U18-Bundestagswahl: Die Linke siegt, Grüne verlieren

    Kinder und Jugendliche wählen:Die Linke bei U18-Bundestagswahl auf Platz 1

    von Laura Ozdoba
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    Demokratie verstehen und den Wert der eigenen Stimme erkennen: Das sind die Ziele bei der U18-Bundestagswahl. Dieses Jahr konnte besonders eine Partei punkten.

    Eine Person gibt bei der Jugendwahl U18 ihre Stimme ab.
    Bei der U-18-Bundestagswahl haben mehr als 160.000 Kinder und Jugendliche in Wahllokalen im ganzen Land ihre Stimme abgegeben. Stärkste Kraft bei der Umfrage ist die Linke.17.02.2025 | 1:51 min
    Zwischen dem 7. und 14. Februar haben 166.443 Kinder und Jugendliche im Rahmen der U18-Bundestagswahl ihre Stimme abgegeben. Das nicht-repräsentative Ergebnis gab der Deutsche Bundesjugendring am Montagmittag bekannt. Demnach geht die Linke mit 20,8 Prozent der Stimmen als Sieger hervor - und kann ihren Stimmanteil damit im Vergleich zu 2021 (7,5 Prozent) nahezu verdreifachen.
    Grafik zur U18-Bundestagswahl: So wählen Kinder und Jugendliche

    Grüne mit starken Verlusten bei U18-Jährigen

    Danach folgen SPD (17,9 Prozent) und CDU/CSU (15,7 Prozent) mit teils leichten Verlusten. Die AfD konnte hingegen um etwa zehn Prozent zulegen. Sie liegt in diesem Jahr bei 15,5 Prozent. Besonders starke Verluste verzeichnen die Grünen. Waren sie 2021 mit gut 21 Prozent noch stärkste Kraft bei den U18-Jährigen, liegen sie mit knapp 12,5 Prozent nun auf Rang fünf.
    Die Fünf-Prozent-Marke nicht erreicht haben die Tierschutzpartei (3,8 Prozent), das BSW (3,4 Prozent) sowie die FDP (3,4 Prozent). Die Ergebnisse der Wahl sind nicht repräsentativ.
    ZDF-Politbarometer
    28 Prozent der Wähler sind noch unsicher, wen sie wählen. Das zeigt das neue ZDF-Politbarometer. Das Interesse an der Wahl ist höher als bei der letzten Bundestagswahl.14.02.2025 | 1:52 min

    Jungen Menschen Demokratie näher bringen

    Bei der U18-Wahl handelt es sich um ein Projekt politischer Bildung, koordiniert vom Deutschen Bundesjugendring. Kinder und Jugendliche sollen sich mit der Demokratie, dem Wahlkampf und ihren Interessen auseinandersetzen.
    Stimmungsbild der Erstwähler
    Bei dieser Bundestagswahl sind rund 2,3 Millionen Erstwähler berechtigt wählen zu gehen. Wovon machen junge Menschen ihre Wahl abhängig? 17.02.2025 | 1:54 min
    Deutschlandweit haben sich knapp 2.000 Wahllokale registriert - meist Jugendeinrichtungen oder Schulen. Beispielsweise auch das Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium in Marzahn-Hellersdorf in Berlin. "Es ist ein tolles Gefühl, weil man merkt, dass man mitentscheiden kann", sagt Achtklässler Ryan, nachdem er sein Kreuz gesetzt hat.
    Und Neuntklässlerin Maimouna erklärt: "Man musste sich ja davor schlau machen und gucken, wen will ich überhaupt wählen? Das war natürlich ein aufwendiger Prozess."

    Aber es ist cool mitzumachen, damit man auch entscheiden kann.

