Long Covid: Lauterbach sieht erste Erfolge für Patienten

    Runder Tisch in Berlin:Kampf gegen Long Covid: Lauterbach sieht Erfolge

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    Zum fünften Mal haben sich Experten in Berlin getroffen, um über Fortschritte beim Kampf gegen Long Covid zu diskutieren. Gesundheitsminister Lauterbach sieht erste Erfolge.

    Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Diskussionsrunde zu Long Covid
    Gesundheitsminister Karl Lauterbach bei der Diskussionsrunde zu Long Covid.
    Quelle: action press

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht eine positive Entwicklung bei der Behandlung von Long Covid. "Unsere Initiativen, Long Covid-Patienten zu helfen, zeigen erste Erfolge", erklärte Lauterbach anlässlich des fünften Runden Tisches zu dem Thema in Berlin. Er räumte dennoch ein:

    Wir können Long Covid leider immer noch nicht heilen.

    Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister

    Die Initiative Long Covid des Gesundheitsministeriums ist Lauterbach zufolge aktuell die größte Forschungsinitiative zu dem Thema in Europa. In vielen Ländern seien Forschungsvorhaben bereits wieder eingestellt worden. Gerade deshalb seien die Ergebnisse aus Deutschland von Bedeutung für ganz Europa.
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    Long Covid: Lauterbach fordert mehr Investitionen

    Der Gesundheitsminister kritisierte zugleich, dass Pharmaunternehmen in die Forschung zu Long Covid vergleichsweise wenig Geld investierten. Aus Bundesmitteln wurden dem Ministerium zufolge für die Versorgungsforschung in den Jahren 2024 bis 2028 zudem 30 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 73 Millionen Euro bewilligt worden.
    Hinzu kommen 45 Millionen Euro für Modellprojekte zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Rund 90 Prozent davon erhält das bundesweite Projekt "Pednet-LC", das Long Covid und ähnliche Folgen von Infektionen sowie von Impfungen untersucht. Ziel sei es dabei, ein Versorgungsnetzwerk aufzubauen, wodurch betroffene Kinder und Jugendliche besser versorgt würden, erklärte Projektleiterin Uta Behrends.
    Eine Frau trägt im Klinikum Kassel einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Schriftzug "Gesundheit Nordhessen".
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    Initiative von Gesundheitsministerium zu Long Covid seit 2023

    Das Gesundheitsministerium hatte seine Initiative zu Long Covid im Sommer 2023 begonnen, um nach eigenen Angaben "den wissenschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Erkenntnisprozess zu diesem neuen Krankheitsbild zu begleiten, verlässliche Informationen bereitzustellen und die Versorgungsforschung zu intensivieren".
    Erfasst werden auch ähnliche Symptomkomplexe wie das Chronische Erschöpfungssyndrom sowie Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit Schutzimpfungen gegen das Coronavirus.

    Die Bedeutung von Long Covid nimmt leider nicht ab. Ganz im Gegenteil, wir brauchen weiterhin langfristige Aufmerksamkeit für das Thema.

    Karl Lauterbach, Gesundheitsminister

    Fabian Fritz sitzt aufrecht im seinem Bett. Seine Hände sind über der Decke gefaltet, die über seinen Beinen liegt. Auf dem Kopfteil des Bettes stehen einige Grußkarten, eine Zeichnung von Asterix dem Gallier. Daneben liegen zwei Bücher und eine Steckdosenleiste, in der zwei Ladekabel eingesteckt sind. Fabian trägt eine dunkle Fliesjacke mit einem Reißverschluss vorne. Er trägt einen dunkle Bart, das Har ist kurz geschnitten. Fabian blickt in die Kamera, die fronalt auf ihn gerichtet ist.
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    Es gebe leider immer noch keine Heilung, und weiterhin entstünden auch neue Fälle. Man wisse nicht genau, wie hoch das Risiko aktuell sei, sagte Lauterbach. Nach Vorinfektionen und Impfungen scheine es etwas kleiner zu sein. In der ersten Welle sei bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten Long Covid entstanden.

    Long Covid: Angaben zu Betroffenen variieren

    Nach Angaben der Bundesregierung ist eine sechsstellige Zahl von Menschen an Long Covid erkrankt. Untersuchungen gehen von rund 2,5 Millionen Betroffenen aus. Viele Betroffene leiden unter Myalgischer Enzephalomyelitis/dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS).

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