Es ist eine beängstigende Vorstellung: Biowaffen aus dem Labor, mithilfe Künstlicher Intelligenz entwickelt. Ist die Menschheit bedroht? Viele warnen vor den neuen Risiken.
Es ist eine Horror-Vorstellung: Bio-Waffen, die mithilfe Künstlicher Intelligenz relativ einfach entwickelt werden können. Viele warnen vor den neuen Risiken.01.11.2023 | 29:04 min
Die sogenannte Künstliche Intelligenz ist so etwas wie eine Zauberkiste: Wer etwas wissen möchte, tippt eine Frage in die Tastatur seines Computers - und das Programm spuckt innerhalb weniger Sekunden eine Antwort aus.
Und diese Antwort hat es in der Regel in sich: Sie ist perfekt formuliert, ergibt fast immer Sinn und könnte auch aus der Feder von Experten udn Expertinnen stammen.
KI - mit unendlich vielen Daten gefüttert
Geht es um gute Sachen, gilt die KI als großer Segen. So lassen sich beispielsweise sehr schwierige Fragen in der Medikamentenforschung mit einem minimalen Aufwand beantworten. Forscher finden das gut.
Möglich ist das, weil die Künstliche Intelligenz von ihren Machern mit unendlich vielen Daten gefüttert wird und dann auch noch in der Lage ist, daraus neues Wissen zu entwickeln.
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Problematisch wird es jedoch, wenn der KI keine "guten" Fragen gestellt werden. Da gibt es viele Möglichkeiten, eine ist beispielsweise: Ist eine KI in der Lage, die Formeln für biologische oder chemische Waffen herzustellen? Oder kann sie gar die Grundkenntnisse für die Entwicklung von Pandemien ausspucken?
Minister Lauterbach sieht Risiken
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist darüber in Sorge. In einem exklusiven ZDF-Interview für das Dokuformat "Die Spur" sagt er, es sei ganz klar, dass man mit den Verfahren von Künstlicher Intelligenz die Entwicklung von Pandemien, menschengemacht, deutlich vorantreiben werde.
Quelle: ZDF/finally
Sehen Sie mehr dazu in der ZDF-Doku "Die Spur" am Mittwoch, 1. November 2023, um 22:45 Uhr im ZDF und schon jetzt in der ZDF Mediathek.
Auch auf die Frage, wie Karl Lauterbach das Risiko einschätzt, dass terroristische Gruppen oder Einzeltäter mithilfe von KI biologische Waffen entwickeln könnten, ist Lauterbach skeptisch:
Ich schätze das Risiko hoch ein. Es ist einfach so, dass die Terrorgruppen sich überlegen werden: Wie kann ich diese Verfahren nutzen?
„
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
Dass die Künstliche Intelligenz auch eine Bedrohung darstellt, davor haben bereits die Entwickler selbst gewarnt. Theoretisch verfüge die KI über das Potenzial, die Welt vernichten zu können. Mit diesem Satz wollten sie auf die möglichen Gefahren hinweisen.
UN-Botschafter Damico: Schnell handeln
Bei den UN in Genf fand im August 2023 eine Sondersitzung dazu statt: Die veraltete Biowaffenkonvention soll überarbeitet werden. Dazu trafen sich Botschafter und Experten fast aus der ganzen Welt. Im Mittelpunkt ihrer Beratungen stand die Frage über die Risiken, die sich durch die neuen Möglichkeiten der Künstliche Intelligenz ergeben.
Die Gefahr sei bereits da, sagt der Vorsitzende der Konferenz, der brasilianische UN-Botschafter Flavio Damico im Gespräch mit ZDF-Autorin Greta Buschhaus. "Wir müssen uns also wirklich beeilen und versuchen, uns nicht erst später, sondern so schnell wie möglich darum zu kümmern."
Die UN wollen die Staaten sensibilisieren, das Thema ernst zu nehmen, und sie unterstützen. Flavio Damico sagt: "Wir müssen mit den Staaten zusammenarbeiten."
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Ethikrat: Nicht alle Informationen in die Welt setzen
Auch der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich mit diesem Thema. Die Frage ist: Muss wirklich auch immer alles veröffentlicht werden, was technisch möglich ist? Die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, hat dazu eine klare Haltung. Wissenschaftler hätten die Verantwortung, nicht alle Informationen in die Welt zu setzen.
Mit der KI könne man die tollsten Sachen machen, so Alena Buyx, man könne neue Krebsmedikamente ganz schnell herausfinden und mit der gleichen Technologie könnten ganz giftige Biowaffen entworfen werden. Man müsse darauf achten, so Alena Buyx, dass man "nicht das Kochrezept für bösartige Dinge in die Welt setzt".
Aber auch die Politiker und Politikerinnen seien jetzt gefordert, appelliert Minister Lauterbach: Die Politik stehe jetzt in der Verantwortung. Sie müsse Vorgaben machen, die von den Entwicklern beachtet werden müssten. Und auf die Frage, ob das noch rechtzeitig geschehe, sagt Lauterbach: "Ja, es wird schnell gearbeitet und das Thema ist klar erkannt."
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