Ukraine-Krieg: Wie die Situation in Kursk und im Donbass ist
Analyse
Wochen-Analyse zum Ukraine-Krieg:Entsetzen über Video - Lage in Kursk und Donbass
von Christian Mölling und András Rácz
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Die Ukraine muss wichtige Städte im Donbass aufgeben, kann aber dafür in der russischen Region Kursk noch Stand halten. Ein brutales Hinrichtungsvideo sorgt für Entsetzen.
Die Ukraine steht vor großen Herausforderungen: Wenn die USA ihre Hilfen streichen, könnte das gravierende Folgen für das Land haben. ZDF-Korrespondentin Anne Brühl berichtet.25.01.2025 | 1:14 min
Am 24. Januar sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die russische Soldaten im Zentrum der Stadt Velyka Nowosilka im südlichen Teil des Donbass zeigen. Das Video deutet darauf hin, dass sich Soldaten der Ukraine aus der belagerten Siedlung zurückgezogen haben, um eine Einkreisung durch russische Truppen zu vermeiden.
Russlands Vormarsch gehe gerade im Donbass stetig voran, so Oberst Markus Reisner. Jeden Tag würden mehrere Quadratkilometer in Besitz genommen. Der Ukraine laufe die Zeit davon.23.01.2025 | 28:46 min
Eine der letzten vorteilhaften Verteidigungspositionen
Velyka Nowosilka war eine der letzten derartigen Siedlungen im südlichen Teil des Donbass, die eine günstige geografische Lage für die Verteidigung hatte. Der letzte verteidigungsfähige Geländeabschnitt ist die Linie des Flusses Vorona und einiger kleiner Wasserreservoirs an ihm, die sehr nahe an der Grenze zwischen den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk liegen.
Alles östlich dieser Linie und südlich von Pokrowsk liegt auf offenem, flachem, landwirtschaftlich genutztem Gelände, das sich kaum für eine dauerhafte Verteidigung eignet.
Karte von der Ukraine, auf der auch Kursk und Pokrowsk zu sehen sind.
Quelle: ZDF
Lage in Kursk trotz Kämpfen unverändert
In der Region Kursk kam es weiterhin zu äußerst schweren Kämpfen. Mehrere mechanisierte Angriffsversuche Russlands wurden vereitelt, meist durch den geschickten Einsatz ukrainischer FPV-Drohnen. Die Ukrainer starteten einen kleinen Gegenangriff südlich von Sudscha und gewannen die Kontrolle über das zerstörte Dorf Machnowka zurück. Ansonsten blieb die Frontlinie unverändert.
Seit Kriegsbeginn gibt es immer wieder neue US-Sanktionen gegen Russland. Betroffen sind vor allem der Rüstungssektor, Banken und Einzelpersonen. Darunter auch Präsident Putin. 23.01.2025 | 1:28 min
Tschassiw Jar dürfte bald verloren sein
Die Russen drangen weiter nach Westen in die Ruinen von Tschassiw Jar vor. Am 25. Januar befanden sich nur noch die beiden westlichsten Stadtteile in ukrainischer Hand, aber Russland rückt weiter vor. Der Kampf um Tschassiw Jar - eine kleine Stadt, die vor dem Krieg etwa 12.000 Einwohner hatte -, der seit dem Fall von Bachmut fast zwei Jahre andauert, verdeutlicht den Wert des städtischen Umfelds für die Verteidigung.
Quelle: DGAP
... leitet das Programm "Europas Zukunft" für die Bertelsmann Stiftung in Berlin. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
Quelle: DGAP
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Günstige geografische Bedingungen in Verbindung mit gut gebauten Verteidigungsanlagen, gut organisiertem Nachschub und geschickten, engagierten Verteidigern haben es ermöglicht, eine viel größere feindliche Streitmacht mehr als 1,5 Jahre lang aufzuhalten.
Ukrainische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur
In dieser Woche setzte die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf Teile der russischen Ölinfrastruktur fort. Die strategisch wichtige Ölraffinerie in Rjasan wurde am 24. Januar von mehreren Drohnen angegriffen, ebenso wie eine Pumpstation einer Ölpipeline, die einen Großbrand verursachte. Darüber hinaus wurden auch mehrere kleinere Öldepots getroffen.
Einige Tage zuvor, am 21. Januar, hatte die Ukraine erneut die Lisinskaja-Ölraffinerie in der Region Woronesch angegriffen, die bereits Anfang des Jahres getroffen worden war.
Trotz Sanktionen verdient Russland am Ölexport. Damit finanziert das Land den Krieg gegen die Ukraine. Mithilfe von sogenannten Schattentankern wird Öl über die Weltmeere transportiert.22.01.2025 | 43:40 min
Die Ukraine attackierte außerdem erfolgreich die Mikroelektronikfabrik "Kremniy El" in Brjansk. Das Werk ist bekannt für die Herstellung von Elektronik für russische Raketen- und Abwehrsysteme.
Austausch von Gefallenen
In dieser Woche fand ein weiterer Austausch von Leichen gefallener Soldaten zwischen der Ukraine und Russland statt, der vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz unterstützt wurde. Insgesamt wurden 757 gefallene ukrainische Soldaten zurückgebracht, einige von ihnen aus russischen Leichenhallen.
Dieser Austausch sowie der Austausch von Gefangenen zeigt, dass die Kommunikationskanäle zwischen den beiden Seiten trotz der äußerst intensiven Kämpfe offen sind und weiterhin funktionieren.
Frieden für die Ukraine innerhalb von 24 Stunden – viele Menschen dort hatten auf Trump und seine vollmundigen Versprechen gehofft. Jetzt ahnen sie: die Realität ist eine andere.24.01.2025 | 1:57 min
Weitere Morde an ukrainischen Kriegsgefangenen
Ein neues Video ist aufgetaucht, auf dem russische Soldaten sechs ukrainische Kriegsgefangene hinrichten. Die Opfer werden eines nach dem anderen durch gezielte Schüsse in den Rücken hingerichtet, während die Täter sogar mit ihrer Tat prahlen. Einer fordert sogar ausdrücklich, aufgenommen zu werden, während er einen Kriegsgefangenen tötet.
Dieses Video zeigt erneut, dass russische Soldaten für die Hinrichtung von Gefangenen offenbar überhaupt nicht gemaßregelt werden - sonst würden sie solche Aktionen nicht aufzeichnen und schon gar nicht veröffentlichen.
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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.