Wie präsent
Sucht in den Köpfen und im alltäglichen Leben der Menschen ist, wird Leon bei einer Straßenumfrage klar. Ein Begriff, der dabei immer wieder auftaucht, ist das Konzept der "Co-Abhängigkeit". Damit ist - je nach Definition - gemeint, dass neben der suchtkranken Person noch weitere Menschen, vor allem die Angehörigen, in die Abhängigkeit verwickelt sind und durch ihr Verhalten die Sucht des abhängigen Menschen noch bestärken. Leon trifft den Suchtforscher Prof. Johannes Lindenmeyer. Der ehemalige Leiter einer Klinik für Alkohol- und Medikamentenabhängige weiß, dass zu jedem süchtigen Menschen im Schnitt fünf Personen im Umfeld gehören, die von der Suchterkrankung mitbetroffen sind. Dennoch würde er diese Menschen niemals als "co-abhängig" bezeichnen - die wissenschaftliche Haltbarkeit des Konzepts ist fraglich, da damit Angehörige gleichermaßen zu potenziell Kranken erklärt würden.