John Bolton bei Maybrit Illner
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maybrit illner - "Putin wird das Blatt nicht überreizen"

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"Putin wird das Blatt nicht überreizen"
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"Putin wird das Blatt nicht überreizen"

In der ZDF-Sendung „maybrit illner“ erklärt Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton, warum Putin Trumps Zorn vermeiden will und wie er diplomatische Bemühungen lenkt, um geopolitische Ziele zu erreichen.

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"Putin wird das Blatt nicht überreizen"
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In der ZDF-Sendung „maybrit illner“ erklärt Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton, warum Putin Trumps Zorn vermeiden will und wie er diplomatische Bemühungen lenkt, um geopolitische Ziele zu erreichen.

Der russische Präsident Wladimir Putin wird nach Ansicht von Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton nichts tun, was den Zorn Donald Trumps auslösen könnte. Putin wisse, „dass er vorsichtig sein muss und sein Blatt nicht überreizen darf“, so der einstige enge Mitarbeiter des US-Präsidenten am Donnerstag in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Der Kreml-Chef wolle nicht, „dass Trump ihm den Rücken zukehrt“, sagte Bolton und fügte hinzu: „Und das kann durchaus noch passieren.“
Putin kenne „genau die Umstände, in denen er sich befindet“, betonte Bolton. Weder wolle er Trump eine „Peinlichkeit zufügen“ noch die Konzessionen gefährden, die der amerikanische Präsident ihm schon zugestanden hat. Zudem wolle er sicher sein, dass der Prozess so ende, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj „als Schuldiger für einen Fehlschlag dasteht“. Man werde im Laufe der diplomatischen Bemühungen sehen, wer verhandeln und wie lange es dauern werde. „Aber ich glaube, dass die wirklich wichtigen Punkte letztlich von Putin mit Trump besprochen werden wollen.“ Der russische Machthaber gehe davon aus, dass er mit Trump bessere Ergebnisse erzielen könne als mit amerikanischen Diplomaten.
Die Sorge der Europäer, dass sich der US-Präsident von Europa ab- und zu Russland hinwende, teilt der Trump-Experte so nicht. „Ich glaube nicht, dass Trump wirklich weiß, in welche Richtung er sich dreht. Er möchte einfach gute Beziehungen zu seinem Freund Wladimir Putin haben.“ Donald Trump sehe „die Welt durch ein Prisma dessen, was eben Donald Trump zum Vorteil gereicht. Und das sind immer die direkten Beziehungen, die er mit seinem Gegenüber hat“. 
Bolton wiederholte seinen Rat an den möglichen nächsten Kanzler der Bundesrepublik, Friedrich Merz, nicht öffentlich über Europas Bemühungen um mehr Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu sprechen. Dies sei für Trump „eine Entschuldigung, sich aus der Nato zurückzuziehen“. 2018 in Brüssel habe Trump schon einmal vor dieser Entscheidung gestanden. „Er könnte sehr wohl sagen, oh, die Europäer wollen unabhängig sein: Dann macht das. Und das nächste Mal, wenn Ihr von einem militaristischen Feind angegriffen worden seid, sagt uns einfach, wie es ausgegangen ist“, mutmaßte Bolton über die mögliche Reaktion Trumps.
Ausschnitt aus: „maybrit illner“ mit dem Thema „Putin spielt mit Trump – und wer rettet jetzt die Ukraine?“ vom 20. März 2025 im ZDF.