    Maimouna, Neuntklässlerin am Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium in Berlin

    Bundestagswahl 2025
    :Was Erstwähler in Deutschland bewegt

    Gut 2,3 Millionen Menschen dürfen als Erstwähler bei der Bundestagswahl abstimmen. Fünf von ihnen erzählen von ihren Wünschen und Sorgen kurz vor der Wahl.
    von Lisabell Shewafera
    Zwei junge Männer sitzen nebeneinander auf einer Bank und halten ihre Smartphones in den Händen.
    mit Video

    Ziel: Keine Angst vor richtiger Wahl haben

    Das wichtigste Ziel bei der Wahl sei, so Politiklehrer Stefan Schwörer, junge Menschen zu Demokraten zu machen, Wahlerlebnisse vorzubereiten und der Stimme der Jugend Ausdruck zu verleihen.

    Was die Schüler lernen, ist der Ablauf einer Wahl, sodass sie keine Angst haben vor ihrem ersten regulären Wahlerlebnis bei einer richtigen Wahl.

    Stefan Schwörer, Politiklehrer

    Und natürlich stehe im Hintergrund die Information über Politik, über jede Partei und wofür sie sich einsetzen wollen, erklärt Schwörer.
    Junge Wähler und die AfD
    Bei der Europawahl erreichte die AfD 17 Prozent der Stimmen der 16- bis 24-Jährigen in Deutschland. Woran liegt das?17.06.2024 | 5:05 min

    Schüler wünschen sich bessere Bildungspolitik

    Für seine Schüler standen bei der Wahl verschiedene Themen im Mittelpunkt, etwa Wirtschaft, Sozialpolitik oder Bildung.
    "Die Außenpolitik ist für mich sehr wichtig, wie mit den Kriegen umgegangen wird, dass es besser oder auch anders gemacht wird", erklärt ein Neuntklässler. Außerdem wünscht er sich Maßnahmen für die Wirtschaft und, "dass die Umsetzung der Klimaziele wieder stark in Angriff genommen wird".
    VW-Werk Zwickau
    Die schlechte Wirtschaftslage ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Auch die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. Eva-Maria Lemke war in Zwickau, wo die Zukunft des VW-Werkes unsicher ist.17.02.2025 | 4:29 min
    Schülerin Annabell sind Migration, Wirtschaft, Umwelt und Tierschutz wichtig. Und sie findet: "Was sehr cool wäre, wäre, wenn Kinderrechte ins Grundgesetz mit reinkommen."
    Für Neuntklässlerin Lisa geht es viel um Migrationspolitik: "Mir ist es bei manchen Parteien einfach viel zu viel davon, bei manchen viel zu wenig davon." Aber auch die Themen Mobilität und Bildung sind ihr wichtig. "Ich finde, dass man in der Schule einiges besser machen müsste", ergänzt ein anderer Schüler.

    Stimmung in Deutschland
    :Bundestagswahl: So steht es in der letzten Umfrage

    Welche Partei führt in den Umfragen zur Bundestagswahl? Wen hätten die Deutschen am liebsten als Kanzler? Welche Koalitionen wären möglich? Die wichtigsten Zahlen im Überblick.
    von Robert Meyer
    Ein Diagramm von den Verteilungen der Parteien in den Umfragen. Im Hintergrund weht vor dem Bundestag eine Deutschland-Fahne

    Vorziehen der Wahl bedeutet: Manche dürfen nicht wählen

    "Ich finde bei den jüngeren Kindern interessant, dass sie schon so ausgeprägte Meinungen haben", stellt Wahlhelferin Leandra fest. Sie geht in die 11. Klasse und hat durch die vorgezogene Wahl verpasst, an der richtigen Bundestagswahl teilzunehmen.
    "Ich habe schon vor ein paar Jahren ausgerechnet, okay, genau hier werde ich jetzt 18 sein. Jetzt darf ich das erste Mal wählen", sagt Leandra. Durch das Vorziehen der Wahl von September auf Februar klappt das aber nicht. "Jetzt darf ich nicht mitentscheiden. Das fühlt sich ein bisschen blöd an, weil ich jetzt auch gar nicht mehr so richtig weiß, wie ich denn wirklich meine Stimme einsetzen kann."

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    Quelle: dpa

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