Wäsche richtig waschen: Tipps für Dosierung und Programm
Tipps für Dosierung und Programm:Wäsche waschen, Umwelt und Geldbeutel schonen
von Luca Kissel und Franziska Laßotta
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Wer umweltbewusst waschen will, sollte nicht nur auf das Waschmittel achten. Vor allem auf einen Punkt kommt es an. Und damit lässt sich auch noch Geld sparen.
Haben Sie schon einmal Ihre Routinen beim Wäschewaschen hinterfragt? Im Internet finden sich allerhand Empfehlungen, um nachhaltiger zu waschen und dabei Geld zu sparen. Doch wie nützlich sind die Tipps?26.02.2024 | 5:27 min
Die Auswahl an Waschmitteln - ob Pulver, Flüssigkeit oder Kapsel - ist immens und stellt Konsumenten oft vor eine Herausforderung. Worauf muss man noch achten, um beim Waschen auch die Umwelt zu schonen?
Worauf kommt es beim Waschmittel an?
Marcus Gast, Experte beim Umweltbundesamt, bietet Orientierung für effizientes und umweltfreundliches Wäschewaschen. Er empfiehlt vorrangig Waschpulver für den besten Wascheffekt. Für spezielle Anforderungen wie Buntwäsche, Vollwäsche oder Textilien aus Wolle und Seide rät Gast zu entsprechenden Waschmitteln. Diese sind darauf ausgerichtet, die Farben zu erhalten und empfindliche Materialien schonend zu reinigen.
Flüssigvollwaschmittel und Universalwaschmittelkapseln enthalten häufig optische Aufheller. In der Vergangenheit sei vereinzelt Mikroplastik nachweisbar gewesen. Doch damit dürfte bald ganz Schluss sein, wie Gast betont: "Mikroplastik wird in den kommenden Jahren in der EU ohnehin in Waschmitteln verboten werden, entsprechend handelt es sich um ein endliches Thema."
Waschmittelarten im Vergleich
Günstig, meist ohne Konservierungsstoffe und Mikroplastik, kann jedoch Rückstände hinterlassen.
Vergleichbare Waschleistung wie Pulver, enthält jedoch Konservierungsstoffe und möglicherweise Mikroplastik.
Keine individuelle Dosierung möglich, oft überdosiert und teurer als nicht dosierte Produkte.
Der Waschball besteht aus Plastik oder Kautschuk und enthält Keramikkugeln, die den Schmutz durch Reibung aus den Textilfasern lösen. Er wird zur Wäsche in die Trommel gelegt - laut Hersteller ohne zusätzliches Waschmittel. Experte Marcus Gast empfiehlt dennoch die Zugabe von Waschmittel, erst durch die Tenside im klassischen Waschmittel könne das Wasser wirklich mit den Fasern reagieren.
Beim Waschball weist Gast auf die Gefahr hin, dass die Mechanik der Kugeln Textilien, aber auch die Waschmaschine selbst schneller abnutzen könne.
Waschmittel ist leicht selbst herzustellen. Doch Marcus Gast vom Umweltbundesamt zufolge birgt das auch Tücken, da die Dosierung nicht klar geregelt sei. Außerdem lagere sich Kernseife eher in der Waschmaschine ab und könne die Trommel verkalken.
Wie man auf Nachhaltigkeit achten kann
Für umweltbewusste Verbraucher ist die Wahl von Waschmitteln mit anerkannten Umweltsiegeln, wie dem vom Umweltbundesamt vergebenem Blauen Engel, eine empfehlenswerte Option. Ein wichtiges Vergabekriterium stelle hier auch die Wirksamkeit dar, wie der Experte betont: "Waschmittel, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, müssen neben der Erfüllung hoher Umweltstandards auch eine Waschleistung aufweisen, die mit herkömmlichen Produkten vergleichbar ist."
Siegel für nachhaltiges Waschen
Ein Umweltzeichen der Europäischen Union, das Produkte und Dienstleistungen auszeichnet, welche im Vergleich zu anderen Produkten in der gleichen Produktgruppe eine geringere Umweltbelastung aufweisen.
Es ist das älteste Umweltzeichen Deutschlands und steht für Produkte und Dienstleistungen, die besonders umweltfreundlich sind und gleichzeitig hohe Ansprüche an Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen.
Das NCP-Siegel kennzeichnet Naturkosmetik und naturverwandte Kosmetikprodukte, die nachhaltig produziert werden und strenge Umwelt- und Gesundheitsstandards erfüllen.
Ein international anerkanntes Zertifizierungssiegel, das Produkte auszeichnet, die nach ökologischen und biologischen Standards hergestellt wurden, um Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu fördern.
Ein belgisches Zertifizierungssiegel, das für Produkte steht, die strengen ökologischen Standards entsprechen und in ihrem gesamten Produktionsprozess Umweltschutz und soziale Verantwortung gewährleisten.
