Eva von Redecker und Richard David Precht
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Precht - Kapitalismus - Gefahr für die Natur?

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Die Natur ist im Dauerstress, und unser Wirtschaftssystem tut immer noch so, als ob Wachstum unendlich sei. Doch die Ressourcen sind es nicht.

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Kapitalismus - Gefahr für die Natur?
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Die Natur ist im Dauerstress, und unser Wirtschaftssystem tut immer noch so, als ob Wachstum unendlich sei. Doch die Ressourcen sind es nicht.

Ist unsere Art zu wirtschaften, ist der Kapitalismus eine Gefahr für die Natur? Müssen wir ihn sogar abschaffen, um die Umwelt zu retten? Darüber redet Richard David Precht mit der Philosophin Eva von Redecker.

Endloses Wachstum bei begrenzten Ressourcen?

Können die nahezu 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten überhaupt leben, ohne die Natur zu zerstören, fragt Richard David Precht die Philosophin und Tochter eines Landwirts Eva von Redecker. Dazu bedürfe es in Zukunft nicht nur großer Anstrengungen, sondern auch großer Veränderungen in unserer Gesellschaft, so von Redecker. Ein erster wichtiger Schritt: das Hinterfragen unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems, das auf der Basis begrenzter Ressourcen endloses Wachstum betreibe.

Neue Technologien werden sicher das ein oder andere Problem lösen können, doch vor allem unsere Betrachtung der Natur als Eigentum, so von Redecker, muss dringend neu überdacht werden. Hier ist deutlich mehr Verantwortungsgefühl notwendig. Das Pflegen, Teilen und Regenerieren von Naturressourcen müsse die Zerstörung und den Missbrauch von Natur ablösen.

Natur in Privatbesitz?

Wo der kapitalistische Markt herrsche, hätten laut von Redecker Fürsorge und Nachhaltigkeit kaum eine Chance. Höchstens wenn Naturressourcen wie etwa sauberes Trinkwasser zur Mangelware würden, entstünde im Kapitalismus ein lukrativer Markt für diese Naturgüter. Allerdings nur für jene, die es sich dann leisten könnten.

Ein Besitzrecht, dass es erlauben würde, sein Eigentum auch zu zerstören oder zu missbrauchen, sei nicht mehr vereinbar mit einem Naturverständnis, das zukunftsfähig ist. Andererseits könne es möglicherweise sogar besser für die Natur sein, wenn sie jemand besitzt. Denn, so Richard David Precht, die Meere, die außerhalb der 200-Meilenzone niemandem gehören, würden skrupellos zerstört und vergiftet. Besitz in den richtigen Händen, wie zum Beispiel bei den Vereinten Nationen, könnte somit Verantwortung schaffen, die eine Gesellschaft dann auch klar einfordern könnte.

Die größte Herausforderung aber wäre es, ein so effektives System wie den Kapitalismus auszubremsen und in seine Schranken zu weisen, so Eva von Redecker. Wohlstand, Bequemlichkeit und unser unstillbares Konsumbedürfnis bedeuten den Menschen scheinbar immer noch mehr als die Erhaltung der Natur, so Precht. Die Abhängigkeit vom Naturkreislauf, aber auch von dessen Zerstörungskraft ist für die Menschheit aber immer deutlicher zu erfahren.