Problematischer Plastik-Ersatz:Giftige Chemikalien im Papier-Trinkhalm
von Kaja Adchayan
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Trinkhalme aus Papier enthalten teilweise giftige Harze, die in die Getränke übergehen können. Glas oder Edelstahl können Alternativen sein.
Das Gefühl aus einem Papier-Trinkhalm zu trinken, ist für viele gewöhnungsbedürftig. Die Halme werden schnell weich und haben oftmals einen pappigen Eigengeschmack. Doch nicht nur das: Mehrere Untersuchungen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Papier-Trinkhalme krebserregende Stoffe enthalten, die bei längerer Benutzung in Lebensmittel übergehen können.
Der Grund: Damit die Halme im Getränk möglichst lange stabil bleiben, nutzen manche Hersteller Epichlorhydrinharz. Dieses Nassverfestigungsmittel kann mit gesundheitsschädigenden Chlorpropanolen verunreinigt sein.
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von Matthias Nick
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Chlorpropanole werden nur sehr langsam abgebaut
Die Stoffe sind nicht nur schädlich für den Menschen, sondern auch für die Umwelt, da sie nur sehr langsam abgebaut werden können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiß um die Rückstände dieser Stoffe, die in Lebensmittel gelangen können, und hat deshalb Richtwerte aufgestellt. Wenn man sich bei der Herstellung an die Vorgaben halte, bestünden nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, erklärt das BfR.
... wurden auch schon in stark geröstetem Toastbrot, Sojasaucen und in der Rinde von Brot nachgewiesen. Der Schadstoff kann entstehen, wenn fett- und salzhaltige Lebensmittel bei der Verarbeitung und Herstellung hohen Temperaturen ausgesetzt sind.
Richtwerte 2022 häufiger eingehalten
In der Praxis sah das vor einigen Jahren noch anders aus: Frühere Untersuchungen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes Nordrhein-Westfalen (CVUÄ) hatten zwischen 2018 und 2020 gezeigt, dass überdurchschnittlich viele Trinkhalme die Richtwerte des BfR für Chlorpropanol überschritten hatten.
In einer Untersuchung aus dem Jahr 2022 hat das Amt eine Verbesserung festgestellt, deutlich weniger Halme wiesen Auffälligkeiten auf. "Demnach scheinen die schwerpunktmäßigen Untersuchungen auf Chlorpropanole der letzten Jahre einen positiven Beitrag zu einer höheren Qualität und Sicherheit dieser Produkte geleistet zu haben", schreibt das CVUÄ.
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Verbraucherschützer sehen Verbesserungsbedarf
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen begrüßt diese Entwicklung, sieht aber noch Verbesserungsbedarf an der ein oder anderen Stelle. "Lebensmittel-Kontaktmaterial aus Papier und Pappe muss noch sicherer werden", sagt Kerstin Effers, Referentin Umwelt und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Der Europäische Verbraucherverband BEUC mit Sitz in Brüssel sieht das ähnlich. "Die EU muss auch die giftigen Chemikalien in den Alternativen ausmerzen", fordert Generaldirektorin Monique Goyens.
Die Tatsache, dass viele Kunststoffalternativen mit 'ewigen' Chemikalien belastet sind, zeigt leider, dass ein langlebiger Schadstoff durch einen anderen ersetzt wird.
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Es sei Verbrauchertäuschung, wenn auf Einwegprodukten, die langlebige Chemikalien enthalten, grüne Labels wie "natürlich", "biologisch abbaubar" oder "kompostierbar" aufgedruckt werden.
Effers von der Verbraucherzentrale pflichtet dem bei:
Einweg-Produkte werden nicht umweltfreundlicher, wenn sie statt aus Plastik aus Pappe oder Papier sind.
„
Dr. Kerstin Effers, Verbraucherzentrale NRW
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