Bildungsdebatte bei "Lanz": Schulleiterin schlägt Alarm
Bildungsdebatte bei "Lanz":"Verheerend": Schulleiterin schlägt Alarm
von Felix Rappsilber
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Eine Schulleiterin berichtet von Gewalt, Vandalismus und Belästigungen. CDU-Vize Karin Prien fordert, Eltern mehr in die Verantwortung für ihre Kinder zu nehmen.
"Lanz" über Wege aus der deutschen Bildungsmisere u. Maßnahmen gegen das Problem wachsender Kinder- u. Jugendkriminalität04.04.2024 | 75:43 min
Reizgas-Angriffe auf dem Schulweg, Videoaufnahmen auf den Schultoiletten, Schüler, die Waffen mit sich tragen - davon berichtete eine Schulleiterin am Donnerstagabend bei "Markus Lanz".
Anja Mundt-Backhaus, didaktische Leiterin der Integrierten Gesamtschule Stöcken bezeichnete die Situation als "verheerend". In einem Brandbrief an die Schulbehörde hatte die Schulleitung um Hilfe gebeten.
Wir haben Gewalt. Wir haben ab und zu die Polizei im Haus.
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Anja Mundt-Backhaus, didaktische Leiterin der Integrierten Gesamtschule Stöcken
Die Schule hätte "Anzeigen laufen, mal dass ein anderes Kind angezeigt wird, mal dass Eltern angezeigt werden, die aufgrund eines Vorfalles übergriffig wurden".
Es sei zu Vandalismus und einem Einbruch gekommen. Unter den Kindern gebe es "ganz viele Konflikte", eine "aufgeladene Spannung", eine "rohe Sprache, die wir jetzt schon als Beleidigungen empfinden würden" und "Machtkämpfe".
Man habe die Schulbehörde um einen Sicherheitsdienst gebeten. Inzwischen sichere der städtische Ordnungsdienst den Schulweg ab, "dass die Kinder sich wenigstens erst mal auf dem Schulweg sicher fühlen".
Prien will Handynutzung an Schulen begrenzen
Mit Blick auf die Belästigungen auf den Schultoiletten sprach sich die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien dafür aus, die Handynutzung "altersgerecht zu begrenzen und zu beschränken".
An den Grundschulen ihres Bundeslandes finde keine Handynutzung statt. Sie halte es für "zwingend erforderlich", dass Kinder im Grundschulalter "wesentliche Teile des Tages ohne Smartphone oder Smartwatch verbringen", sagte Prien.
Es müsse Medienerziehung und Arbeit mit digitalen Endgeräten geben. Dennoch habe Prien den weiterführenden Schulen empfohlen, "mit den Eltern zu beraten, ab welchem Alter die Handynutzung in der Klasse sinnvoll ist".
Pornografische Inhalte, Gewaltdarstellungen, Verschwörungstheorien, aber auch witzige Unterhaltung und Kreatives seien "nur noch einen Klick entfernt" und würden "immer früher konsumiert", merkte Bildungsexperte Aladin El-Mafaalani an. Daher müsse man die Digitalisierung "pädagogisch bearbeiten".
Wie lange dürfen Kinder am Smartphone sein, welche Apps benutzen und wie können Eltern das kontrollieren? Dafür gibt es Bildschirmzeit-Apps.19.10.2023 | 2:39 min
Prien: Eltern stärker in die Verantwortung nehmen
Diesbezüglich sprach Prien auch von einem "veränderten Elternverhalten", da Eltern "selber länger am Smartphone" hingen.
Sie würden weniger vorlesen und weniger Beziehungsarbeit leisten, wenn beide Elternteile berufstätig seien. "Schule muss viel mehr als früher Erziehungsaufgaben leisten", sagte Prien.
Wir müssen uns viel mehr Mühe geben, die Eltern stärker wieder in die Verantwortung zu nehmen. Wer Kinder hat, muss sich kümmern.
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Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein
Für diejenigen, die sich nicht kümmern könnten, müsse der "Staat eintreten, aber die, die es können, müssen es mehr tun".
Bildungsexperte sorgt sich um Lehrer
El-Mafaalani berichtete von einer Grundschule mit 150 bis 200 Kindern, "deren Eltern aus ungefähr 50 Ländern kommen". Die Kinder würden "weit über 20 verschiedene Sprachen" sprechen, "nicht selten spricht ein Kind zwei Sprachen und lernt als dritte Sprache Deutsch". Auf Klassenebene würden somit etwa zehn Sprachen gesprochen.
Überall da, wo ich sehe, da klappt es voll gut, sehe ich auch Lehrerinnen, in der Regel, die so nicht gesund bis ins Rentenalter kommen.
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Bildungsexperte Aladin El-Mafaalani
Aus der Ukraine geflüchteten Kindern Struktur und ein stabiles Umfeld zu geben, heißt unter anderem, dass diese Schulen besuchen können und die neue Sprache lernen. Ein Beispiel aus Düsseldorf.24.03.2022 | 2:39 min
Prien forderte eine "bessere Ausbildung für die Schulleitungen". Diese seien "heute nicht nur der Leiter eines Lehrerkollegiums, sondern Schulleitungen sind heute Manager eines multiprofessionellen Teams, das möglichst zusammenarbeiten muss".
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