Wichtiges Thema im Wahlkampf:US-Wirtschaft unter Biden: Erfolg oder Flop?
von Anna Kleiser, Washington D.C.
|
Im Wahlkampf gibt es wenig, das für Wähler so wichtig ist, wie der eigene Geldbeutel. Unter Biden hat sich die Wirtschaft dank Hilfspaketen erholt. Sorgen bereitetet die Inflation.
US-Präsident Joe Biden stand wärhrend seiner Amstzeit vor mehreren Herausforderungen bei der Entwicklung der US-Wirtschaft (Archivfoto).
Quelle: AFP
An welchen Themen sich die US-Wahl entscheidet, wird sich im November zeigen. Ganz vorne mit dabei ist die Wirtschaft. Die USA haben die Folgen der Pandemie recht erfolgreich überwunden - doch bei der Bevölkerung hat sich ein anderes Gefühl festgesetzt. Es sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die die Menschen deutlich spüren.
Dementsprechend bekommt aktuell kaum etwas so viel Aufmerksamkeit wie die wirtschaftliche Situation. US-Präsident Joe Biden tourt durchs Land, um seine Wirtschaftspolitik zu verkaufen. Seine Vizepräsidentin und demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris spricht von der "stärksten Wirtschaft der Welt" und konkretisiert zur Wirtschaft ihre Pläne bei Wahlkampfreden.
Der republikanische Herausforderer Donald Trump wirft beiden vor, die Wirtschaft ruiniert zu haben und macht sie für die hohen Preise verantwortlich.
Sie hat alle überrascht: Nach dem Rückzug Joe Bidens als Präsidentschaftskandidat vereinte Kamala Harris innerhalb weniger Stunden die demokratische Partei hinter sich.27.08.2024 | 43:57 min
Wo die Biden-Regierung punkten konnte
Tatsächlich hat sich kaum eine Industrienation so schnell von den Schockereignissen Pandemie und dem Krieg gegen die Ukraine erholt. Dafür verantwortlich waren drei große, milliardenschwere Hilfspakete: der CARES Act (Trump), der American Rescue Plan (Biden) und schließlich der Inflation Reduction Act (Biden). Sie haben die Wirtschaft stabilisiert.
Arbeitsmarkt: Unter Biden sank die Arbeitslosigkeit nach der Corona-Pandemie, seine Politik beschleunigte zudem das Stellenwachstum. Es ist einer der größten Erfolge der Regierung.
Wirtschaftswachstum: Die US-Wirtschaft ist gewachsen - 2023 überraschend stark. Aktuell schwächen sich die Prognosen ab.
Inflation: Die Kosten für nahezu alles, von Lebensmitteln über Benzin bis zum Wohnen, sind gestiegen - auf ein Hoch von etwa neun Prozent. Inzwischen ist die Inflation unter drei Prozent gesunken.
Staatsverschuldung: Auch unter Biden wuchs die Staatsverschuldung weiter an, wenn auch weniger stark als unter seinem Vorgänger Donald Trump.
Daneben ist es der Biden-Regierung gelungen, die Preise für Medikamente zu senken, genauso wie erstmals seit Jahrzehnten die Menge der offenen Studienkredite. Hinzu kommen zahlreiche Investitionen in Infrastruktur und die Transformation in eine nachhaltige Wirtschaft.
Inwiefern die Konjunkturpakete für die Inflation und damit die hohen Preise verantwortlich sind, ist unter Ökonomen umstritten. Professor Frederick Floss von der Buffalo State Universität vertritt gegenüber ZDFheute die These, dass ohne die Maßnahmen die Gefahr bestand, dass die Wirtschaft zusammenbricht.
Seiner Einschätzung nach war Bidens Politik "möglicherweise genau das, was nötig war, um aus der Phase des langsamen Wachstums herauszukommen". Die US-Regierung sei in ihrer Reaktion dem Standardmodell gefolgt, so Floss.
Biden hat die Inflation riskiert, um das Wachstum anzukurbeln, wie es die Wirtschaftstheorie vorgibt.
„
Prof. Frederick Floss, Buffalo State Universität
Andere Ökonomen machen statt der Konjukturpakete den wirtschaftlichen Schock durch die Pandemie -und damit ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage - für die Inflation verantwortlich.
Einig sind sich Fachleute jedoch darin, dass beide großen Parteien jeweils in ihrer Beschreibung der wirtschaftlichen Situation übertreiben, wenn es um den Gegner geht. Der Aufschwung in der Pandemie begann bereits unter Trump, doch Biden brachte die Amerikaner wieder in Arbeit.
Präsidentschaft: Trump oder Harris?
ZDFheute Infografik
Ein Klick für den Datenschutz
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Nun kommt es auf die Pläne der Präsidentschaftskandidaten Harris und Trump an. Auch wenn die Macht der US-Präsidenten über die Wirtschaft stets begrenzt ist - unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt - sind ihre Ideen doch entscheidend. Und sie unterscheiden sich in diesem Wahlkampf massiv. Ein Beispiel sind Steuern: Trump verspricht massive Steuersenkungen, während Harris Steuern für Großunternehmen und Superreiche erhöhen will.
Im US-Wahlkampf spricht Kamala Harris über ihre Ideen für die Wirtschaft. Sollte sie die Wahl gewinnen, will sie die Mittelschicht durch Steuersenkungen entlasten und Wohneigentum fördern.17.08.2024 | 2:27 min
Wie sich die US-Wirtschaft in den kommenden Wochen entwickelt, ist einer der entscheidenden Faktoren für diese Wahl. Bleiben die Arbeitslosenzahlen und die Inflation niedrig, hilft das den Demokraten. Schwächelt die Wirtschaft, worauf der jüngste Bericht der Notenbank Fed hindeutet, hilft es den Republikanern.
Anna Kleiser ist Korrespondentin im ZDF-Studio Washington.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.