Döner und Burger immer teurer: Preiserhöhungen beim Fast Food

    Preiserhöhungen beim Fast Food:Warum Döner und Burger teurer werden

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    Immer höhere Preise bei Döner und Burgern: Fast Food in Deutschland ist in den letzten Jahren teurer geworden, Kalbfleisch ist fast unerschwinglich. Woran das liegt.

     Ein Mitarbeiter einer Dönerbude legt Fleisch auf einen Döner.
    Einen Döner auf die Schnelle? Das könnte bald am nötigen Kleingeld scheitern.
    Quelle: dpa

    Ein knapperes Angebot an Rindfleisch schlägt auf Deutschlands Fast-Food-Branche durch: Sowohl Döner als auch Hamburger sind in den vergangenen drei Jahren sehr viel teurer geworden. Die Preise für Kalb- und Rindfleisch schießen in die Höhe, weil die Nachfrage nach Schlachttieren höher ist als das Angebot.
    Nach Daten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind die Erzeugerpreise allein in diesem Jahr bei Kuh- und Jungbullenfleisch jeweils um etwa 15 bis 20 Prozent gestiegen. Viele Betriebsaufgaben in der Rinderhaltung und die Blauzungenerkrankung haben demnach das Angebot stark reduziert.
    Joachim Rukwied
    "Was wichtig ist, ist die Tierhaltung zu sichern und Tierwohl in die Ställe zu bringen, das muss finanziert werden, das schaffen unsere Tierhalter nicht allein", so Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband.28.06.2023 | 5:49 min
    In München haben etliche Wirte den Kalbsdöner von der Speisekarte gestrichen. "Zu teuer", sagt ein Dönerladenbesitzer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Da müsste ich an die zehn Euro verlangen, das zahlt keiner." So gibt es nur noch Hühnchen und Pute.

    Auch die Burgerbranche betroffen

    Bemerkenswert ist auch die Preis-Entwicklung des Standard-Hamburgers bei McDonald's: Anfang 2022 noch 1,29 Euro, vor einem Jahr 1,99 Euro, heute 2,29 Euro. Innerhalb von drei Jahren ist das ein Anstieg von fast 80 Prozent. Nach den Gründen gefragt, will das Unternehmen keine konkrete Antwort geben: "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zur genauen Zusammensetzung unserer Preisempfehlung sowie zu den konkreten Faktoren, die eine Anpassung erforderlich machen, nicht im Detail äußern können."
    "besseresser: Die Tricks von McDonald´s und Co.": Produktentwickler Sebastian Lege) trägt eine grüne Schürze und eine grüne Schirmmütze und steht neben einem meterlangen belegten Sandwich.
    Die Tricks der Fast-Food-Industrie: Sebastian Lege deckt auf, was in Burgern, Soßen oder Pizzen steckt.08.08.2023 | 43:42 min
    Bei größeren Burgern wie dem Big Mac ist die Teuerung seit 2022 mit unter 30 Prozent zwar erheblich niedriger, aber im Vergleich zur allgemeinen Inflation immer noch überdurchschnittlich. Ein Sprecher der deutschen McDonald's-Zentrale in München betont, dass die Preisempfehlungen für die Betreiber der Franchise-Restaurants unverbindlich seien.
    Die Dönerhersteller sind alarmiert:

    Experten prognostizieren, dass der Endpreis für Döner - als repräsentatives Produkt der Fleischverarbeitung - in naher Zukunft kurzfristig die 10-Euro-Grenze erreichen und mittelfristig sogar überschreiten wird.

    Erdogan Koc, Sprecher des Verbands der Dönerproduzenten in Remchingen

    Ursache der Preiserhöhungen in der Gastronomie ist nicht nur Rindfleisch, da Energie und andere Rohstoffe ebenfalls teurer geworden sind. Doch macht Fleisch einen nicht unerheblichen Teil der Kosten aus.
    Bereitschaft für Tierwohl mehr Geld auszugeben nach Alter

    ZDFheute Infografik

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    Höfesterben wird im Geldbeutel spürbar

    Wer in diesen Tagen Döner oder Hamburger bestellt, bekommt den Strukturwandel in der Landwirtschaft am eigenen Geldbeutel zu spüren. Im Jahr 2014 gab es nach Daten des Statistischen Bundesamts noch 12,7 Millionen Rinder in Deutschland, 2024 waren es noch 10,5 Millionen, ein Minus von gut 17 Prozent. Derzeit ist das Angebot an Schlachttieren knapp.
    Patricia Schäfer und Johannes Lieber besuchen eine Kleinst-Bäuerin in Mittenwald, einen Familienbetrieb mittlerer Größe in der Oberpfalz.
    Die reichsten Bauern in Deutschland sind gar keine Bauern, sondern riesige Agrar-Holdings. Wer profitiert wirklich von den Subventionen? Warum kommt bei Kleinbauern so wenig an? 20.02.2024 | 24:45 min
    Doch warum geben so viele Bauern die Rinderhaltung auf? "Das ist die schwierige wirtschaftliche Situation", sagt Hortmann-Scholten. Derzeit sind die Preise hoch, doch der Agrarmarkt leidet seit jeher unter heftigen Preisschwankungen. Viele Landwirte wollten das nicht mehr mitmachen, sagt der Fachmann. "Die Tierschutzproblematik tut ihr Übriges."
    Der Arbeitskräftemangel spielt ebenfalls eine Rolle. "In Ostdeutschland hören manche Betriebe auf, weil sie keine Arbeitskräfte mehr finden. Dann werden ganze Rinderherden abgestoßen."
    Landwirtschaft Thüringen
    Immer häufiger müssen Landwirte Büroarbeiten erledigen. Nun beraten die Agrarminister in Thüringen, wie man die Bürokratie ausdünnen könnte.13.09.2024 | 1:33 min

    Ist die Klimapolitik schuld?

    Der Verband der Dönerproduzenten macht die Klimaschutzpolitik verantwortlich: Die EU-Politik zur Reduzierung der CO2-Emissionen habe in den vergangenen Jahren nicht nur in Deutschland zu weitreichenden Veränderungen in der Tierhaltung geführt, sondern auch in wichtigen Fleischproduktionsländern wie den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Polen.
    "Die dadurch bedingte Verknappung des Angebots führt in Kombination mit einer konstant hohen Nachfrage zu einem stetigen Preisdruck im Fleischsektor", sagt Sprecher Koc. Viele Landwirte sagen seit langem, sie seien weder Tierwohl- noch Klimaschutzgegner. Doch waren die Erzeugerpreise sowohl für Milch als auch für Fleisch jahrelang so niedrig, dass etlichen Betrieben das nötige Geld für den Bau tierfreundlicher Ställe und anderer Verbesserungen fehlte. So wird nun abermals deutlich, dass weder Klimaschutz noch Tierwohl zum Nulltarif zu haben sind.

    Nachrichten | Thema
    :Fleisch

    Fleisch essen - oder nicht? Was auf unseren Tellern landet, darüber gibt es Diskussionen - auch wegen des Tierwohls und der Klimapolitik. Hintergründe zum Nahrungsmittel Fleisch.
    Fleischstücke in einer Fleischfabrik
    Quelle: dpa

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