Ostsee-Kabelschäden: Chinesisches Schiff darf auslaufen

    Ostsee-Kabelschäden:Nach Inspektion: "Yi Peng 3" darf auslaufen

    |

    Nach der Beschädigung von Unterseekabeln in der Ostsee wurde ein chinesisches Schiff verdächtigt und näher inspiziert. Nun darf es zu seinem Bestimmungsort weiterfahren.

    Chinesisches Schiff Yi Peng 3 ankert vor Grenaa, Dänemark
    Unterseekabel seien das Rückgrat der digitalisierten Welt, sagt Sicherheitsexperte Peters. Über deren Sicherung habe man sich aber lange keine großen Gedanken gemacht. 20.11.2024 | 14:47 min
    Das mit der Beschädigung von zwei Unterwasserkabeln in der Ostsee in Verbindung gebrachte chinesische Schiff "Yi Peng 3" wird nach Angaben des dänischen Außenministeriums nach Abschluss einer Inspektion auslaufen können. Es werde davon ausgegangen, dass der Frachter nach der Inspektion von Vertretern aus China, Deutschland, Schweden und Finnland "zu seinem Bestimmungsort fahren kann", sagte Außenminister Lars Lökke Rasmussen am Donnerstag vor Journalisten.
    Auch ein Vertreter Dänemarks sei vor Ort, fügte Rasmussen hinzu, "weil wir eine vermittelnde Rolle gespielt haben".
    Henner Hebestreit im Interview
    Gestern Abend wurde bekannt, dass offenbar das Tiefsee-Glasfaserkabel zwischen Finnland und Deutschland getrennt wurde. Henner Hebestreit zu den neuesten Erkenntnissen.19.11.2024 | 2:24 min

    Schiff wurde verdächtigt, Kabel beschädigt zu haben

    Mitte November waren binnen 48 Stunden Schäden sowohl an einem Telekommunikations-Kabel zwischen Deutschland und Finnland als auch an einem derartigen Kabel zwischen Schweden und Litauen bekannt geworden. Das chinesische Frachtschiff "Yi Peng 3", das sich in dem Gebiet in schwedischen Hoheitsgewässern aufgehalten hatte, wurde verdächtigt, die Kabel beschädigt zu haben. China wies die Vorwürfe zurück.
    Karte: Lage der Ostseekabel
    Lage der Ostseekabel
    Quelle: ZDF

    Die "Yi Peng 3" lag seit dem 19. November im Kattegat zwischen Schweden und Dänemark vor Anker. Schweden hatte China Ende November um Zusammenarbeit bei den Ermittlungen gebeten. Regierungschef Ulf Kristersson betonte allerdings, dass es keinerlei "Anschuldigungen" gäbe.
    Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius spricht vor der Sitzung des Verteidigungssegments des Europäischen Rates für auswärtige Angelegenheiten in Brüssel
    Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) geht bei der Beschädigung der Datenkabel in der Ostsee von "Sabotage" aus. Unklar sei aber, von wem diese verübt worden ist.19.11.2024 | 0:56 min

    Sabotage Russlands im Zusammenhang mit Ukraine-Krieg?

    Die schwedische Polizei teilte am Donnerstag mit, dass "Vertreter der chinesischen Behörden" an Bord des Schiffes Ermittlungen ausführten und die schwedischen Behörden eingeladen hätten, als Beobachter teilzunehmen. Schweden selbst nehme keine eigenen Ermittlungen vor, die Untersuchungen auf dem Frachter seien "nicht Teil der polizeilichen Ermittlungen".
    Die Schäden an den beiden wichtigen Unterwasserkabeln hatten bei mehreren europäischen Politikern den Verdacht auf eine Sabotage Russlands im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg laut werden lassen. Sowohl in Finnland als auch Schweden wurden deshalb Ermittlungen eingeleitet. Russland wies den Vorwurf der Sabotage als "absurd" und "lächerlich" zurück.

    Eine Person hält ein Smartphone in der Hand. Darauf ist der WhatsApp-Channel der ZDFheute zu sehen.
    Quelle: ZDF

    Sie wollen stets auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie bei unserem ZDFheute-WhatsApp-Channel genau richtig. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Mini-Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: ZDFheute-WhatsApp-Channel.

    Quelle: AFP

    Mehr zum Thema