Trump bringt neue weitreichende Zölle auf den Weg

    Wohl auch Autos betroffen:Trump bringt neue Zölle auf den Weg

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    US-Präsident Trump verschärft seine Handelspolitik weiter - und ordnet weitreichende Zölle an. Betroffenen Ländern werde die Chance gegeben, die Zölle in Verhandlungen abzuwenden.

    US-EU-DIPLOMACY
    Entschlossen und verhältnismäßig wolle man auf die US-Zölle reagieren, so die EU-Kommissionspräsidentin. Bei ihrem Treffen mit US-Vize Vance soll es erste Annäherung gegeben haben.12.02.2025 | 1:58 min
    US-Präsident Donald Trump bringt eine neue Runde weitreichender Zölle auf den Weg. Es handle sich um wechselseitige Zölle auf Waren aus diversen Ländern, teilte der Republikaner mit und unterschrieb eine entsprechende Anordnung. Die Details sollen demnach innerhalb der kommenden Monate ausgearbeitet werden.
    Wechselseitige, sogenannte reziproke Zölle bedeuten im Prinzip, dass die USA überall dort Zölle anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner. Trump hatte in der Vergangenheit betont, mit diesen Zöllen das Handelsungleichgewicht korrigieren zu wollen und warf anderen Ländern vor, die Vereinigten Staaten unfair zu behandeln.
    Das Weiße Haus machte vorab deutlich, noch andere Handelshemmnisse ins Visier zu nehmen. Dazu gehörten Steuern für amerikanische Unternehmen, wie Mehrwertsteuern, staatliche Subventionen oder Vorschriften, die US-Unternehmen daran hinderten, im Ausland Geschäfte zu machen.




    SGS Röller
    US-Präsident Trump macht ernst: Zölle in Höhe von 25% soll es zukünftig auf alle Stahl- und Aluminium-Importe geben. Wie sehr trifft das die EU? ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet. 11.02.2025 | 1:09 min

    Trump offen für Verhandlungen

    Die neuen Zölle werden nicht sofort in Kraft treten. Stattdessen haben die zuständigen Behörden 180 Tage Zeit, um die betroffen Staaten zu identifizieren und auf dieser Grundlage länderspezifische Zölle zu verhängen, wie ein hochrangiger Berater Trumps sagte.
    Dabei nehme man sich zuerst die Länder mit dem höchsten Handelsdefizit vor. Die betroffenen Länder seien dazu eingeladen, mit US-Präsident Trump zu verhandeln, um die US-Zölle noch abzuwenden. Zölle könnten aber auch vor Ablauf der Frist in Kraft treten, so der Berater. Die Behörden würden im "Trump-Tempo" arbeiten.
    Es spiele bei den geplanten Zölle keine Rolle, ob es sich um strategische Konkurrenten wie China oder um Verbündete wie die Europäische Union oder Japan oder Korea handele, betonte der Trump-Berater. "Seit vielen Jahren werden die Vereinigten Staaten von ihren Handelspartnern, ob Freund oder Feind, unfair behandelt", heißt es ihm zufolge in der Anordnung. Das Handelsdefizit bedrohe die nationale Sicherheit der USA.
    Schaltgespräch mit Laura von Daniels
    Die EU hat durchaus Möglichkeiten, sich gegen Trumps Zoll-Politik zur Wehr zu setzen, sagt die Politikwissenschaftlerin Laura von Daniels. 11.02.2025 | 5:23 min

    Ärger im Weißen Haus über Mehrwertsteuer in EU-Staaten

    Die US-Regierung verwies nun beim Thema Handelsdefizit mit der Europäischen Union erneut auf Autos. Über die Importzölle zeigt sich Trump regelmäßig erbost. Es werden Zölle in Höhe von 2,5 Prozent auf dem Weg in die USA fällig - aber 10 Prozent auf dem Weg nach Europa. Doch bei den in den USA beliebten Pickups und Nutzfahrzeugen beispielsweise sind die US-Zölle sehr viel höher.
    Der hochrangige Regierungsvertreter betonte jedoch auch, dass man sich in Washington auch über die Mehrwertsteuer ärgere, der Autoimporte aus den USA zusätzlich unterlägen. Diese variiert je nach EU-Mitgliedstaat - in Deutschland liegt sie bei 19 Prozent.

    Präsident Trump wird das nicht länger hinnehmen.

    Hochrangiger US-Regierungsberater

    Dass Deutschland deutlich mehr Autos in die USA verkaufe als andersherum, liege ganz sicher nicht an mangelnder "amerikanischer Handwerkskunst oder Qualität", so der hochrangige Regierungsberater. Das sei Merkantilismus.

    Die Zollunterschiede mit der Europäischen Union sehen Fachleute in den meisten Bereichen als eher klein an. Die große Ausnahme ist der Agrarbereich, wo die EU-Zölle teils deutlich höher sind als in den USA - insbesondere auf Milchprodukte, Fleisch und Zucker oder Geflügel. Zu beachten sind hier auch unterschiedliche Standards und Importvorgaben. Auch Textilien und Bekleidung aus den USA unterliegen in Europa meist etwas höheren Zöllen als umgekehrt - der Unterschied ist aber teils geringfügig. Andersherum sind Zölle auf Kunststoffe, Chemikalien, Kunstwerke und Antiquitäten in den USA teilweise höher als in der Europäischen Union.

    United States Vice-President JD Vance, right, meets with European Commission President Ursula von der Leyen during a bilateral meeting on the sidelines of the Artificial Intelligence Action Summit in Paris, Tuesday, Feb. 11, 2025. (AP Photo/Thomas Padilla)
    Ursula von der Leyen will entschlossen auf US-Zölle reagieren und baut dennoch auf eine gute Zusammenarbeit mit den USA. Ein schmaler Grad zwischen Verhandlung und Annäherung.11.02.2025 | 2:45 min

    Zölle als Druckmittel

    Fachleute gehen davon aus, dass die USA am härtesten von weitreichenden Ausgleichszöllen getroffen würden, sollten diese tatsächlich in Kraft treten - und nicht vorab in Verhandlungen abgewendet werden.
    US-Unternehmen dürften die höheren Kosten auf die Verbraucher umschlagen - das heizt die Inflation an. Trump setzt dennoch immer wieder auf Zölle. Er nutzt die Strafmaßnahme auch als Druckmittel, um in Verhandlungen mit anderen Ländern politische Erfolge zu erzielen.

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    Quelle: dpa

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    Quelle: dpa, AFP, Reuters

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