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Wie viel Tod gehört zum Leben? - Der Tod ist mein Job
Wie viel Tod gehört zum Leben?
Der Tod ist mein Job
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Wie viel Tod gehört zum Leben?
Der Tod ist mein Job
- UT6
Lohnt es, sich mehr mit dem Tod zu beschäftigen? Leon Winscheid stellt sich dem Tabu und seinen Berührungsängsten. Er trifft den Influencer und Bestatter Luis Bauer bei der Arbeit an einer Leiche.
Wie viel Tod gehört zum Leben?
Der Tod ist mein Job
- Gesellschaft
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Lohnt es, sich mehr mit dem Tod zu beschäftigen? Leon Winscheid stellt sich dem Tabu und seinen Berührungsängsten. Er trifft den Influencer und Bestatter Luis Bauer bei der Arbeit an einer Leiche.
Aus unserem Alltag ist der Tod hinter verschlossene Türen und auf den Friedhof verdrängt. Wie können wir einen natürlicheren Umgang mit dem Tod lernen? Ist es die Bestattung, die uns hilft, Abschied und Trauer besser zu bewältigen? Diesen Fragen geht Psychologe Leon Windscheid nach.
Den Tod berühren
Im Gegensatz zu den meisten von uns hat dieser Influencer keine Berührungsängste mit dem Tod: Luis Bauer, Jahrgang 2005, gehört zu den jüngsten Bestattern Deutschlands. Leon Windscheid begleitet ihn einen Tag lang bei der Arbeit.
Luis Bauer ist in einer Bestatter-Familie aufgewachsen und hat schon als Vierjähriger neben seinem Vater im Leichenwagen gesessen. Über seinen beruflichen Alltag berichtet er als Influencer ohne Tabus unter anderem auch auf seinem TikTok-Kanal. Leon hilft ihm, eine Verstorbene für ihren letzten Weg vorzubereiten. Eine ungewohnte Rolle, die ihm anfangs schwerfällt. Es ist seine erste Begegnung mit einem Leichnam. Aber er erfährt: je näher er der Toten kommt, umso mehr geht seine anfängliche Angst in Respekt vor dem Tod über.
Angst vor dem Tod ist kulturell bedingt
Im Jahr 2023 starben in Deutschland laut statistischem Bundesamt mehr als eine Million Menschen. Aber kaum jemand in unserer Gesellschaft möchte sich mit dem eigenen oder dem Sterben von Angehörigen auseinandersetzen. Bei eine Sozialexperimnet stellt Leon fest: Vielen ist schon der Blick auf einen leeren Sarg unangenehm. Warum fällt uns das so schwer?
Für die beiden Soziologen Dr. Thorsten Benkel und Matthias Meitzler liegt das vor allem an unserer Sozialisation. Wir wachsen in einer Kultur auf, in der der Tod weitgehend ausgeblendet wird. Gleichzeitig gelten in Deutschland strenge Regeln für Trauerrituale. Dabei wäre es für die beiden Forscher wichtig, neue Rituale finden, gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung.