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Gewerkschaftsbund wird 75:Steinmeier: Land braucht einen starken DGB
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Soziale Gerechtigkeit, Digitalisierung, Fachkräftemangel - zu seinem 75. Geburtstag hat der DGB große Herausforderungen zu meistern. Vom Staatsoberhaupt gab es Lob und Ermunterung.
Vor 75 Jahren wurde der Deutsche Gewerkschaftsbund gegründet. Zum Jubiläum gratulierte unter anderem Bundespräsident Steinmeier. Der DGB hat mehr als 5,7 Millionen Mitglieder.13.10.2024 | 1:32 min
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wichtigkeit des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für eine Modernisierung der Gesellschaft betont. In einer Rede bei der Festveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen des DGB sagte Steinmeier am Sonntag laut Redemanuskript in Berlin, "wir brauchen einen DGB, der realistische Wege aufzeigt, wie wir den Umbau unseres Landes zu einer klimaneutralen und zunehmend digitalen Wirtschaft - wie wir diesen Umbau sozial gerecht gestalten können."
So viele Mitglieder hat der DGB
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Steinmeier: Wandel kann gelingen
Der DGB müsse auch helfen, Möglichkeiten zu finden, wie möglichst allen die Chance auf gute Arbeit und Wohlstand geboten werden könne. An die anwesenden Gewerkschaftsvertreter gerichtet sagte der Bundespräsident laut Manuskript, "streiten Sie in dieser Zeit des Wandels weiter für soziale Gerechtigkeit, und seien Sie zugleich eine Stimme der Zuversicht." Der DGB solle auch für die Zuversicht stehen, dass Veränderung nicht zwangsläufig Bedrohung und Verlust bedeute und dass notwendiger Wandel gelingen könne.
Am Tag der Arbeit sind in ganz Deutschland tausende Menschen auf den Straßen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert „Mehr Lohn, Mehr Freizeit, Mehr Sicherheit“ für Beschäftigte.01.05.2024 | 2:30 min
Die Gewerkschaften hätten zugleich eine wichtige Rolle bei der Integration von Migranten, sagte Steinmeier. Gegen den Mangel von Arbeitskräften werde die Zuwanderung von Fachkräften notwendig. Um diese in die Gesellschaft zu integrieren, komme Gewerkschaften eine wichtige Bedeutung zu.
Olaf Scholz sagt danke
Bundeskanzler Olaf Scholz sagte in einer Videobotschaft, Errungenschaften wie die Fünf-Tage-Woche und den Acht-Stunden-Tag "würde es gar nicht geben ohne Gewerkschaften". Auch bezahlten Urlaub, Arbeits- und Kündigungsschutz, Mitbestimmung in Betrieben sowie "ordentliche Tarifabschlüsse und steigende Löhne" würde es nicht geben "ohne das Engagement unzähliger Frauen und Männer" im DGB.
"Dieser Jahrestag ist ein guter Tag, für dieses Engagement einmal ganz ausdrücklich 'Danke' zu sagen", befand Scholz. Starke Gewerkschaften würden auch heute und in der Zukunft gebraucht, "gerade in Zeiten wie diesen", betonte der Kanzler.
Der Kanzler wies zudem darauf hin, "wie wichtig" Tarifverträge seien. Er kämpfe dafür, dass wieder mehr Beschäftigte nach Tarif bezahlt werden. "Ein wichtiger Hebel dafür ist, dass wir Aufträge des Bundes in Zukunft nur noch an Unternehmen vergeben, die nach Tarif bezahlen", sagte Scholz. "Diese Verbesserung kommt."
Böckler zur DGB-Gründung: Bürger, nicht Untertan!
Der Gewerkschaftsbund wurde am 13. Oktober 1949 in München gegründet. Der erste Vorsitzende war Hans Böckler, ein SPD-Politiker, der im Nationalsozialismus untergetaucht und gefangen genommen worden war. Von Böckler ist als Motto unter anderem überliefert: "Bürger, nicht Untertan wollen wir sein! Wollen mitraten, mittaten und mitverantworten in allen wichtigen Dingen des Lebens der Gemeinschaft. Vor allem in den Angelegenheiten der Wirtschaft unseres Volkes."
Für den DGB wurden 16 Einzelgewerkschaften mit rund fünf Millionen Mitgliedern verschmolzen. Organisiert wurde der Verband föderal, nach den unterschiedlichen Industriezweigen sowie den Bereichen Verkehr und öffentlicher Dienst sowie nach dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft - über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg.
Zu seiner Gründung forderte der DGB neben Mitbestimmung ausdrücklich auch die Vergemeinschaftung von Schlüsselindustrien und eine zentrale volkswirtschaftliche Planung.
Gewerkschaften unter dem Dach des DGB
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Quelle: AFP, dpa
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