Durch Zyklon "Alfred" in Seenot: Ruderer im Pazifik gerettet

    Nach Rettungsaktion im Pazifik :Geretteter Ruderer sieht seine Frau wieder

    von Christina Esselborn
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    Der Litauer Aurimas Mockus wollte von Kalifornien aus 12.000 km nach Brisbane rudern, dem Ziel nahe stoppte ihn Zyklon "Alfred". Nach seiner Rettung sah er nun seine Frau wieder.

    Australien: Ruderer vor Ertrinken gerettet
    Alleine und ohne Stopp den Pazifik überqueren, war Ziel des 44-jährigen Ruderers Aurimas Mockus. Doch der Zyklon "Alfred" zerstört nicht nur diesen Traum, sondern auch sein Boot. 07.03.2025 | 2:22 min
    Spektakuläre Lebensrettung vor der australischen Ostküste: Die australische Marine ist dem litauischen Extremruderer Aurimas Mockus bei seiner Pazifiküberquerung zu Hilfe gekommen. Er war 700 Kilometer vor der Küste in einen tropischen Wirbelsturm geraten.
    Auf seinem Instagram-Kanal hatte der 44-Jährige noch die Wetteränderung durch den sich nähernden Zyklon gepostet, sich angegurtet und einen Notruf abgesetzt. Zwischenzeitlich konnte er aber nicht mehr geortet werden, er kämpfte drei Tage um sein Leben bei bis zu sieben Meter hohen Wellen.
    Diese drei Tage, die er in seinem Boot auf dem Meer verbracht habe, fühlten sich an wie eine Ewigkeit, erzählt Mockus.

    Ich musste die ganze Zeit rund um die Uhr um mein Leben kämpfen, weil mein Boot immer weiter gesunken ist.

    Aurimas Mockus, Ruderer

    Ruderer Aurimas Mockus und seine Frau treffen sich wieder.
    Der Ruderer Aurimas Mockus und seine Frau treffen sich nach einer spektakulären Rettungsaktion wieder. Mockus wollte den Pazifik per Ruderboot überqueren.
    Quelle: epa

    Extremsportler Mockus: Emotionales Wiedersehen

    Während er ums Überleben kämpfte, hätten ihm auch positive Gedanken geholfen: "Wenn ich auch noch meinen Verstand verliere, wenn ich meinen Glauben verliere, dass ich um mein Leben kämpfen kann, dann werde ich das nicht schaffen", sagte er Medienvertretern in Sydney, nachdem er seine Frau wieder in den Arm nehmen konnte.
    Seine Frau Sonata hatte die Rettungsaktion von Sydney aus verfolgt.

    Es war so lange keine Verbindung zustande gekommen, wir hatten keinerlei Informationen. Wir waren alle so besorgt, weil wir so lange keine Nachricht von ihm hatten.

    Sonata Mockuviene, Frau von Aurimas

    Vier Tage nach der Rettung haben sich die beiden wiedergesehen.
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    Mockus wollte von San Diego nach Brisbane rudern

    Mockus ist Extremsportler und wollte eigentlich von den USA aus nach Australien rudern. Er war im Oktober vergangenen Jahres von San Diego im US-Staat Kalifornien mit seinem geschlossenen Ruderboot in Richtung Brisbane im australischen Staat Queensland gerudert - auf einer 12.000 Kilometer langen Strecke.
    Er dokumentierte die gefährliche Expedition auf Social Media, ließ seine Fans auch daran teilhaben, bis der Zyklon "Alfred" ihn und das Boot fest im Griff hatte.
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    Durch Sturm "Alfred": Rettungsaktion für litauischen Extremruderer

    Nach dem drei Tage andauernden Kampf ums Überleben folgte die groß angelegte Rettungsaktion der australischen Marine. Das Schiff "HMAS Choules" nahm den litauischen Ruderer an Bord. Der Gerettete wurde noch auf dem Schiff untersucht.

    Wegen höchst ungünstiger Meeresbedingungen konnte das Boot von Herrn Mockus nicht geborgen werden, abgesehen von zwei Rudern und einigen persönlichen Gegenständen.

    Australian Martime Safety Authority

    Beim Wiedersehen des Extremruderers mit seiner Frau in Sydney sank er völlig erschöpft auf die Knie. Dieses Wiedersehen sei einer der schönsten Momente in seinem Leben, so Aurimas Mockus.

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