Vorsicht vor Totalverlust:Crowdfunding: Chancen und Risiken für Anleger
von Deborah Gettmann
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Ob für eine Unternehmensgründung oder eine innovative Erfindung - fehlt dafür Kapital, setzen insbesondere Gründer auf Crowdfunding. Doch Anleger sollten vorsichtig sein.
Viele Anleger stellen Unternehmen über Crowdfunding kleine oder größere Geldbeträge zur Verfügung. Die Risiken solcher Investments sind aber hoch.
Quelle: Photocase
Ob Gründer, Start-ups oder andere Unternehmen - wer eine Finanzierung auf die Beine stellen will, ist oft auf Geld von der Bank angewiesen. Verwehrt die einen Kredit, können sogenannte Schwarmfinanzierungen eine Alternative sein.
Das bedeutet, dass viele Menschen mit kleineren Beträgen das benötigte Kapital beisteuern. "Doch hier ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung gefragt", weiß Katharina Lawrence, Referentin für Finanzdienstleistungen von der Verbraucherzentrale Hessen.
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Was ist Crowdfunding?
Ganz allgemein bezeichnet Crowdfunding eine alternative Finanzierungsform. In der Regel werden dafür spezielle Internetplattformen genutzt. Dahinter steckt der Gedanke, dass eine Vielzahl von Anlegern, also die "Crowd", gemeinsam ein Vorhaben finanziert. Neben Unternehmensgründungen oder der Einführung eines neuen Produktes, können das auch ökologische Projekte oder die Erstellung eines Kunstwerkes sein.
Wenn man über eine Geldanlagemöglichkeit sprechen will, würde ich lieber den Begriff Crowdinvesting benutzen als Crowdfunding.
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Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen
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Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting
Die Begriffe Crowdfunding und Crowdinvesting werden häufig synonym verwendet. Doch Katharina Lawrence erklärt, dass beim eigentlichen Crowdfunding Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitraums Geld spenden, ohne dafür eine nennenswerte Gegenleistung zu erwarten.
Beim Crowdinvestment hingegen verwenden Unternehmen das Geld, um Finanzierungslücken für teils risikoreiche Projekte zu schließen. Im Gegenzug sollen die Geldgeber entweder an zukünftigen Gewinnen beteiligt werden oder Unternehmensanteile in Form von Wertpapieren erhalten. Das ist aber nur der Fall, wenn auch tatsächlich Gewinne erzielt werden.
Crowdinvestment-Anlagen sind am geregelten Markt nicht handelbar. Wer seine Anlage verkaufen will, kann das auf speziellen Plattformen versuchen. Der Erfolg ist jedoch ungewiss.
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Crowdinvesting als Geldanlage
Wer sein Geld via Crowdinvesting anlegen möchte, findet dazu entsprechende Online-Plattformen von Dienstleistern. Das Unternehmen, das eine Finanzierung sucht, präsentiert dort seine Geschäftsidee. Es legt außerdem fest, bis wann welche Summe benötigt wird.
Wird das Mindestziel nicht erreicht, bekommen die bisherigen Unterstützer ihr Geld wieder zurück. Wie Katharina Lawrence weiß, geht es jedoch nicht nur darum Geld einzuwerben. Häufig nutzen Unternehmen die Plattform auch als Marketing-Instrument, um auf sich aufmerksam zu machen.
Oberstes Gebot ist: Man sollte sich als Anleger nicht von Emotionen oder Bildern leiten lassen.
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Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen
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Geldanlage per Crowdinvestment oft risikoreich
Viele Anleger reizt die Vorstellung, schon mit kleinen Investitionen satte Gewinne einzufahren. "Doch im Vorfeld sollten wichtige Fragen geklärt werden", rät Katharina Lawrence. Wie realistisch ist eine Umsetzung des Projektes? Wie ist es um die Bonität des Unternehmens bestellt? Das ist entscheidend, weil Geldgeber beim Crowdinvestment in der Regel ein sogenanntes Nachrangdarlehen gewähren.
Das bedeutet: Muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, kann das angelegte Geld zunächst nicht eingefordert werden. Möglich ist das erst, wenn vorrangige Gläubiger wie Banken oder Dienstleister ausgezahlt wurden. In einem solchen Fall sind herbe Verluste wahrscheinlich, bis hin zu einem Totalverlust.
Wenn ich meinen Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens geltend mache und dadurch das Unternehmen in die Insolvenz schlittern würde, darf ich mein Geld nicht zurückverlangen.
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Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen
Wer über eine Crowdfunding-Plattform in ein Immobilienprojekt investiert, sollte sich darüber klar sein, dass das hinsichtlich der Sicherheit für das eigene Geld etwas ganz anderes ist, als sich ein Eigenheim zu kaufen. Katharina Lawrence erklärt, dass man in solch einem Fall nicht etwa Miteigentümer des Gebäudes wird.
Man gewährt lediglich einen nachrangigen Kredit. Das bedeutet: Scheitert das Projekt, weil das Bauunternehmen beispielsweise zahlungsunfähig wird, erhält man sein investiertes Geld in der Regel nicht zurück und hat keinerlei Sicherheiten in Form von Immobilien-Anteilen. Auch hier droht ein Totalverlust.
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Quelle: dpa
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