eine Million Tiere halten.
Fränzi Meyer ist Reporterin im Auslandsstudio Washington D.C.
Quelle: dpa
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