Taiwanischer Konzern:TSMC beschließt Bau von Chipfabrik in Dresden
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Dresden bekommt einen neuen Arbeitgeber: Der taiwanische Chipkonzern TSMC will ein Werk in der sächsischen Landeshauptstadt aufbauen. Zehn Milliarden Euro sollen investiert werden.
Der taiwanische Chipkonzern TSMC baut in Dresden eine neue Halbleiter-Fabrik. Das Führungsgremium habe grünes Licht für eine Milliardeninvestition gegeben, teilte TSMC am Dienstag mit. Das Werk soll gemeinsam mit Bosch, Infineon und NXP gebaut werden.
Ziel ist es, eine moderne 300-Millimeter-Fabrik zur Halbleiterfertigung aufzubauen, um den zukünftigen Kapazitätsbedarf der schnell wachsenden Automobil- und Industriesektoren decken zu können.
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Pressemitteilung der beteiligten Unternehmen
Die sächsische Regierung begrüßte die Entscheidung als "gute Nachricht". Zusammen mit der Entscheidung von Intel für Magdeburg und der Erweiterung von Infineon in Dresden werde diese Ansiedlung der regionalen Entwicklung in Mitteldeutschland einen gewaltigen Schub verleihen, erklärte Sachsens Landesminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt (CDU). Profitieren werde die gesamte europäische Wirtschaft. Europa müsse unabhängiger werden von außereuropäischen Zulieferern.
2.000 Jobs für Dresden
Die Entscheidung aus Taiwan ist ein großer Erfolg für die Region, bekräftigt Steffi Moritz-Möller aus dem ZDF-Landesstudio in Sachsen. Bis Ende 2027 sollen dort 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Um die dafür benötigten Fachkräfte zu finden und zu fördern, soll zudem ein gemeinsames Ausbildungszentrum in Sachsen eingerichtet werden.
Die Industrie ist auf Halbleiter angewiesen:
Die geplante Fabrik soll eine monatliche Fertigungskapazität von 40.000 sogenannten Wafern haben, die Chips in der Größenordnung von 22 bis 28 Nanometern und zwölf bis 16 Nanometern enthalten. Das Joint Venture mit dem Namen ESMC wolle in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 mit dem Bau der Fabrik beginnen und die Fertigung Ende 2027 aufnehmen. TSMC wird 70 Prozent am geplanten Joint Venture halten. Bosch, Infineon und NXP werden mit jeweils zehn Prozent beteiligt sein.
EU-Kommission muss Investitionen zustimmen
Die endgültige Höhe der Investition werde entschieden, wenn es Klarheit über die staatliche Förderung des Projekts gebe. Zuvor war von Subventionen des Bundes von bis zu fünf Milliarden Euro die Rede, denen aber die EU-Kommission zustimmen muss.
Schon im ZDF-Sommerinterview hat Habeck Milliarden für Halbleiter versprochen
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im ZDFheute-Interview: Bund und Länder fördern die Halbleiterindustrie in Deutschland mit vier Milliarden Euro.08.06.2023 | 4:04 min
Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck begrüßte die Investion ebenfalls: Mit TSMC komme ein weiterer Global Player der Halbleiterbranche nach Deutschland.
Das zeigt: Deutschland ist ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Standort, gerade auch bei Schlüsseltechnologien wie der Mikroelektronik.
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Robert Habeck, Bundeswirtschaftsminister
Der Minister versicherte in einer Pressemitteilung, dass man nun daran arbeite, die Rahmenbedingungen für ähnliche Großinvestitionen weiter zu verbessern. Genehmigungsverfahren sollten beschleunigt und Bürokratie abgebaut werden.
Das Vorhaben in Dresden werde die Ampel im Rahmen des European Chips Act unterstützen. Deutschland stehe als Investitionsstandort im internationalen Wettbewerb, deshalb sei schnelles Handeln wichtig, teilte Habeck mit. "Daher haben wir einen beschleunigten Beginn für das Projekt ermöglicht."
Auch in Magdeburg wird eine Chipfabrik errichtet:
Die EU-Staaten wollen sich bei der Chipproduktion unabhängiger von Asien und den USA machen, die Firmen wiederum wollen mit Investitionen in Europa und den USA ihrerseits die Sicherheit der Lieferketten erhöhen. Zuletzt hatte der US-Konzern Intel nach langen Verhandlungen den Zuschlag für den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg gegeben.
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