Tipps gegen hungrige Möwen:Wie man sich gegen räuberische Möwen wehrt
von Michael Wiedemann
|
Sommer, Sonne, Urlaub, Meer - dazu gehören auch immer mehr Möwen, die Touristen dreist das Brötchen oder die Pommestüte aus der Hand klauen. Vier Tipps, wie man sich wehren kann.
Möwen sollte man auf keinen Fall füttern. Denn dadurch lernen sie, dass menschliche Nahrung eine zuverlässige Futterquelle ist. An manchen Urlaubsorten drohen dafür Geldstrafen.
Quelle: dpa
Das Phänomen ist nicht neu, doch Wissenschaftler beobachten, dass sich die "Raubkultur" der Seevögel in den letzten Jahrzehnten immer weiter verbreitet. Dies ist wohl auch eine Folge davon, dass die natürlichen Futterquellen der Möwen - Fische, Krebs- und Weichtiere - kontinuierlich weniger werden.
Essen im Freien wird durch die räuberischen Flugkünstler zu einer Art Spießrutenlauf für viele Urlauber. Doch es gibt auch Möglichkeiten, den frechen Klau zu verhindern.
Egal ob an Ostsee oder Nordsee - kaum ein Fischbrötchen ist vor Möwen sicher. Auf Helgoland und in Warnemünde hat man nun Ideen, wie man den Fischbrötchendieben Herr werden kann.11.07.2024 | 1:59 min
Tipp 1: Möwen nicht füttern
So elegant sie auch fliegen und so sehr sie für viele zu einem echten Urlaubsgefühl dazu gehören - Möwen sollte man auf keinen Fall füttern. Denn dadurch lernen sie schnell, dass menschliche Nahrung für sie eine zuverlässige - wenn auch nicht besonders gesunde - Futterquelle sein kann.
Auf Sylt und an mehrere Ostseebädern wird das Füttern von Möwen mittlerweile mit bis zu 5.000 Euro Bußgeld bestraft.
Regenschirme, Flatterband, Schallwellen, Strafen bis 5.000 Euro fürs Füttern - immer mehr Küstenorte ergreifen Maßnahmen gegen die rabiaten Vögel. Was ist los mit unseren Möwen?
von Julian Prahl
mit Video
Tipp 2: Essen verstauen und richtig entsorgen
Beim Camping, am Strand oder im Garten - Essen sollte immer in gut verschlossenen Behältern oder Taschen aufbewahrt werden. Bestenfalls so, dass Möwen das Essen gar nicht sehen können.
Achtlos weggeschmissene Essensreste oder offener Müll sind willkommene Gelegenheiten für Möwen, ihren Hunger zu stillen. Und sie gewöhnen die Vögel an diese unnatürlichen Nahrungsquellen.
Tipp 3: Essen nicht unaufmerksam in der Hand halten
Möwen sind perfekte Steuerungskünstler, die gerne achtlos in der Hand gehaltenes Essen von hinten oder der Seite anfliegen und direkt aus der Hand rauben, oder den Besitzer dazu bringen, das Essen fallenzulassen.
Mit einem aufgespannten Schirm, der das gerade am Kiosk erworbene Essen optisch vor den Räubern verbirgt, kann man sicher zu seinem Tisch gelangen. Wenn man schon im Freien essen möchte, sollte man dies bestenfalls in einer Gruppe, sitzend am Tisch, tun.
Möwen erobern Rom: Die Meeresvögel breiten sich in der Stadt aus, zum Ärger der Gäste und Anwohner. Nun will die Stadt dagegen vorgehen - mit dem Einsatz von Wüstenbussarden.02.06.2024 | 1:26 min
Tipp 4: Möwen anstarren
Was sich ein wenig wie Hokuspokus anhört, hat tatsächlich wissenschaftliche Grundlagen. Denn vor einigen Jahren fand Madeleine Goumas von der Universität Exeter in England heraus, dass der konzentrierte Blick auf Möwen bei vielen dieser Tiere zumindest den Zeitraum verlängert, den es braucht, um den Essens-Diebstahl tatsächlich auszuführen. Offensichtlich verhalten sich Möwen anders, wenn sie beobachtet werden.
Möwen haben allerdings wohl auch unterschiedliche Persönlichkeiten. Immerhin waren laut Studie noch rund 25 Prozent der Tiere mutig genug, das Essen trotz bösen Anstarrens zu erbeuten.
Möwen-Attacken auf Fischbrötchen - an den deutschen Stränden ein alltägliches Bild. Die schlauen Vögel klauen dreist unser Essen. Das nervt viele Touristen.07.07.2024 | 28:45 min
Wie hilfreich High-Tech-Methoden gegen Möwen sind
Möwen können nicht nur Menschen, die im Freien speisen, gehörig nerven. Auch für Grundstückseigentümer, Boots- oder Autobesitzer können Möwen Störenfriede sein, die man loswerden möchte - beispielsweise wegen ihres Kots oder aggressiven Brutverhaltens.
Neben den eher hemdsärmeligen Vogelscheuchen in Raubvogel-Ausführungen können dabei auch High-Tech-Geräte wie Ultraschall und Laserstrahlen zum Einsatz kommen. Auch Blitzlichter und Wassersprinkler mit Bewegungsmelder können helfen. Doch einfach wird das nicht.
Wissenschaftler wissen mittlerweile, dass Möwen sich ausgesprochen gut an das Leben mit Menschen anpassen können und insgesamt wenig Angst vor uns haben. Manche Verhaltensforscher glauben, dass die Segelkünstler menschliches Verhalten verstehen - etwa wenn es um unsere Vorlieben bei Nahrung geht.
Michael Wiedemann ist Redakteur der ZDF-Umweltredaktion.
Für Urlauber ist Sylt ein Paradies. Für die Sylter Tierwelt wiederum sind Touristen die Hölle. Damit Möwen, Robben und Co. geschützt sind, passt sogar eine Rangerin auf.
mit Video
Quelle: dpa
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.