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Das Gute zum Wochenende:Clever fürs Klima - auf Sand gebaut
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Guten Morgen,
warum eigentlich nicht mal wieder übers Klima reden?
Vor allem, wenn es um die einfache, aber geniale Idee von zwei visionären Öko-Pionieren geht? Die beiden Finnen Tommi Eronen und Marko Ylonen bauen nämlich auf Sand. Und mit dem wollen sie uns kräftig einheizen.
Die zwei kennen sich seit ihrer Kindheit und planen ungefähr genauso lange, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Als junge Bauingenieure haben sie einen Geistesblitz: "Wir haben viel experimentiert, wie wir Strom aus Wind und Sonne für später aufheben können und haben herausgefunden: Am besten eignet sich Sand", erinnert sich Tommi. Also bauen sie eine Art Silo und füllen es mit Sand. Der wird durch Solarenergie auf bis zu 600 Grad erhitzt und kann die Energie monatelang speichern. In einer finnischen Kleinstadt werden damit schon Häuser, Firmen und ein örtliches Schwimmbad geheizt.
Ein Sand-Silo mit 40 Meter Durchmesser und 25 Meter Höhe, das auch unter die Erde verlegt werden kann, reicht, um einen Ort mit bis zu 35.000 Einwohnern mit Wärme zu versorgen. In Finnland wird gerade die zweite Sandbatterie in Betrieb genommen.
Aber das sind längst nicht alle Speichermöglichkeiten, um Strom aus Wind und Sonne auch während der sogenannten Dunkelflaute nutzbar zu machen. Gerade hat das Fachblatt "Ingenieur" die gängigsten Speichersysteme für Strom zusammengefasst. Eine Liste, die zeigt, was mit erneuerbaren Energien noch an nachhaltigen Möglichkeiten machbar sein wird.
Geht es um nachhaltige Klima-Konzepte, dann ist in dieser Woche auch die Studie der "C40 Cities Today" interessant. Die Organisation, ein Zusammenschluss der Stadtoberhäupter der führenden Weltstädte, hat untersuchen lassen, wozu umweltfreundliches Bauen führt. Das Ergebnis ist gleich mehrfach interessant: Es gibt weniger CO2-Emissionen und Lärm, bessere Luft und Lebensqualität, vor allem aber werden dadurch Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen. Klimaschutz kurbelt also die Wirtschaft an.
55 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes sind abhängig von Leistungen der Natur. Diese Zahl stammt aus der Risikoanalyse der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "PricewaterhouseCoopers". Wirtschaft ist enorm von dieser Ressource abhängig. Es ist also gut und wichtig, über das Klima zu reden und über Menschen wie Tommi und Marko. Denn sie haben Lösungen parat, um etwas zu verändern.
Ich wünsche Ihnen viel Zuversicht und ein schönes Wochenende!
Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b
Was noch gut war diese Woche
KI gegen Geisternetze: Jedes Jahr gehen weltweit 20 Prozent aller Fanggeräte in unseren Ozeanen verloren. Laut WWF gehören allein vier Millionen Stellnetze dazu, die dann als sogenannte Geisternetze zur tödlichen Gefahr für viele Meereslebewesen werden. Jetzt können solche Netze mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz besser in den Weltmeeren aufgespürt werden. Die neue Technik wertet Sonaraufnahmen vom Meeresboden automatisch aus und verzeichnet sie auf Karten. Die Treffergenauigkeit der KI soll bei 90 Prozent liegen.
Strom aus dem Auspuff: Seit Jahren arbeiten Forschende daran, Wärmeenergie aus Abgasen in Strom zu verwandeln. Ein Forscherteam der US-Universität Pennsylvania hat nun ein Bauteil entwickelt, mit dem das möglich ist. Ein kleiner Aufsatz am Auspuff, ein thermoelektrischer Generator, erzeugt aus Temperaturunterschieden elektrischen Strom aus Abgasen von Verbrennermotoren. Bei einem ersten Test mit dem Abgasstrom eines Autos ergab sich eine Leistung von 40 Watt; genug, um eine normale Glühlampe zu versorgen.
Tempo 30 rettet Leben: In immer mehr Großstädten wird das Tempolimit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. In der italienischen Stadt Bologna wurde nun nach einem Jahr eine positive Bilanz gezogen. Erstmals seit 1991 gab es hier keinen einzigen tödlichen Unfall für Fußgänger*innen. Ähnliche Ergebnisse erzielen auch Städte wie Helsinki und Oslo. Dort gibt es seit 2019 ein Tempolimit und keine Todesopfer mehr. In Deutschland fordert die Gewerkschaft der Polizei, innerorts generell Tempo 30 einzuführen.
Ihre Portion Konstruktives am Wochenende
Unsere Gesellschaft scheint gespalten zu sein. Gerade gibt es überall Streit - laut, hitzig und ohne echtes Zuhören. Konstruktiv miteinander reden, sich auf den anderen einlassen, auch wenn man völlig anderer Meinung ist, das gibt es in den Folgen der Sendereihe "Auf der Couch":
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Zusammengestellt von Christian Dezer.
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