Interview
Weidel, Scholz und Habeck:TV-Endspurt: Spitzenkandidaten werben um Stimmen
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Endspurt im Bundestagswahlkampf: Ein letztes Mal haben sich Scholz, Habeck und Weidel den Fragen von Bürgern gestellt. Merz fehlte aus Termingründen.
Der Bundestagswahlkampf geht zu Ende. Noch einmal stellten sich Weidel, Scholz und Habeck den Fragen von Bürgern. (Symbolbild)
Quelle: dpa
Vor der Bundestagswahl haben die Parteien am Samstag letztmals um die unentschlossenen Wählerinnen und Wähler geworben.
Wenige Stunden vor dem Öffnen der Wahllokale stellten sich Olaf Scholz (SPD), Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) noch bei einem "Bürger-Speeddating" bei Pro7 und Sat1 den Fragen von Bürgern. Friedrich Merz (CDU) hatte hier abgesagt - aus Termingründen.
Fragen zu Kinderbetreuung, Migration, Rente, Verteidigung
In der Sendung wurden die Kandidaten in mehreren Runden getrennt mit Fragen zu Kinderbetreuung, Migration, Rente und Verteidigung konfrontiert. Die Bürger bekamen in dem dreiminütigen "Speeddating"-Format dann häufig die bekannten Positionen der Parteien als Antworten.
Scholz verwies in vielen Fällen auf begonnene Reformen seiner Regierung, etwa im Gesundheitsbereich und bei Migration. Habeck gab sich mehrfach nachfragend - etwa als eine Ärztin ihn nach seinen Plänen für die Krankenhausreform fragte.
Kanzlerkandidaten uneins über Sinn von Klimaschutz-Maßnahmen
Deutliche Unterschiede der Parteien zeigten sich beim Thema Klimaschutz. Gefragt nach konkreten Maßnahmen zum Schutz des Klimas antwortete Weidel: "Ich glaube, dass Deutschland alleine nicht maßgebend ist im Klimaschutz. Da müssen sie bei ganz anderen Ländern ansetzen." Deutschland alleine könne das Problem nicht lösen und dürfe dafür nicht seine Industrie und Arbeitsplätze aufs Spiel setzen.
Habeck dagegen betonte: "Deutschland muss da seinen Beitrag leisten." Zwar könne Deutschland alleine die globale Erderwärmung nicht aufhalten. Dennoch warnte er:
Aber wenn wir uns verabschieden, sagen die anderen Länder, dann sind wir auch weg.
Robert Habeck, Grünen-Kanzlerkandidat
Scholz erklärte ebenfalls, Deutschland müsse vorausgehen. Man könne Menschen in Asien, Südamerika und Afrika nicht verbieten, Auto zu fahren. Aber man könne in Deutschland bezahlbare Elektroautos als Alternative entwickeln. Gleiches gelte für Energieerzeugung und Stahlherstellung.
Weidel beim Thema Rassismus unter Druck
Kurios wirkte das Aufeinandertreffen von Weidel mit einem 22-Jährigen, dessen Vater aus Nigeria nach Deutschland gekommen war. Er fragte die AfD-Chefin bei der Begrüßung, ob sie wegen seiner Hautfarbe Angst vor ihm habe. "Alles easy, wirklich", sagte diese darauf.
Hautfarbe spielt überhaupt keine Rolle.
Alice Weidel, AfD-Kanzlerkandidatin
"Ihre Partei wird von Leuten gewählt, die mich nicht als Teil dieses Landes sehen", warf der 22-Jährige der AfD-Politikerin vor. "Es gibt Menschen in ihrer Partei, die haben verrückte Sachen gesagt, wie 'das Pack erschießen" oder 'zurück nach Afrika prügeln'", sagte er.
Weidel betonte, für sie spiele die Hautfarbe keine Rolle. "Ich finde sogar noch, dass Sie super gut aussehen. Ich muss Ihnen jetzt wirklich einfach mal so das Kompliment machen", sagte Weidel. Die AfD hat in ihr Wahlprogramm auch den umstrittenen Begriff "Remigration" aufgenommen, der im rechten Spektrum für die massenhaften Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht.
Scholz betonte angesprochen auf Rassismus, fast jeder Dritte in der deutschen Bevölkerung habe eine Zuwanderungsgeschichte in der Familie. "Und ohne die würde hier der ganze Laden nicht mehr laufen. Deshalb müssen wir uns auch vor die stellen und das ganz klarmachen."
Olaf Scholz auf X
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Habeck forderte mehr Aufklärung schon in den Schulen.
Merz wirbt in München um Stimmen
Merz, der an der TV-Runde nicht teilnahm, warb zuvor auf der Abschlusskundgebung der Union in München noch einmal um Stimmen. Merz bekräftigte auch, die Union werde "unter keinen Umständen" in irgendeiner Form mit der AfD zusammenzuarbeiten.
Am Sonntag entscheiden nun die Bürger an der Wahlurne. Im aktuellen Politbarometer kommt die Union auf 28 Prozent der Stimmen, gefolgt von AfD mit 21 Prozent und SPD mit 16 Prozent. Die Grünen liegen mit 14 Prozent vor der Linken, die auf 8 Prozent kommt. FDP und BSW liegen bei jeweils 4,5 Prozent.
Quelle: dpa
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Quelle: dpa, AFP, Reuters
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