Skibergsteigen bei Olympia: Spannung wie beim Biathlon
Neue Sportart bei Olympia 2026:Skibergsteigen: Spannung wie beim Biathlon
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Skibergsteigen feiert 2026 Olympia-Premiere. Tatjana Paller ist eine der Besten dieser bald jüngsten olympischen Sportart. Sie setzt auf ein Spannungspotenzial wie beim Biathlon.
Tatjana Paller zählt zum Olympia-Kader des Skimo Team Deutschland
Quelle: dpa
Bei den Skibergsteigern steht längst alles im Zeichen der olympischen Premiere bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026. Die 29 Jahre alte Tatjana Paller gehört zu den Besten in dieser Sportart, zuletzt feierte sie mit Bronze bei der WM ihren bislang größten Erfolg.
Die Aufmerksamkeit, die man durch Olympia bekommt, ist schon krass.
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Skibergsteigerin Tatjana Paller
Sie versuche, "das bewusst zu genießen - wer weiß, ob es noch mal so sein wird", so Paller.
Das Skimo - das ist die Kurzform der Bezeichnung Ski Mountaineering - hat den Ursprung im traditionellen Skitourengehen. "Aber bei uns gibt es natürlich kein gemütliches Gipfelbrot", sagt Paller. Denn im Wettkampf heißt es, oben angekommen schnell Felle von den Skiern abziehen und den Hang hinunterfahren.
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Nach Skitouren-Boom: Zwei Disziplinen bei Olympia
Skitourengehen boomt. Laut Schätzung des Deutschen Alpenvereins (DAV) gehen hierzulande 600.000 Leute auf Skitouren, die Zahl der Aktiven habe sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Immer mehr steigen mit Fellen unterlegten Skiern seitlich der präparierten Pisten den Berg hoch. Ähnliche Trends gibt es in Ländern wie Österreich und der Schweiz. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) reagierte und nahm die Sportart mit zwei Disziplinen - Sprint und Teamevent - ins Programm. Diese finden bei Olympia 2026 in Bormio auf dem Schlussteil der berühmten Stelvio-Abfahrt statt.
Im Sprint müssen die Athletinnen und Athleten einen Hang hinauf, teils auf Skiern, teils mit den Skiern auf dem Rücken festgeschnallt. Oben angekommen werden die Spezialfelle von den Skiern gezogen und die Abfahrt ins Ziel steht an.
In der Teamstaffel absolvieren eine Frau und ein Mann jeweils zweimal diesen Parcours. Paller und ihr Partner Finn Hösch haben beste Chancen, sowohl im Teamevent als auch in den Einzel-Sprints bei den Winterspielen dabei zu sein.
Tatjana Paller beim WM-Sprint Anfang März in Morgins, Schweiz
Quelle: AFP
Spannungspotenzial wie beim Biathlon
Paller vergleicht den Spannungsmoment ihrer Sportart mit Biathlon. Dort kann man zwar ein guter Langläufer sein, sich am Schießstand aber buchstäblich viel verballern. Im Skibergsteigen sind laut Paller die Wechsel mit dem An- und Abschnallen der Skier Momente, bei denen einiges schiefgehen kann.
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Ähnlich wie die Biathleten hoffen auch die Skibergsteiger, bei Olympia durch ihre knackigen Disziplinen attraktive Events zu zeigen. So ist die Königsdisziplin, das Individual, nicht im Olympia-Programm. Dort haben Sportler mehrere Aufstiege, Abfahrten und Tragepassagen zu bewältigen. "Dies bildet das klassische Skitourengehen ab", schildert der deutsche Bundestrainer Maximilian Wittwer. Für das Fernsehen sind solche Events, die meist eineinhalb Stunden dauern, aber schwierig aufzubereiten. In den Olympia-Disziplinen werden die Runden nur jeweils wenige Minuten dauern.
Traditionalisten sind indes nicht begeistert. Sie finden, dass sich ihr ursprünglich von Freigeistern geprägter Sport einem IOC-Joch unterwirft. Ähnliche Kritik hatte es schon gegeben, als in der Vergangenheit etwa Snowboarden oder Sportklettern olympisch geworden waren.
Tatjana Paller indes will sich ihren Olympia-Traum erfüllen: Früher war sie Radsportlerin, 2017 sogar U23-Europameisterin auf der Bahn im Punktefahren.
2020 machte sie dann ihr Hobby Skitourengehen zum Beruf Skibergsteigen. Ausdauer, Kondition und Biss hatte sich die Sportsoldatin schon auf dem Rennrad angeeignet.
Bundestrainer hofft auf den Olympia-Schwung
Während die Aktiven um ihr persönlichen Erfolg kämpfen, hofft Bundestrainer Wittwer, dank Olympia die Sportart generell bekannter zu machen. "In Deutschland ist das eine sehr, sehr kleine Gemeinde, die Skibergsteigen leistungssportlich betreibt", schildert er. Gerade mal 16 Sportlerinnen und Sportler sind im Nationalkader. Dahinter gebe es noch einzelne Regionen oder DAV-Sektionen, die die Sportart fördern. "Der Bekanntheitsgrad fehlt, das ist der nächste Schritt", sagt Wittwer. "In den Corona-Jahren gab es einen brutalen Aufschwung beim Skitourengehen", so der Bundestrainer:
Wenn es im Breitensport so viele Interessierte gibt, dann ist der Schritt zum Leistungssport nicht mehr so weit.
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Bundestrainer Maximilian Wittwer
Der Fokus und die große Hoffnung richten sich nun auf den 13. und 15. Februar 2026, wenn die Olympia-Rennen anstehen.
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