Bio-Landwirtschaft: Wie Österreich den Bio-Markt anführt
Ökologische Landwirtschaft:Wie Österreich den Bio-Markt anführt
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Bio-Produkte sind in Deutschland wenig beliebt. Die Bundesregierung will das nun ändern. Das Nachbarland Österreich setzt dagegen schon lange auf diese Entwicklung.
27 Prozent der Flächen werden in Österreich mittlerweile ökologisch bewirtschaftet. Wie hat das Land diese Entwicklung geschafft? Gibt es spürbare Ergebnisse in der Ökobilanz?
27.06.2024 | 6:04 min
Derzeit werden nur circa 15 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch genutzt. Eine Entscheidung der Bundesregierung soll das ändern: eine Verdopplung der Fläche auf 30 Prozent ist gewollt - in nur sechs Jahren.
Andere Länder sind diesen Schritt schon vor längerer Zeit gegangen. Österreich gilt als Vorreiter der Biolandwirtschaft innerhalb der EU. Ganze 27 Prozent der Flächen werden dort mittlerweile ökologisch bewirtschaftet.
Ökologische Landwirtschaft in Österreich selbstverständlich
"Als der EU-Beitritt 1995 kam und damit auch Fördermittel des österreichischen Agrarumweltprogramms, war das sehr attraktiv für viele Betriebe", erklärt Susanne Kummer, Agrarwissenschaftlerin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Wien. "Und es kam zu einer Explosion der Zahlen, kann man sagen."
Also wir hatten 1990 circa 1.000 Biobetriebe in Österreich, und dann 1998 waren es knapp 20.000.
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Susanne Kummer, Agrarwissenschaftlerin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Wien
Alfons Balmann vom Leibniz-Institut in Halle beschäftigt sich mit dem Strukturwandel und der Transformationsökonomie in der Landwirtschaft. Nano hat mit ihm gesprochen.15.01.2024 | 5:23 min
Aus Grünlandwirtschaft eine Stärke gemacht
Heute ist ökologische Landwirtschaft in Österreich etwas selbstverständliches. Im Salzburger Land sind über 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe biologisch geführt. Die meisten Höfe dort betreiben Milchproduktion oder Rinderhaltung in Grünlandwirtschaft. Beides ist typisch für das österreichische Erfolgsrezept.
"Die Basis war, dass Österreich zu etwa 50 Prozent aus Grünland besteht. Und in Österreich gibt es eben den Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten regional zu kaufen", erklärt Susanne Kummer. Österreich hat so aus einer vermeintlichen Schwäche, der Dominanz der Grünlandwirtschaft, eine Stärke gemacht.
"Die Kühe, geben uns einfach die Chance, dass wir Grünland und die Almflächen auf den Bergen verwenden können, um Lebensmittel zu produzieren, noch dazu in einer Form, die der guten Tierhaltung entspricht", berichtet Bio-Landwirtin Eike Pokriefe.
Müssen wir unsere Essgewohnheiten gänzlich neu definieren? Oder gibt es Wege, den Genuss an tierischen Produkten zu bewahren und die Umwelt dennoch weniger zu belasten?08.02.2022 | 28:50 min
Vermarktung und Vertrieb sind wichtiger Faktor
Die nachhaltige Nutzung der Grünlandwirtschaft ist nicht die einzige Erklärung für die Vorreiter-Rolle von Österreich im Biolandbau. Auch die Vermarktung und der Vertrieb von Bio-Lebensmitteln verlief anders als in Deutschland.
Abgesehen von der Politik und den Fördermitteln, die verfügbar waren, habe es 1994 die erste Biomarke im Supermarkt gegeben, erläutert Kummer. "Und wenn man sich so anschaut, womit Supermärkte in Österreich Werbung machen, sind es fast ausschließlich die Bio-Linien und die Bioprodukte."
Er bekommt mehr EU-Subventionen als seine konventionellen Kollegen, muss aber auch höhere Auflagen erfüllen. Biobauer Christian Krupp erklärt, warum Bio für ihn die Zukunft ist.
von Claudia Oberst
Ein wichtiger Bestandteil des Ökolandbaus ist der Vertrieb. Dabei werden die großen Konzerne in der Regel nicht eingebunden. Stattdessen werden die Produkte direkt an Endkunden und die Gastronomie verkauft.
Vermarktung und Vertrieb sind somit ein Erfolgsrezept der österreichischen Biolandwirtschaft. Auch Exporte von Bio-Lebensmitteln ins Nachbarland Deutschland sichern den österreichischen Biobauern gute und geregelte Einkünfte.
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Möglicher Schutz vor Klimawandel
Aufgrund der anhaltenden Auswirkungen des Klimawandels, wie Starkregen und Trockenheit, müsse man sich in allen Bereichen konsequente Lösungen einfallen lassen, so Susanne Kummer. Die Transformation hin zu einem ökologischen Lebensmittelsystem wäre ihrer Meinung nach der richtige Weg.
Das Umsteuern in diese Richtung beginnt bereits. Der Green Deal der EU ist ein bedeutender Schritt für dieses Unterfangen. Auf diese Weise könnte die Biolandwirtschaft in Zukunft auch Teil der Lösung für die durch den Klimawandel entstehenden Probleme sein.
Die Landwirtschaft steht vor drastischen Veränderungen. Klima- und Biodiversitätskrise erfordern tiefgreifende Reformen. Wie gut sind die bäuerlichen Betriebe vorbereitet?13.10.2022 | 58:10 min
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