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Warum Menschen mit Behinderung oft benachteiligt werden
- Der 3. Dezember ist der Tag der Menschen mit Behinderung.
- In Deutschland leben knapp acht Millionen Menschen mit einer schweren Behinderung.
- Menschen mit Behinderung werden im Alltag oft benachteiligt – zum Beispiel sind die Wege nicht barrierefrei oder sie sind häufiger von Armut betroffen.
Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Er soll auf Probleme und Benachteiligungen aufmerksam machen, mit denen Menschen mit Behinderung oft zu tun haben. Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, in Deutschland haben knapp acht Millionen eine schwere Behinderung.
Bei einer körperlichen Behinderung kann es sein, dass der Körper so stark beeinträchtigt ist, dass der Mensch seine Arme und Beine nicht mehr richtig bewegen kann. Diese Gliedmaßen sind also gelähmt. Darum braucht man einen Rollstuhl, um sich fortbewegen zu können. Andere Menschen können nicht sehen, sie sind also sehbehindert oder blind. Sie nutzen oft Stöcke oder auch Hunde, um sich im Alltag und auf der Straße zurechtzufinden. Wenn sie etwas lesen wollen, machen sie das mit ihren Fingern. Dafür gibt es eine spezielle Schrift, die Braille-Schrift. Andere Menschen können nicht hören oder sprechen, sie sind also hörgeschädigt und benutzen Gebärdensprache. Aber es gibt auch da Hilfsmittel - sogenannte Implantate, die beim Hören helfen.
Andere Menschen sind in ihrer geistigen Funktion eingeschränkt. Sie haben zum Beispiel Schwierigkeiten, Dinge zu lernen. Diese Probleme können Menschen schon von Geburt an haben oder durch einen Unfall bekommen.
Behinderungen können unterschiedlich schwer sein. Die Schwere einer Behinderung wird mit dem Behinderungsgrad angegeben. Ab einem Wert von 20 gilt man als behindert, ab 50 und höher spricht man von einer Schwerbehinderung. Blinde Menschen zählen zum Beispiel als schwerbehindert.
Viele Menschen mit einer Behinderung sagen, dass nicht sie behindert sind, sondern dass das Umfeld sie behindert. Das können Hindernisse sein, denen sie im Alltag begegnen. Es können aber auch die Blicke der anderen Menschen sein, die Menschen mit Behinderung verletzen und ausgrenzen.
Am Tag der Menschen mit Behinderung wird auch ihre Inklusion gefordert, also, dass sie überall im Alltag einbezogen und berücksichtigt werden, wo sie es wollen. Denn noch immer haben es Menschen mit einer Behinderung nicht so leicht, wie Menschen ohne eine Behinderung. Oft stoßen sie auf Vorurteile oder Hindernisse - egal, ob an der Schule, bei der Arbeit oder im Alltag.
Menschen mit besonderen Bedürfnissen
Damit es an Schulen mit der Inklusion klappt, müssen Rollstühle überhall hinfahren können.
Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Vieles ist nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst - zum Beispiel gibt es bei Bahnhöfen zu den Gleisen manchmal keinen Aufzug für Menschen, die nicht laufen können.
Schaut euch doch mal an eurer Schule um: Würde ein Kind im Rollstuhl dort überall hinkommen? Oft gibt es in Gebäuden wie Schulen, die eigentlich für alle da sind, nur Treppen ohne Rampen. Aufzüge? Fehlanzeige! Welche Probleme es bei der Inklusion noch gibt, erfahrt ihr im Artikel rechts.
Warum Menschen mit Behinderung öfter arm sind
Menschen mit Behinderung sind also immer noch von vielem ausgeschlossen. Oft ist dadurch ihre Bildung nicht so gut und sie bekommen keine gut bezahlte Arbeit. Menschen mit Behinderung sind viel häufiger von Armut betroffen. Jeder fünfte Mensch mit Behinderung ist in Deutschland arm, bei Jüngeren sogar jeder Vierte, sagen Fachleute.
Weniger Menschen mit Behinderung in der Kultur
Menschen mit Behinderung sind auch wenig in der Kultur vertreten: Es gibt wenige Schauspielerinnen und Schauspieler oder Musikerinnen und Musiker mit Behinderung. Das soll sich ändern, fordern Fachleute. Menschen mit Behinderung sollen nicht nur Zugang zu Theatern und Konzerten haben, sondern auch selbst Künstlerinnen und Künstler sein.