Prostatakrebs: Symptome erkennen und richtig behandeln
Häufigste Krebsart beim Mann:Wie man Prostatakrebs heute behandeln kann
von Janina Janka
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Prostatakrebs ist oft ein Zufallsbefund. Viele Patienten haben vorher keine oder nur unklare Symptome wie häufigen Harndrang. Was zu tun ist, wenn der Krebs entdeckt wird.
Die Operation mithilfe eines Roboters bei Prostatakrebs gilt als schonend. Sie wird auch bei Edmund Papsthard angewandt. Zunehmende Beschwerden beim Wasserlassen führten ihn zum Urologen - Diagnose: Prostatakarzinom. 16.09.2024 | 5:07 min
Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes. Sie produziert ein Sekret, das für die Beweglichkeit der Spermien sorgt. Die Diagnosen von Prostatakrebs nehmen seit rund 30 Jahren stetig zu. Das ist vor allem auf den Einsatz neuer Methoden zur Früherkennung zurückzuführen. Jährlich erkranken rund 70.000 Männer neu an einem Prostatakarzinom.
Was sind die ersten Anzeichen von Prostatakrebs?
Die Symptome von Prostatakrebs können sich mit denen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata überschneiden. Letztere ist im Alter völlig normal. Wer anhaltende Probleme beim Wasserlassen hat, nachts häufig Harndrang verspürt oder Blut im Urin bemerkt, sollte zum Arzt gehen. Neben einer familiären Vorbelastung ist das Alter ein weiterer Risikofaktor. Auch Übergewicht und chronische Entzündungen der Prostata spielen eine Rolle, sagt Atiqullah Aziz, Chefarzt der Urologie an der München Klinik Bogenhausen.
Manche wollen die ersten Symptome nicht wahrhaben. Gott sei Dank greift dann oft die Ehefrau ein und sagt, jetzt gehst du aber mal, jetzt lässt du dich untersuchen.
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Prostatakrebs kann anfangs überwacht werden
Wurde Prostatakrebs im Frühstadium diagnostiziert, ist zunächst eine aktive Überwachung (Active Surveillance) möglich. Gemeint ist das Abwarten der Entwicklung des Tumors unter engmaschiger Kontrolle. Diese erfolgt zum Beispiel über den PSA-Wert im Blut oder durch Biopsien. Die aktive Überwachung ist eine gute Option bei Krebs mit niedrigem Risiko. Werden neue Gewebeveränderungen beobachtet, wird umgehend eine Therapie eingeleitet. Studien zeigen, dass die aktive Überwachung nach 15 Jahren ebenso sicher ist wie andere Behandlungsmethoden.
Neben den Untersuchungen sind regelmäßige Gespräche wichtig. Nur dadurch können wir den Patienten ihre Ängste nehmen.
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Priv.-Doz. Dr. Atiqullah Aziz, München Klinik Bogenhausen
Wie Prostatakrebs operiert wird
Bei vielen Patienten überwiegt die Sorge, dass der Tumor wächst. Sie bevorzugen daher eine Operation, bei der das Tumorgewebe entfernt wird. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Tumor noch lokal begrenzt ist. Eine Operation wird heute meist minimalinvasiv durchgeführt, auch mithilfe schonender Roboter-Technik. Anstelle eines langen Damm-Schnittes werden nur kleine Schnitte am Bauch gesetzt. Die vollständige Entfernung der Prostata geht mit hohen Heilungschancen einher. Allerdings muss der Patient mit Nebenwirklungen wie Inkontinenz oder Impotenz rechnen.
Als Beckenboden wird die Muskulatur im Unterleib bezeichnet, die sich zwischen Schambein und Steißbein befindet. Ein spezielles Training dieser Muskulatur hilft gegen Inkontinenz, denn die Schließmuskeln der Harnröhre und der Harnblase werden dadurch gestärkt. Auch Erektionsproblemen kann so entgegengewirkt werden. Wie stark der Beckenboden ist, kann man testen, indem man versucht, den Urinstrahl beim Wasserlassen anzuhalten und wieder loszulassen. Funktioniert das ohne Probleme, ist alles in Ordnung.
Wann Prostatakrebs bestrahlt wird
Neben der Operation gibt es die klassische Strahlentherapie, bei der hochenergetische Strahlung gezielt auf den Tumor gerichtet wird. Neuere Geräte arbeiten äußerst präzise, sodass gesundes Gewebe und die Organe um den Tumor geschont werden. Die Strahlentherapie ist eine wichtige Behandlungsoption für Patienten mit Prostatakrebs. Als Alternative oder in Ergänzung zur Operation bietet sie gute Heilungschancen. Nebenwirkungen können zum Beispiel Haut- und Darmprobleme sein.
Seit einigen Jahren gibt es die sogenannte Prostata-Spezifische-Membran-Antigen-Therapie, kurz PSMA-Therapie oder auch Radioliganden-Therapie. Dabei wird eine radioaktive Substanz in den Körper injiziert, die die Prostatakrebszellen "von innen" bestrahlt. Die Methode wird als letzte Möglichkeit angewendet, wenn andere Therapien nicht mehr wirken oder nicht vertragen werden. Durch die Behandlung kann der Tumor nicht komplett heilen. Aber das Wachstum wird verlangsamt und die Beschwerden werden gelindert.
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Hormone und Medikamente im fortgeschrittenen Stadium
Hat der Krebs schon gestreut, also Metastasen gebildet, gibt es die Möglichkeit einer Hormonentzugstherapie mit Medikamenten. Dadurch wird die Bildung von Testosteron unterdrückt und dessen Wirkung auf das Wachstum der Prostatakrebszellen gehemmt. Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Vergrößerung der Brustdrüsen, Hitzewallungen oder eine Abnahme der Knochendichte sind möglich.
Sprechen die Patienten auf die Hormonentzugstherapie nicht mehr gut an, können auch sogenannte PARP-lnhibitoren gegeben werden. Diese Medikamente stoppen ein bestimmtes Enzym, sodass Krebszellen absterben.
Auch die klassische Chemotherapie wird bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt. Sie erfolgt immer in Kombination mit einer Antihormontherapie.
Quelle: dpa
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