Wie stark Waschmittel die Umwelt belastet
Für diejenigen, die bereits mit ihrer Waschmittelwahl zufrieden sind oder sich von der großen Vielfalt überwältigt fühlen, gibt es gute Nachrichten.
Die größte Umweltbelastung durch Chemikalien bei Wasch- und Reinigungsmitteln geht nicht vom Produkt aus, sondern von Fehlern bei der Dosierung.
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Marcus Gast, Umweltbundesamt
Eine korrekte Dosierung werde oftmals vernachlässigt. Indem man die Dosierungsempfehlungen beachtet, könne man der Umwelt effektiver helfen, als sich lediglich auf die Auswahl des Waschmittels zu konzentrieren.
Sprüh, wisch und weg – mehr wollen wir mit unserem Schmutz nicht zu tun haben. Viele Reiniger enthalten jedoch schwer abbaubare Stoffe, die in der Natur landen. Das muss nicht sein.29.08.2024 | 29:45 min
Wäsche oft geringer verschmutzt als gedacht
Die Gründe für diese Fehleinschätzung bei der Dosierung von Waschmitteln sind vielfältig. Häufig dosieren Menschen aus dem Gefühl heraus, ohne eine Dosierungshilfe zu verwenden, oder sie schätzen den Verschmutzungsgrad ihrer Wäsche falsch ein.
Marcus Gast erklärt, dass die meisten Haushaltswäschen heutzutage tatsächlich nur leicht verschmutzt sind. Eine normale Verschmutzung liege beispielsweise bei sichtbaren Flecken von der Gartenarbeit vor. "Selbst die Alltagskleidung von Berufstätigen ist in der Regel nur leicht verschmutzt."
Allgemeine Waschempfehlungen:
Normal verschmutzte Kleidung: üblich bei 40 Grad, aber 30 Grad sind oft ausreichend.
Stark verschmutzte Wäsche: üblich bei 60 Grad, aber 40 Grad können genügen. Moderne Waschmittel entfalten bereits bei 30 Grad ihre volle Waschkraft.
Anspruchslose Wäsche:
Unterwäsche und Socken können bei niedrigeren Temperaturen gewaschen werden.
Desinfektion und besondere Fälle:
Wichtig bei Küchenutensilien und in Haushalten mit erhöhtem Risiko für Infektionskrankheiten (z. B. Magen-Darm-Erkrankungen, Fußpilz, geschwächtes Immunsystem).
In solchen Fällen: Waschen bei 60 Grad mit Vollwaschmittel empfohlen.
Hinweis für gesunde Menschen: Ein intaktes Immunsystem kann mit den Keimen im Haushalt umgehen. Häufiges Waschen bei hohen Temperaturen und mit antibakteriellen Waschzusätzen ist meist nicht erforderlich.
Mit dem richtigen Waschprogramm Ressourcen schonen
Die Entscheidung für ein Eco-Programm bei der Waschmaschine hat positive Auswirkungen auf die Umwelt. Gast erklärt, dass diese Programme zwar längere Laufzeiten als herkömmliche Waschgänge haben, genau darin aber ihr umweltschonender Vorteil liegt.
Das Drehen der Waschtrommel verbraucht deutlich weniger Energie als das Erhitzen des Wassers.
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Marcus Gast, Umweltbundesamt
Er zieht einen Vergleich zum Autofahren: "Wer ständig auf dem Gaspedal steht, mag zwar schneller ans Ziel kommen, verbraucht aber auf der gleichen Strecke mehr Sprit." Daher sind insbesondere Schnellwaschgänge keine Energiesparprogramme, da sie ihre kurze Dauer mit einer höheren Temperatur kompensieren müssten, um das gleiche Waschergebnis zu erzeugen.
Geld auch beim Weichspüler sparen
Auch beim Weichspüler lässt sich einfach Geld sparen - indem man ihn weglässt. "Weichspüler verwenden viele Menschen wegen des Dufts", so Gast. Diese Duftstoffe seien aber nicht gut biologisch abbaubar und belasteten die Gewässer, verweist Gast auch auf die mangelnde Umweltfreundlichkeit der Weichspüler.
Für alle, die gar nicht auf den Duft von Weichspüler verzichten wollen, empfiehlt er Produkte ohne Parfüm. "Da können ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzugegeben werden. Am besten füllt man das erst kurz vor Ende des Programms in die Einlauftrommel."
Durch verringerten Energieverbrauch und die sparsame Dosierung von Waschmittel und Co gewinnen viele Seiten. Das Wäschewaschen wird so zu einem umweltbewussten Ritual, das nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel schont.
Riecht Wäsche muffig, ist meist die Waschmaschine schuld daran. Vor allem Schmutz und Feuchtigkeit bereiten Keimen einen idealen Nährboden. Wie die Waschmaschine sauber bleibt.
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