Mallorca kündigt Maßnahmen gegen Massentourismus an
Nach erneuten Protesten:Mallorca will Maßnahmen gegen Massentourismus
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Nach Protesten gegen den Massentourismus plant die Regionalregierung der Balearen Gegenmaßnahmen. Die Einwohner fordern bessere Lebensbedingungen und strikte Grenzen für Touristen.
Demo gegen Massentourismus auf Mallorca
Quelle: AFP
Nach dem jüngsten Protest gegen Massentourismus auf Mallorca verspricht die Regionalregierung der Balearen den unzufriedenen Bürgern "mutige Maßnahmen". Diese werde man schon in "einigen Monaten" ergreifen, beteuerte Vizeregierungschef Antoni Costa vor Journalisten in Palma. Er erklärt:
Wir verstehen die Sorgen der Gesellschaft.
„
Antoni Costa, balearischer Vize-Regierungschef
Man müsse "Grenzen setzen", denn das Wachstumsmodell sei "unhaltbar", so Costa.
Die Proteste auf Mallorca und in anderen spanischen Touristen-Metropolen halten weiter an. Auf der Insel Mallorca haben erneut Zehntausende gegen den Massentourismus protestiert.22.07.2024 | 0:16 min
Hotelierverband kritisiert Vandalismus bei Protesten
Auch der Hotelierverband FEHM äußerte nach dem Protest Verständnis für die Forderungen der Demonstranten. Man setze "mehr auf Qualität denn auf Quantität", sagte die Vizepräsidentin der Organisation, María José Aguiló.
Sie kritisierte allerdings das aggressive Verhalten einzelner Kundgebungsteilnehmer, die Touristen mit Wasser bespritzt hätten. Zudem prangerte sie Schmierereien an Hotels und anderen touristischen Einrichtungen an.
Polizei spricht von 20.000 Teilnehmern
Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer der Kundgebung vom Sonntagabend auf 20.000. Die Veranstalter sprachen von 50.000, was von Beobachtern vor Ort aber als zu hoch gegriffen bezeichnet wurde.
Menschen hielten Plakate mit Aufschriften wie "Your luxury, our misery" oder "Wir wollen nicht die Vorreiter beim Anstieg der Wohnkosten sein". Auf einem Schild wurden Billigflieger kritisiert. Nach Medienberichten klatschten einige Touristen in Palma sogar Beifall. Anderen sei die Kundgebung eher unangenehm gewesen, hieß es.
Rom, Venedig, Südtirol - überall drängen sich die Touristen. Und an vielen Orten wird es den Einwohnern zu viel und zu eng. Wie umgehen mit der zunehmenden Touristenschwemme?
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Proteste gegen Massentourismus in spanischen Metropolen
Es ist nicht die erste Demonstration dieser Art in Spanien. Zu der Kundgebung aufgerufen hat eine Gruppierung namens "Weniger Tourismus, mehr Leben". Vor acht Wochen hatten bereits bis zu 25.000 Menschen in Palma unter dem Motto "Sagen wir Basta!" und "Mallorca steht nicht zum Verkauf!" demonstriert. Auch in anderen spanischen Touristenmetropolen wie Barcelona sowie auf den Kanaren regt sich der Unmut.
Tourismus bringt 45 Prozent der Wirtschaftsleistung
Auf den Balearen, deren Hauptinsel Mallorca ist, leben knapp 1,2 Millionen Einheimische. Im vergangenen Jahr wurden sie von 18 Millionen Urlaubern, davon 4,6 Millionen aus Deutschland und 3,4 Millionen aus Großbritannien, besucht. Auf jeden Einheimischen kamen dort also ungefähr 15 Urlauber.
Für Mallorca ist der Tourismus überlebenswichtig. Die Branche steht für 45 Prozent der Wirtschaftsleistung der Insel. Aber Demonstranten klagen, dass nur eine Minderheit profitiere, während die große Mehrheit in dem Sektor niedrige Gehälter bekomme, die nicht reichten, um die immer teureren Wohnungen zu bezahlen. Zudem zerren Staus, Lärm und Schmutz an den Nerven der Insulaner.
Ibiza, ein beliebtes Reiseziel im Mittelmeer, zieht zahlreiche Touristen an. Doch das macht das Leben der Einheimischen dort unerschwinglich.29.05.2024 | 2:36 min
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