Ex-Premier Italiens gestorben:Trauer um Berlusconi: "Vor allem ein Kämpfer"
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Nach Berlusconis Tod drücken Politiker weltweit ihr Beileid aus. Ob "großer Kämpfer" oder "keine einfache politische Persönlichkeit" - er hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Weltweit würdigen Spitzenpolitiker den verstorbenen Silvio Berlusconi als einen der wichtigsten Protagonisten des Landes der vergangenen Jahrzehnte. Der ehemalige Regierungschef sei "vor allem ein Kämpfer" gewesen, sagte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Meloni bildet gemeinsam mit Berlusconis konservativer Partei Forza Italia und der populistischen Lega von Matteo Salvini eine Rechts-Rechts-Mitte-Koalition in Rom. "Heute verabschieden wir einen großen Italiener. Einen der größten aller Zeiten, in allen Bereichen, aus allen Blickwinkeln, unvergleichlich", twitterte Salvini.
Staatspräsident Sergio Mattarella nannte Berlusconi einen "großen politischen Anführer", der italienische Geschichte geschrieben habe.
Auch Rivalen würdigen Bedeutung von Berlusconi
Auch die politischen Rivalen würdigten die Leistung des zeitlebens umstrittenen Politikers und Unternehmers. "Silvio Berlusconi hat Geschichte geschrieben in diesem Land", sagte Matteo Renzi, einst sozialdemokratischer Ministerpräsident und heute Chef der Zentrumspartei Italia Viva.
Aber alle müssten anerkennen, dass sein Einfluss etwa auf das politische und wirtschaftliche Leben beispiellos gewesen sei.
Macron: Berlusconi prägte Italien über Jahrzehnte
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte Berlusconi bei einem Besuch in Paris:
Berlusconi sei ein großer Unternehmer und eine wichtige Figur im zeitgenössischen Italien gewesen. In einer Mitteilung des Élyséepalastes hieß es, Berlusconi sei Frankreich verbunden gewesen und habe die intensive Beziehung zwischen Frankreich und Italien bekräftigt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schreib auf Twitter, sie sei "traurig über die Nachricht vom Tod" Berlusconis. Er habe Italien "in einer Zeit des politischen Wandels geführt und seitdem sein geliebtes Land weiter geprägt". Sie spreche seiner Familie und dem italienischen Volk ihr Beileid aus.
Tweet von Ursula von der Leyen
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Papst: Berlusconi prägte Politik mit "energischem Talent"
Auch Papst Franziskus ließ seine Anteilnahme ausdrücken. Er bekunde der Familie seine Nähe, bete um ewigen Frieden für den Verstorbenen und um Trost für die Trauernden, heißt es in einem Telegramm an Berlusconis Tochter Maria Elvira am Montag.
Unterzeichnet wurde es von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Bezeichnet wird Berlusconi darin als "Protagonist des politischen Lebens Italiens, der mit energischem Temperament öffentliche Verantwortung trug".
Putin trauert um Tod von "wahrem Freund"
Der russische Präsident Wladimir Putin beklagte Berlusconis Tod als "unwiederbringlichen Verlust" und "großen Schmerz".
Er habe immer Berlusconis "Weisheit" bewundert sowie seine Fähigkeit, "selbst in schwierigsten Situationen weitsichtige Entscheidungen zu treffen", so Putin. Berlusconi und Putin stellten ihre Männerfreundschaft immer wieder öffentlich zur Schau. Sie verbrachten beispielsweise gemeinsame Urlaube.
"Großer Kämpfer" und "keine einfache politische Persönlichkeit"
Auch aus Deutschland gab es Reaktionen: "Wenn ein Mensch stirbt, ist man immer traurig. So geht es mir zumindest", sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai. "Aber der Politiker Berlusconi war keine einfache politische Persönlichkeit."
Auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban würdigte Berlusconi als "großen Kämpfer".
Orban würdigt Berlusconi
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Ungarns rechtsnationaler Regierungschef gilt als Verbündeter der seit Oktober amtierenden Regierung Italiens unter der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
Quelle: dpa, AFP, KNA