Nordsee: Erneut Wal gestrandet

    Insel Minsener Oog:Erneut Wal an der Nordsee gestrandet

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    Vor kurzem ist vor Sylt ein Pottwal gestrandet und tot geborgen worden. Nun ist vor einer unbewohnten Nordseeinsel erneut ein toter Wal entdeckt worden - vermutlich ein Buckelwal.

    Die Luftaufnahme aus einem Hubschrauber zeigt einen schwarzen Wal im Sand liegend auf der kleinen, unbewohnten Wattenmeerinsel Minsener Oog südöstlich der Insel Wangerooge.
    Eine Luftaufnahme aus einem Hubschrauber zeigt einen schwarzen Wal im Sand liegend.
    Quelle: dpa

    Rund eine Woche nach dem Fund eines toten Pottwals vor Sylt in Schleswig-Holstein ist an der Nordseeküste ein verendeter Wal gesichtet worden. Er wurde von einem Hubschrauberpiloten auf der zu Niedersachsen gehörenden unbewohnten Insel Minsener Oog bei Wangerooge entdeckt und aus der Luft fotografiert, wie der niedersächsische Wattenmeer-Nationalpark berichtete. Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich um einen Buckelwal handeln. 
    Die Nationalparkverwaltung prüft, ob und wie sich Experten Zugang zu der Fundstelle auf der unbewohnten und zudem abgelegenen Insel machen können, wie eine Sprecherin sagte. Dazu sollen die Wasserstraßen- und Schifffahrtverwaltung und das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingebunden werden.

    Gestrandeter Wal kein Einzelfall

    Dass Wale an der Nordsee stranden, kommt immer wieder vor. Erst vor wenigen Tagen war vor Sylt ein 10 bis 15 Tonnen schwerer, toter Pottwal entdeckt und an den Inselstrand gebracht worden. Die Todesursache ist bislang unklar. Ein Team des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung nahm Proben und will neben der Todesursache auch die Herkunft des Tieres klären. Daran beteiligt sind auch Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
    Toter Pottwal vor Sylt
    Vor Sylt wurde ein 14 Meter langer Pottwal Kadaver gesichtet. Die Experten warnen vor einer Annäherung an den Kadaver - dieser könnte wegen den Verwesungsgasen explosionsartig platzen.17.02.2025 | 1:07 min
    Anfang 2016 waren in der Nordsee 30 junge Pottwale gestrandet und verendet, zwei davon am Wangerooger Strand. Das Skelett eines dieser Tiere ist inzwischen als Ausstellungsstück im Nationalparkhaus der Insel zu sehen.

    Buckelwale selten gesichtet

    Bei dem Tier auf dem Foto vom Donnerstag handele es sich mit sehr großer Sicherheit um einen Buckelwal, sagte die Nationalparksprecherin. Dafür würden ein vergleichsweise rundes Maul und eine weiße Fluke, die zu erkennen seien, sprechen. Die Sprecherin verwies auf Einschätzungen von Experten des Nationalparks und eines Tierarztes. 
    Buckelwale sind in der Deutschen Bucht laut der Nationalparkverwaltung eher seltene Gäste. Im vergangenen Sommer hatte es mehrere Sichtungen eines jüngeren Buckelwals in der Nordsee gegeben - etwa vor der Insel Baltrum. Buckelwale werden 12 bis 15 Meter lang und können bis zu 30 Tonnen wiegen. Sie leben in polaren Meeren und ziehen zum Kalben bis in tropische Gewässer. 
    Auf diesem von Jocelyn Flint zur Verfügung gestellten Foto liegen gestrandete Kleine Schwertwale an einem abgelegenen Strand in der Nähe von Arthur River im australischen Inselstaat Tasmanien
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    Weiteres Vorgehen wird geprüft

    Die unbewohnte Insel Minsener Oog liegt westlich der Jademündung und östlich der Insel Wangerooge, rund vier Kilometer vom Festland entfernt. Dort hat der Vogelschutz Vorrang, das Betreten ist nicht erlaubt. Die Insel ist seit 1986 Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.
    Die Experten wollen auch prüfen, was mit dem Tier passieren soll. Handele es sich um einen Kadaver, der unbeweglich auf der Insel liege, gebe es für den Nationalpark keine Veranlassung, etwas zu unternehmen oder das Tier zu bewegen, sagte die Sprecherin.
    Ein anderer Fall wäre es, wenn die Gezeiten den Kadaver bewegten und das Tier möglicherweise im Wasser treibend eine Gefahr für die Schifffahrt darstelle. Diese Einschätzung müsse allerdings von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erfolgen.

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    Quelle: dpa

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    Quelle: dpa, AFP

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