Streit mit Regierung in London:Großbritannien: Apple entfernt Datenschutz-Tool
von Felix Leitmeyer, London
|
Die britische Regierung will auf verschlüsselte iCloud-Daten zugreifen. Apple weigert sich und entfernt sein mächtigstes Datenschutz-Tool. Nutzer sind nun weniger geschützt.
Apple bedauert Entscheidung zum Datenschutz in Großbritannien, pocht aber auf das Prinzip: "Keine Hintertür für unsere Produkte"
Quelle: Reuters
Apple hat sein fortschrittlichstes Datenschutz-Tool in Großbritannien abgeschaltet. Der Grund: Die britische Regierung hatte gefordert, dass Behörden das Recht haben, trotz Verschlüsselung auf Nutzerdaten zuzugreifen.
Lücken in seinem Sicherheitssystem zuzulassen, ist für Apple ein Tabu. Um Zugriff auf verschlüsselte iCloud-Daten zu bekommen, wäre eine "Hintertür" nötig - also ein technischer Mechanismus, der die Verschlüsselung umgeht. Doch sobald eine solche existiert, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch böswillige Akteure einen Weg in Apples Systeme finden, argumentiert der Konzern laut einem Bericht der BBC.
Britische Nutzer nun schlechter geschützt
Bei dem Tool handelt es sich um den sogenannten Erweiterten Datenschutz (auf Englisch "Advanced Data Protection", kurz ADP). Er soll sicherstellen, dass nur die Nutzer selbst sehen können, was sie im Internet gespeichert haben. Dabei soll er so sicher sein, dass nicht einmal Apple selbst Zugriff auf die Nutzerdaten hat.
Kinder und Jugendliche hören häufig eher auf Gleichaltrige als auf die Eltern. Ein Schulprojekt in Hamburg macht sich diesen Effekt für mehr Kinderschutz am Handy zu Nutze. 22.01.2025 | 1:29 min
Die Abschaltung von ADP bedeutet, dass britische Nutzer nun schlechter geschützt sind. Es sind nicht mehr alle Daten vollständig verschlüsselt. Das betrifft etwa Fotos oder Dokumente, die sie auf Apples Speicherdienst iCloud hochgeladen haben.
Wenn sie nur mit Apples Standard-Verschlüsselung versehen sind, können sie leichter von Dritten eingesehen werden - sei es durch Apple selbst oder durch Hackerangriffe.
Die Apps auf den Smartphones von Apple sollen künftig durch KI besser miteinander vernetzt sein. Eine Art persönliche KI für jeden Nutzer.
12.06.2024 | 1:48 min
Apple: Keine Hintertür für Produkte
Wer sich neu für den Service anmelden will, erhält nun eine Fehlermeldung. Kunden, die ADP bereits nutzen, sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt betroffen sein.
Apple erklärte in einem Statement, dass es die Entscheidung bedauere, aber an seinem Prinzip festhalte:
Wir haben noch nie eine Hintertür für unsere Produkte gebaut - und wir werden das auch niemals tun.
„
Mitteilung von Apple
Auch EU will Zugriff auf verschlüsselte Daten
Nicht nur die britische Regierung fordert Zugang zu verschlüsselten Daten. Auch in der EU gab es bereits Bestrebungen, Behörden den Zugriff auf geschützte Kommunikation zu erleichtern.
Laut einem Bericht der Nachrichtenseite Netzpolitik.org gab es bereits im vergangenen Jahr eine Sitzung, in der sich mehrere EU-Mitgliedsstaaten für einen Zugriff auf verschlüsselte Daten aussprachen. Eine Expertengruppe habe zuvor Empfehlungen vorgelegt - unter denen auch die Forderung nach Hintertüren zu verschlüsselten Daten war.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.