Milchprodukte: Wie gesund sind Joghurt, Skyr, Ayran und Co.?

    Milchprodukte im Vergleich:Joghurt, Skyr und Co. im Nährstoff-Check

    von Luisa Herbring
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    Milchprodukte wie Joghurt, Skyr und Quark sind reich an Nährstoffen und gelten als gesund. Doch was genau steckt in ihnen drin und worin unterscheiden sie sich? Ein Überblick.

    Milch und Müsli auf einem Tisch
    Milchprodukte sind dank ihrer Vielfalt als Protein- und Calciumlieferanten sehr beliebt. Wie gesund sind Joghurt, Skyr und Co. und was unterscheidet sie voneinander?
    Quelle: imago/Panthermedia

    In vielen Kühlschränken dürfen Milchprodukte nicht fehlen. Neben klassischem Joghurt und Quark sind mittlerweile auch isländischer Skyr und türkischer Ayran beliebt. Obwohl sie sich in Konsistenz und Geschmack unterscheiden, haben die verschiedenen Produkte eines gemeinsam: Ihre Grundzutat ist Milch.
    Milchprodukte gelten als gesund, denn sie unterstützen die Knochengesundheit und sind wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) liefern Milchprodukte vor allem Eiweiß, Calcium, Vitamin B2 und Jod. Der gesundheitliche Nutzen ist allerdings individuell unterschiedlich. So sollten etwa Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder anderen Ernährungsbedürfnissen die Wahl der Produkte entsprechend anpassen.
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    Joghurt: Positive Wirkung auf die Darmflora und das Immunsystem

    Joghurt wird aus Milch und Milchsäurebakterien hergestellt. Sie wandeln Milchzucker (Lactose) in Milchsäure um. Dabei entsteht der typisch säuerliche Geschmack von Joghurt. Die enthaltenen lebenden Bakterien unterstützen die Darmflora und das Immunsystem. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich zwei Portionen Milchprodukte zu sich zu nehmen. Eine Portion entspricht dabei beispielweise 150 Gramm Joghurt.
    Im Supermarktregal findet man Joghurt mit verschiedenen Fettgehalten. Grundsätzlich gilt: Je höher der Fettgehalt, desto cremiger die Konsistenz. Ein übermäßiger Konsum fettreicher Varianten kann jedoch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie den Cholesterinspiegel erhöhen. Menschen mit entsprechenden gesundheitlichen Problemen können alternativ zu fettreduzierten Varianten greifen.

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    Speisequark: Gut für den Muskelaufbau und Muskelerhalt

    Speisequark gibt es in verschiedenen Fettstufen. Bei weniger als zehn Prozent Fett spricht man von Magerquark. Quark mit mehr als zehn Prozent gehört zur Halbfett- und mit mehr als 20 Prozent zur Fettstufe.
    Speisequark ist ein guter Proteinlieferant. Besonders Schwangere mit ihrem erhöhten Bedarf profitieren davon. Doch auch generell sei es wichtig, proteinreiche Milchprodukte zu sich zu nehmen, wie Ernährungsexpertin Antje Gal von der DGE erklärt.

    Diese Milchprodukte enthalten gut verfügbares Eiweiß, das für den Muskelaufbau und -erhalt unverzichtbar ist.

    Antje Gal, Ernährungsexpertin, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

    Es sei durchaus sinnvoll, natürliche proteinreiche Lebensmittel zu verzehren, statt speziell mit Protein angereicherte Produkte, ergänzt die DGE-Ernährungsexpertin.
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    Skyr: Guter Proteinlieferant mit wenig Fett

    Nicht mehr aus den Kühlregalen wegzudenken ist Skyr aus Kuh- oder Schafsmilch. Die Masse ist fester und cremiger als die von Joghurt, geschmacklich ist Skyr säuerlicher als Quark.
    Aufgrund des hohen Proteingehalts und geringen Fettanteils ist Skyr besonders bei Sportlern beliebt. Ähnlich wie Quark wird Skyr mit Lab und Milchsäurebakterien hergestellt.

    Speisequark wird aus pasteurisierter Magermilch hergestellt. Wie bei Joghurt wandeln Säuerungskulturen Lactose in Milchsäure um. Darüber hinaus setzen manche Hersteller Lab ein. Lab kann mikrobiellen Ursprungs sein, bestehend aus Pilzen und Bakterien. Ist es tierischen Ursprungs, besteht es aus einem Mix aus Enzymen, die aus den Mägen von Kälbern, Ziegen oder Schafen stammen. Lab sorgt dafür, dass Milch gerinnt - man spricht auch vom "Dicklegen". Auch bei der Herstellung von Skyr kommt oft Lab zum Einsatz.

    Ayran: Beliebtes Erfrischungsgetränk

    Ayran gilt als "Nationalgetränk" der Türkei und wird traditionell zu scharfem Essen serviert, denn das Fett bindet scharfe Stoffe im Mund. Beliebt ist es als Stärkung nach dem Sport. Laut Verbraucherzentrale Bayern hilft das salzige Joghurtgetränk, den Salzhaushalt auszugleichen.
    Der Joghurtdrink besteht aus vollfettem Schafs- oder Kuhmilchjoghurt sowie Wasser und einer Prise Salz. Manche Hersteller ersetzen Wasser durch Milchpermeat - eine Flüssigkeit, die entsteht, nachdem Milcheiweiß und -fett abgefiltert wurden.
    Sebastian Lege lehnt über einem Tisch und hält dabei einen Bananendrink in der Hand. Vor ihm stehen diverse Konkurrenzprodukte.
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    Bei pflanzlichen Alternativen auf Nährstoffe achten

    Für Milchprodukte gibt es mittlerweile eine große Auswahl an pflanzlichen Alternativen. Da sie andere Zusammensetzungen haben, können die Nährstoffe variieren.
    Einige Hersteller fügen ihren Produkten Calcium, Vitamin B2 und Jod hinzu. Ein Blick auf die Zutaten- und Nährwertangaben lohnt sich.

    Nährwerte nach Angaben der DGE, je 100 Gramm





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    Quelle: dpa

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