Die ersten Mondlandungen gab es vor mehr als 50 Jahren.
Danach wurde die Mondforschung größtenteils eingestellt.
Jetzt interessiert sich die Forschung wieder für den Mond.
Die Nasa will zum Mond - dürfte doch 50 Jahre nach der ersten Landung total easy sein, oder? Tja, nicht ganz. Die Mondforschung fängt mehr oder minder nochmal von vorne an - vieles von dem Wissen und den Plänen von damals ist heute verloren. Der Mond war nämlich lange Zeit eigentlich allen egal.
Der Mond: Erst wollten alle hin - dann galt er plötzlich als uninteressant.
Quelle: dpa / Frank Rumpenhorst
Die Mondlandung war ein großes Ziel - die USA wollten damals unbedingt das erste Land sein, das Menschen zum Mond befördert. Aber nach sechs Mondlandungen geriet die graue, staubige Kugel am Nachthimmel dann in Vergessenheit. Andere große Pläne schienen wichtiger: die Erforschung der großen Planeten - Mars, Jupiter, Saturn und Venus galten als die Weltall-Stars und standen im Mittelpunkt des Raumfahrt-Interesses.
Man entließ damals sogar die Mond-Spezialistinnen und -spezialisten, die an den Missionen zum Mond gearbeitet hatten. Der Mond hatte ein paar Jahrzehnte seine Ruhe vor den Menschen. Er galt als der Langweiler des Alls. Die Mondforschung wurde weitgehend gestoppt. Schließlich kostete die ohnehin ziemlich viel Geld.
Eine dauerhaft besetzte Station auf dem Mond könnte als Trainingsgelände dienen, wie Menschen wochen- oder sogar monatelang Zeit im All verbringen können. Denn eine Reise zum Mars ist einfach zu weit, um genügend Vorräte mitnehmen zu können. Wer zum Mars will, muss sich selbst im All versorgen können. Das könnte auf dem Mond trainiert werden. Zum Beispiel könnten die Astronauten auf dem Mond üben, wie aus Eis und Gestein Wasser und Treibstoff gemacht werden kann. Wenn dabei Probleme auftreten, ist der Mond nur wenige Tage Flug von der Erde entfernt - zum Mars würde eine Reise mehrere Monate dauern.
Quelle: dpa
Ein weiterer Grund den Mond zu erforschen, ist, dass wir so einiges über die Erde lernen können. Auf dem Mond gibt es weder Wind noch Wetter. Deshalb sind auf dem Mond noch immer alle Spuren zu sehen, die zum Beispiel Gesteinsbrocken aus dem All auf ihm hinterlassen haben. Forscherinnen und Forscher können am Mond sehen, was vor vielen Millionen und Milliarden Jahren mit ihm und zu dieser Zeit auch mit der Erde passiert ist.
Quelle: epa
Trotz der Proben, die die Astronauten damals mitbrachten, gilt der Mond als noch ziemlich unerforscht und wir wissen gar nicht so viel über ihn. Auch nach insgesamt sechs Mondlandungen sowie einigen Raumsonden erscheint der einzige Mond der Erde noch immer rätselhaft. Man weiß nicht mal, wie er entstanden ist!
Naja, und jetzt müssen sich die Forscherinnen und Forscher zähneknirschend eingestehen, dass das wohl doch keine so gute Idee war. Der Mond hat wohl einiges zu bieten - gerade, wenn es um den Mars geht. Es ist also dringend Zeit, die graue Kugel mal zu entstauben oder besser gesagt, die Forschung an ihr. Drei Gründe für das Comeback eines vermeintlichen Langweilers:
Quelle: IMAGO/ USA Today Network
Apropos Mond-Comeback: Diese Raumsonde hätte beinahe Weltraumgeschichte geschrieben. Sie heißt "Hakuto-R" und sollte am 25. April 2023 auf dem Mond landen. Dem japanischen Raumfahrtunternehmen, das dahintersteckt, wäre damit fast die erste private Mondlandung gelungen. Denn: Bisher gab es nur Mondmissionen einzelner Staaten (zum Beispiel den USA, der ehemaligen Sowjetunion oder China).
Aber: Bei der Landung lief einiges schief, die Verbindung zur Raumsonde brach ab. Die Fachleute nehmen an, dass die "Hakuto-R" bei einer "harten Landung" kaputt gegangen ist. Die Raumsonde hatte eine ganz schön lange Reise hinter sich: 135 Tage war sie im All unterwegs. Ziel der Mission war es, Daten zu sammeln, um mehr über den Mond herauszufinden. (Übrigens: "Hakuto" bedeutet auf Japanisch "weißer Hase" - denn der lebt laut einer japanischen Legende auf dem Mond.)