Trump-Regierung unter Druck: "Atlantic" veröffentlicht Chat

    Trump-Regierung unter Druck:"The Atlantic" legt in Geheimchat-Affäre nach

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    Wie brisant ist die Geheimchat-Affäre in den USA? Während die Trump-Administration die Panne herunterspielt, legt das US-Magazin "The Atlantic" nun nach.

    Mike Waltz- US Sicherheitsberater
    Die Trump-Regierung gerät zunehmend unter Druck: Nach der Sicherheitspanne in einem Signal-Chat ist nun der gesamte Verlauf mit sensiblen US-Militär-Informationen öffentlich. 26.03.2025 | 2:46 min
    In der Geheimchat-Affäre in den USA gerät die Regierung von US-Präsident Donald Trump zunehmend unter Druck. Nachdem Trumps Mannschaft alle Vorwürfe zurückgewiesen und die Integrität der Enthüller infrage gestellt hatte, legte "The Atlantic" nun nach und veröffentlichte einen ausführlichen Chatverlauf.
    Daraus geht hervor, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth etwa eine halbe Stunde vor dem Beginn einer US-Militäroperation gegen die Huthi-Miliz im Jemen Mitte März in der Chatgruppe im Detail den Zeitplan, die genaue Abfolge der Bombardierung und die eingesetzten Waffensysteme teilte. Hegseth hatte am Montag noch behauptet: "Niemand hat Kriegspläne verschickt. Und das ist alles, was ich dazu zu sagen habe."
    ZDF-Korrespondent David Sauer im Interview mit ZDFheute live
    Die Kritik an den beteiligten Ministern ist groß, sagt Washington-Korrespondent David Sauer. Dennoch sei es gut möglich, dass der Skandal für sie keine Folgen haben könnte.26.03.2025 | 7:04 min

    "Atlantic"-Chefredakteur wohl aus Versehen im Geheimchat

    Der Chefredakteur des Magazins, Jeffrey Goldberg, war - wohl aus Versehen - in den Gruppenchat ranghoher Regierungsmitglieder eingeladen worden. So konnte er dort die Pläne über die bevorstehende US-Militäraktion im Jemen live mitlesen. Er machte dies später mit einem langen Artikel publik. Seitdem ist die Trump-Regierung in Erklärungsnot - was sich durch die neuen Details nur verschärft.
    Mitglieder des Gruppenchats waren die obersten Führungsköpfe zur nationalen Sicherheit der USA: neben Hegseth unter anderem Trumps Stellvertreter J.D. Vance, Trumps Nationaler Sicherheitsberater Mike Waltz, der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, und die Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard. Waltz hatte die Gruppe eingerichtet und dabei den Journalisten Goldberg hinzugefügt.
    Das Magazin entschied sich daher für die Veröffentlichung auch der heiklen militärischen Passagen.

    Es besteht ein eindeutiges öffentliches Interesse daran, die Art von Informationen offenzulegen, die Trump-Berater in unsicheren Kommunikationskanälen ausgetauscht haben.

    Magazin "Atlantic"

    Dies gelte insbesondere, weil die Trump-Regierung versuche, die Bedeutung der Nachrichten herunterzuspielen.
    Prof. Christian Lammert im Interview mit ZDFheute live
    Trump wolle den Chat-Leak schnell unter den Teppich kehren, so Politikwissenschaftler Christian Lammert. Skandale könnten vor den Kongresswahlen 2026 für Wähler-Unmut sorgen. 26.03.2025 | 16:23 min

    Einzelheiten zu geplantem Militärschlag im Jemen im Chat

    Die Nachrichten haben es in sich. Aus den Screenshots des Chatverlaufes geht hervor, dass Hegseth am 15. März kurz vor dem Beginn des US-Militärschlages im Jemen Einzelheiten zum geplanten Ablauf in dem Signal-Chat postete - inklusive Wetter, Startzeiten von F-18-Kampfjets und Drohnen sowie die Reihenfolge der Angriffe. Wörtlich heißt es unter anderem: "Zielterrorist befindet sich an seinem bekannten Aufenthaltsort." Genaue Orte der Militäraktionen nannte er in seiner Nachricht nicht.
    Chat US Regierung The Atlantic
    Quelle: Screenshot mit freundlicher Genehmigung von "The Atlantic"

    Trumps Sicherheitsberater Waltz spielte dies einmal mehr herunter und schrieb auf der Plattform X über die neue Enthüllung: "Keine Standorte. Keine Quellen und Methoden. Keine Kriegspläne." Außerdem seien ausländische Partner bereits vorab über die bevorstehenden Angriffe informiert worden.

    Post von Mike Waltz

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    Demokraten: Tabubruch setzt "Leben unserer Kampfpiloten aufs Spiel"

    Demokraten und Fachleute werten die Verbreitung derart konkreter Informationen zu einem unmittelbar bevorstehenden Militärschlag über einen Messenger-Dienst, der nicht ansatzweise den Sicherheitsstandards für den Austausch solcher Informationen genügt, jedoch als kompletten Tabubruch, der jene Soldaten, die an dem Einsatz beteiligt waren, in Lebensgefahr brachte.
    So schrieb eine frühere Sprecherin des Verteidigungsministeriums aus der Amtszeit des Demokraten Joe Biden, Sabrina Singh, auf X, Hegseth habe den Ablauf der gesamten Operation und die Flugzeugtypen offengelegt, bevor die Operation überhaupt stattgefunden habe. "Er setzte das Leben unserer Kampfpiloten aufs Spiel. Details wie diese sind geheim. Ich bin absolut fassungslos."
    App-Logo Signal
    Die Messenger-App Signal ist öffentlich zugänglich und ermöglicht verschlüsselte Kommunikation. Restlos sicher vor Hacking-Angriffen ist der Dienst nicht.26.03.2025 | 0:44 min

    Vance: "Hasse es einfach, Europa wieder aus der Klemme zu helfen"

    Die ranghohen Regierungsmitglieder diskutierten in dem Chat auch hitzig, wie die Attacken gegen die Huthi nach außen hin dargestellt werden sollten - und ob nicht am meisten Europa für seinen Handel davon profitiere, wenn die Schifffahrtsstraßen in der Region wieder sicher gemacht würden.
    So schrieb Vance demnach: "Ich hasse es einfach, Europa wieder aus der Klemme zu helfen." Hegseth antworte: "Ich teile voll deine Abscheu vor den europäischen Schmarotzen. Das ist erbärmlich." An anderer Stelle zweifelte Vance offen an, ob Trump sich im Klaren sei, wie die Aktion mit Blick auf seinen sonstigen Kurs zu Europa ankomme: "Ich bin mir nicht sicher, ob sich der Präsident bewusst ist, wie sehr dies im Widerspruch zu den aktuellen Botschaften über Europa steht."
    Quelle: dpa, AP
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