Weltpremiere in Berlin:Cillian Murphy - der Star auf der Berlinale
von Nils Schneider
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Cillian Murphy feiert bei der Eröffnungsgala die Weltpremiere von "Small Things Like These". Wer ist der Schauspieler über den momentan alle reden?
Cillian Murphy bei der Weltpremiere von "Small things like these" in Berlin
Quelle: AFP
Wenn Cillian Murphy auf dem roten Teppich erscheint, hat man oft das Gefühl, er geht eigentlich zu einer Beerdigung. Immer schwarz gekleidet. So auch auf dem Berlinale-Teppich.
Bloß nicht zu sehr auffallen. Dabei ist er der Star der Berlinale. Der 47-Jährige spielt die Hauptrolle im Eröffnungsfilm "Small things like these". Im Interview mit dem ZDF merkt man, wie sehr ihm der eher kleine Film am Herzen liegt.
Ich wollte keinen Helden spielen, nur jemanden, der mit vielem in seinem Leben zu kämpfen hat. Mich interessieren bei meinen Rollen Menschen, die unter Druck stehen. Wir stehen ja alle immer irgendwie unter Druck.
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Cillian Murphy
Film handelt von düsterem Kapitel irischer Geschichte
Cillian Murphy sitzt uns gegenüber, in seinen großen blauen Augen könnte man versinken. Er redet sehr leise und doch hat er eine unglaubliche Präsenz und ist unheimlich freundlich.
In dem Film spielt er einen Kohlehändler, auch ein von Nonnen geführtes Kloster beliefert er, ein sogenanntes Magdalenenheim. Diese gab es bis 1996 in Irland. Dabei sieht er Dinge, die er nicht sehen sollte.
In den Heimen wurden junge, schwangere, von ihren Familien verstoßene Frauen misshandelt und ausgebeutet. Ein düsteres Kapitel irischer Geschichte. Murphys Figur in dem Film muss sich entscheiden, ob sie schweigt oder dem Gewissen folgt. Murphy sagt dazu auf der Berlinale:
Es ist ein kollektives Trauma. Viele Betroffene müssen das noch immer verarbeiten. Ich glaube, Kunst kann ein Balsam für diese Wunde sein.
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Cillian Murphy, Schauspieler
Rätselhafte Aura von Cillian Murphy
Cillian Murphys größtes Kapital als Schauspieler ist seine rätselhafte, geheimnisvolle Aura. Auf der einen Seite macht sie ihn unwiderstehlich, man muss ihm einfach zuschauen. Er verschwindet in seinen Rollen, hat was Gefährliches und Unvorhersehbares an sich. Auf der anderen Seite kann das auch abschreckend wirken, kalt und distanziert.
Auf dem Weg zum Oscar
Vielleicht liegt es daran, dass er erst mit seiner Rolle im Film "Oppenheimer" zu den führenden männlichen Hollywoodschauspielern aufgestiegen ist. Da ist er heißer Kandidat auf einen Oscar, den Golden Globe hat er schon gewonnen.
Cillian Murphy spielt im Film "Oppenheimer" die Hauptrolle.
Quelle: dpa
Im Filmgeschäft ist er schon lange, hat in Blockbustern mitgespielt wie etwa in der Batman-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan, oder den Filmen "Inception" und "Dunkirk". Aber immer nur Nebenrollen.
Durch die Streamingserie "Peaky Blinders" ist er dann zum ersten Mal einem größeren Publikum aufgefallen. Eine Serie über Gangsterbanden im Birmingham der 1920er Jahre. Die maßgeschneiderten Anzüge und Mäntel der Serie liebt er, erzählt Murphy. Würde sie aber nie privat tragen, weil sie zu der Rolle gehörten.
Überhaupt ist der Ruhm, den Murphy in den letzten Jahren erlangt hat, so eine Sache für ihn.
Cillian Murphy mag keine Fotos
Er mag es nicht, fotografiert zu werden und er hasst Talkshows. Er weiß, sie gehören zum Filmgeschäft dazu aber er macht sie nur, so verriet er der britischen Zeitschrift "Guardian", weil er vertraglich dazu verpflichtet ist.
Im Internet gibt es daher jede Menge Memes, die ihn zeigen, wie er bei TV-Interviews die Augen rollt. Er wirkt, ob gewollt oder nicht, oft gelangweilt und genervt.
Cillian Murphy - den Vornamen spricht man übrigens "Killian" - bevorzugt ein ruhiges Leben. Daher ist er auch mit seiner Frau und den zwei Söhnen aus London zurück nach Irland gezogen. In einer irischen Fernsehsendung hat er mal gesagt:
Je langweiliger du im echten Leben bist, desto weniger sind die Leute an dir interessiert. Ich erzähle immer, ich hätte ein unglaublich langweiliges Leben. Dabei ist es unglaublich aufregend.
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