DeepSeek: Südkorea verbietet KI-Chatbot aus China

    Künstliche Intelligenz aus China:Südkorea verbietet KI-App DeepSeek

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    Das nächste Land geht gegen DeepSeek vor: Auch Südkorea sperrt den Konkurrenten von ChatGPT. In Deutschland hegt das BSI Bedenken gegen die KI-Anwendung.

    Südkorea verbietet die die chinesische KI-Anwendung DeepSeek.
    Südkorea verbietet chinesische KI-App DeepSeek
    Quelle: dpa

    Der chinesische Chatbot DeepSeek ist in Südkorea vorläufig gesperrt worden. Der Dienst entspreche nicht vollständig den lokalen Datenschutzgesetzen, erklärte die nationale Datenschutzbehörde (PIPC). Deshalb sei die Möglichkeit zum Download der Anwendung, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzt, ausgesetzt worden.
    Die App werde erst wieder zugelassen, wenn sie den gesetzlichen Anforderungen entspreche, hieß es. Laut PIPC arbeitet DeepSeek aktiv mit der Datenschutzbehörde zusammen.
    Das Logo des chinesischen KI-Unternehmens DeepSeek.
    Cybersicherheitsfachleute und Behörden äußern gravierende Sicherheitsbedenken gegen die KI des chinesischen Unternehmens DeepSeek. Dabei geht es offenbar um mehrere Punkte. 12.02.2025 | 0:23 min

    Verbote und Untersuchungen auch in anderen Ländern

    Zuvor waren bereits Behörden in Italien, Taiwan, und Australien gegen DeepSeek vorgegangen. Die italienische Datenschutzbehörde leitete eine Untersuchung ein, um zu prüfen, ob die App gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union verstößt. Die Antworten des Unternehmens genügten der italienischen Behörde nicht, die App wurde aus den App-Stores entfernt.
    Taiwan und Australien haben die Verwendung von DeepSeek für Regierungsbehörden und staatliche Einrichtungen verboten. Ausschlaggebend war auch in diesen Fällen die Sorge um die Sicherheit von Informationen.
    Das Logo des chinesischen KI-Start-ups DeepSeek ist auf einem Smartphone zu sehen.
    Australien hat Anfang Februar die chinesische KI-Anwendung DeepSeek auf allen Regierungsgeräten verboten. Die Nutzung stelle ein "inakzeptables Sicherheitsrisiko" dar, erklärte das Innenministerium.05.02.2025 | 0:22 min
    In den USA gibt es bislang kein landesweites Verbot, auch wenn darüber diskutiert wird. Mehrere Bundesbehörden haben ihren Mitarbeitern die Nutzung der App untersagt, darunter das Verteidigungsministerium und die Nasa. Einige Bundesstaaten wie Texas haben DeepSeek auf staatlichen Geräten verboten.

    DeepSeek: Umstrittener Newcomer

    Der Chatbot aus China hat in den vergangenen Wochen die KI-Branche aufgerüttelt. Der Grund: Die App erzielt vergleichbare oder sogar bessere Ergebnisse als etablierte Anbieter wie OpenAI, Google oder Meta. Zugleich hat die Entwicklung des Programms nach Angaben von DeepSeek nur einen Bruchteil dessen gekostet, was etwa OpenAI in Chat-GPT investieren musste.
    Zeitweise stand DeepSeek im App-Store für das iPhone in den USA an der Spitze der kostenlosen Anwendungen.
    Die Vorbehalte gegen DeepSeek beruhen zum einen auf der Tatsache, dass die App die Nutzerdaten auf Servern in China speichert. Aufgrund chinesischer Gesetze könnten diese Daten an staatliche Stellen weitergegeben werden, was gegen europäische Datenschutzgesetze verstößt.
    Deepseek App
    Die chinesische KI-Plattform DeepSeek hat den Rivalen ChatGPT im AppStore von Apple Ende Januar auf Platz zwei verwiesen. Was unterscheidet die App von ihrem Konkurrenten?27.01.2025 | 1:24 min
    Sicherheitsforscher haben zudem Sicherheitslücken wie eine unzureichende Verschlüsselung festgestellt, die sensible Daten gefährden könnten. Außerdem lässt sich die App als quelloffenes Sprachmodell leicht manipulieren: Der Quellcode der Open-Source-Software ist für jeden frei einsehbar und kann verändert werden - auch um Inhalte zu produzieren, die gefährlich sein können, wie etwa eine Bombenbauanleitung.

    Auch das BSI warnt

    In Deutschland meldeten Behörden und Cybersicherheitsfachleute ebenfalls bereits gravierende Sicherheitsbedenken an: Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verwiesen darauf, dass DeepSeek laut den eigenen Angaben "Tastatureingabemuster oder -rhythmen" erfasst.
    Schaltgespräch zwischen Marietta Slomka und die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel
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    Diese könnten dazu genutzt werden, individuelle Nutzerprofile zu erstellen und wiederzuerkennen. Auch die Möglichkeit von DeepSeek, Tastatureingaben innerhalb der App mitzulesen, bevor diese abgeschickt werden, sieht das BSI kritisch.

    China: Firmen halten sich an geltende Gesetze

    Chinas Außenministerium erklärte zum Verbot von DeepSeek Südkorea, die Regierung weise chinesische Firmen stets an, sich im Ausland streng an die dort geltenden Gesetze zu halten. Ein Sprecher sagte in Peking, China hoffe außerdem, dass die Länder eine "Politisierung von Wirtschafts-, Handels- und technologischen Fragen" vermeiden.

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    Quelle: dpa

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    Quelle: dpa

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