Hamas-Gräuel in Israel: "Hätten unsere Töchter sein können"
Vergewaltigungen durch Hamas:"Sie hätten unsere Töchter sein können"
von Henriette de Maizière
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Ihre Stimmen sollen gehört werden: Menschen, die von sexueller Gewalt der Hamas gegen israelische Frauen berichten - die Zeugnis ablegen von unvorstellbaren Gräueltaten der Hamas.
In der gediegenen Atmosphäre des Auswärtigen Amtes macht sich Beklemmung breit, als Shari Mendes von ihrer Arbeit berichtet. Eigentlich arbeitet die Israelin als Architektin. Doch seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober auf Israel ist sie Teil einer Reserveeinheit der israelischen Armee, deren Aufgabe die Identifizierung und Bestattungsvorbereitung ist.
Sollten Sie Probleme bei der Beschreibung von Gewalt haben, ist es besser, diesen Absatz zu überspringen.
Sie habe gebrochene Beckenknochen und verstümmelte Genitalbereiche an toten Frauenkörpern gesehen. Vielen Frauen sei gezielt ins Gesicht geschossen worden - es schien, als sei es darum gegangen, ihnen ihre Identität zu rauben. Shari Mendes' Einheit will ihnen diese Identität zurückgeben - muss die Identität rekonstruieren - für die Beerdigung und für die zurückgebliebenen Familien brauche es Gewissheit. Die Reserveeinheit besteht nur aus Frauen. Sie öffnen Leichensack um Leichensack, um die Körper, die Überreste menschlichen Lebens zu untersuchen.
"Sie hätten unsere Töchter sein können"
Shari Mendes erzählt, wie sehr es sie berührt habe, die lackierten Fingernägel einer Toten zu sehen. Die Farbe als Ausdruck von Selbstliebe und Frohsinn am leblosen Arm einer jungen Frau. Einer Frau, die in Angst und Elend starb - ohne Respekt. Und mit der nun sie und ihre Mitarbeiterinnen ein letztes Mal den Raum teilten. Das seien die Momente gewesen, in denen sie immer versucht habe, ein Gefühl von tiefer Liebe und Güte zu geben.
Wir könnten die letzten Menschen sein, die sie sehen. Sie hätten unsere Töchter sein können.
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Shari Mendes
Die Hamas hatte inzwischen gelöschte Livestreams vom Überfall auf Israel erstellt, auf denen Frauen zu sehen waren mit zerfetzter Kleidung und Blutspuren zwischen den Beinen.
Menschenrechtsorganisationen in Israel hatten beklagt, dass die Weltöffentlichkeit zu lange dazu geschwiegen habe. Zwei Monate allein hatte es gedauert, bis sich die UN-Frauenorganisation zu den gezielten sexuellen Gewaltverbrechen der Hamas am 7. Oktober 2023 zu Wort meldete. Erst jetzt, am Dienstag dieser Woche, reiste die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten nach Israel.
Sexuelle Gewalt im Lichte einer feministischen Außenpolitik
Lange Zeit als unvermeidbarer Nebenschauplatz von Kriegen verharmlost, wird sexualisierte Gewalt heute als Kriegstaktik gesehen. Die Veranstaltung im Auswärtige Amt soll daher diese besonders abscheuliche Dimension der Hamas-Terroranschläge beleuchten.
Eingeladen hat Gesa Bräutigam, Botschafterin für feministische Außenpolitik. Grausamkeiten und sexualisierte Gewalt habe es in vielen Kriegen und Konflikten gegeben, so Gesa Bräutigam. Die Wirkung, die von den Taten gegen die israelische Bevölkerung ausgehen sollte, ginge weit über den physischen Schaden hinaus.
Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung sind systematische Kriegswaffen, die eingesetzt werden, um die Betroffenen zu brechen, zu beschämen und um eine ganze Gesellschaft zu traumatisieren.
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Gesa Bräutigam, deutsche Sondergesandte für feministische Außenpolitik
Bräutigam: Entscheidend, "dass die Täter nicht ungestraft bleiben"
"Diese Tatsachen machen die Unfähigkeit und in einigen Fällen den Unwillen einiger Menschen, diese besondere Dimension der Hamas-Angriffe gegen Israel zu erkennen und zu verstehen, noch rätselhafter." Deutschland, so betont Gesa Bräutigam auf der Veranstaltung abschließend, habe Hilfe angeboten. Zum Beispiel, um Beweise für sexuelle Gewalt zu sichern. Oder auch, um Opfer und Überlebende zu unterstützen, zum Beispiel durch Traumabehandlung.
Und, so Bräutigam, Deutschland dränge auf EU-Sanktionen gegen Hamas-Täter. "Denn um einen Heilungsprozess in Gang zu setzen, ist es für die Überlebenden und ihre Gesellschaften entscheidend, dass die Täter nicht ungestraft bleiben."
Mit dem Hamas-Angriff auf Israel eskalierte der Nahost-Konflikt. Anfang des Jahres konnte eine Waffenruhe vereinbart werden. Nun fliegt Israel wieder Angriffe in Gaza.
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