Anstieg um 15 Prozent: Ladendiebstähle nehmen immer mehr zu
Anstieg um 15 Prozent:Ladendiebstähle nehmen immer mehr zu
|
In den Geschäften sind immer mehr Langfinger unterwegs. Diebstähle sind insgesamt um 15 Prozent gestiegen. Begangen werden sie meist von Gelegenheitstätern, besagt eine Studie.
Laut einer Studie des Handelsforschungsinstitut EHI haben Diebe im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro entwendet.02.07.2024 | 0:21 min
Die Einzelhändler in Deutschland haben ein zunehmendes Problem mit Ladendiebstahl. Diebe haben im vergangenen Jahr laut einer Studie des Handelsforschungsinstitut EHI Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro gestohlen. Der Schaden, der dem Handel dadurch entstanden ist, liegt damit 15 Prozent höher als im Vorjahr.
Armut und Fachkräftemangel als Gründe
Einen Anstieg gibt es demnach im Lebensmittel- und Bekleidungshandel sowie bei Drogeriemärkten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Studienautor Frank Horst beobachtet:
Durch die Preissteigerungen bei vielen Produkten sind einige Menschen in finanzielle Nöte geraten und haben häufiger geklaut.
„
Frank Horst, Studienautor
Ein weiteres Problem sei der Fachkräftemangel im Einzelhandel: "In vielen Geschäften ist heute weniger Personal im Einsatz. Dadurch haben Diebe leichteres Spiel. Personal verhindert durch Präsenz indirekt Diebstähle", so Horst.
Beliebt sind: Kosmetika, Alkohol und Kaffee
Zu den bei Dieben besonders beliebten Warengruppen in Supermärkten und Discountern zählen Spirituosen, Tabakwaren, Kosmetikprodukte, Rasierklingen, Energydrinks sowie Babynahrung und Kaffee. Fleisch, Wurst und Käse werden ebenfalls häufiger genannt.
Meist handelt es sich um Gelegenheitstäter, bei mindestens einem Viertel sind professionelle Täter verantwortlich, die bandenmäßig agieren.
Staat verliert Umsatzsteuereinnahmen
Insgesamt sind die Inventurdifferenzen 2023 um 5 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl umfasst sowohl die Verluste durch Diebstahl von Kunden, Mitarbeitern und Personal von Lieferanten und Servicefirmen sowie organisatorische Mängel wie beispielsweise eine falsche Preisauszeichnung.
Bei Fragen um Inflationserwartungen oder Tarifverhandlungen geht es oft um eine Lohn-Preis-Spirale. Was es damit auf sich hat - und warum es sie zu verhindern gilt.