Leverkusen scheidet gegen Bayern aus: Was gefehlt hat

    Analyse

    Bayer scheidet gegen Bayern aus:Was Leverkusen abhandengekommen ist

    Tim-Julian Schneider
    von Tim-Julian Schneider, Leverkusen
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    Die nächste klare Niederlage gegen den FC Bayern: Was Leverkusen in den letzten Wochen abhandengekommen ist und worauf die Werkself aufbauen muss.

    Jonathan Tah
    Leverkusen-Spieler Jonathan Tah ist nach der nächsten Niederlage gegen Bayern gefrustet.
    Quelle: ddp

    Man kann Bayer Leverkusen nicht vorwerfen, nicht beherzt in das Rückspiel gegen den FC Bayern München gegangen zu sein. Doch vielleicht ist das gleichzeitig die bitterste Erkenntnis: Dass trotz einer engagierten Leistung nach dem 0:3 im Hinspiel zu keinem Zeitpunkt des Spiels ein Wunder auch nur ansatzweise in der Luft lag. Der Gesamt-Verlauf der zwei Partien dürfte Fans, Spieler und Verantwortliche ernüchtert zurücklassen.

    Unser Niveau und das des FC Bayern ist ein anderes.

    Xabi Alonso, Trainer von Bayer Leverkusen

    Beim Rückspiel, das letztlich mit 0:2 verloren ging, versuchte es das Team von Trainer Xabi Alonso wie erwartet mit einer hohen Pressinglinie. Und auch wenn der Gastgeber mit optischer Überlegenheit begann, fehlten die klaren Chancen, um die Bayern wirklich vor Probleme zu stellen.
    Gefährlich wurde es lediglich, wenn hohe Bälle Stürmer Patrik Schick als Abnehmer fanden. Eine wirklich glasklare Torchance konnte sich allerdings auch der Tscheche nicht erspielen. "Wir haben das Momentum nicht erreicht", konstatierte Alonso.
    Bayer Leverkusens Mittelfeldspieler (Nr. 10) Florian Wirtz (C) wird von Bayern Münchens Verteidiger (Nr. 02) Dayot Upamecano gefoult.
    Schon in der ersten Partie gewannen die Bayern in München klar mit 3:0 - die Highlights im Video.05.03.2025 | 2:59 min

    Individuelle Fehler brechen Bayer das Genick

    Ausgerechnet Schick, der im Hinspiel noch in der Startelf gefehlt hatte, war es dann, der durch einen individuellen Fehler nach einem Kimmich-Freistoß den Rückstand für Leverkusen verschuldete. Einen in die Mitte gelöffelten Ball konnte der Tscheche unbedrängt nicht klären, sein Stürmer-Kollege auf Bayern-Seite Harry Kane staubte ab.
    Das Muster der geschenkten Tore hatte Leverkusen schon im Hinspiel das Genick gebrochen und sorgte auch in diesem Fall dafür, dass selbst die hartgesottensten Optimisten unter dem Bayer-Kreuz wohl nicht mehr ans viel zitierte Wunder geglaubt haben dürfen.

    Bayern reifer und abgezockter als Leverkusen

    Diese Summe an Fehlern war jedoch nur ein Faktor auf dem Weg zu zwei klaren Niederlagen gegen die Bayern, die in beiden Fällen auch hätten noch höher ausfallen können. Während die Münchner eiskalt die Schwächen des Gegners ausnutzen, fehlt Leverkusen mittlerweile der Glaube an die eigene Stärke, jedes Spiel und jedes Ergebnis noch irgendwie umbiegen zu können. Die Qualität, die diese Mannschaft in der Double-Saison ausgezeichnet hat und die Gegner zur Verzweiflung trieb, ist abhandengekommen.
    Leverkusens Florian Wirtz und Bremens Mitchell Weiser kämpfen um den Ball beim SPiel am 08.03.2025.
    Ausgerechnet in Leverkusen endet Werders Serie von fünf Niederlagen in Folge. Die Bremer gewannen mit 2:0 beim Meister, der sich zudem Sorgen um Florian Wirtz machen muss.10.03.2025 | 9:11 min
    Zweifellos fehlte im Rückspiel durch die Verletzung von Florian Wirtz eine unnachahmliche Qualität im Spiel der Leverkusener. Das deutsche Top-Talent ist nicht 1:1 zu ersetzen. Aber auch mit Wirtz musste man in den letzten Wochen konstatieren, dass die Mannschaft in die erste wirkliche Krise unter Alonso geschlittert ist und zwei Titel aufgrund eigener Fehler und mangelnder Durchschlagskraft verspielt hat. Es wird nun die Hauptaufgabe für den Spanier sein, diese Punkte anzugehen, um die restlichen Saisonziele nicht vollends zu verspielen.

    Was Leverkusen Mut machen könnte

    Was man gegen München zumindest nicht sehen konnte, war eine Mannschaft, die sich nach den Nackenschlägen der Gegentore aufgab und in ihre Einzelteile zerfiel. Bayer suchte weiter den Weg nach vorne, ließ dabei logischerweise Konter zu, aber warf sich auch nach dem 0:2 noch in jeden Zweikampf. Die Einstellung passte, wie auch Trainer Alonso nach dem Spiel hervorhob.
    Gepaart mit der zweifellos immer noch vorhandenen Qualität kann das ein wichtiger Faktor dabei werden, die restlichen Saisonziele zu erreichen: den Titelgewinn im DFB-Pokal und sich als zweite Kraft im deutschen Fußball zu behaupten. Nicht mehr. Und nicht weniger.
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    Quelle: Reuters

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