logo!: Proteste in Iran - Was ist daraus geworden?

    logo! - die Kindernachrichten des ZDF

    Proteste in Iran

    • Seit einem Jahr gehen in Iran Menschen auf die Straße.
    • Sie forderten Freiheit, Frauen- und Menschenrechte.
    • Die iranische Regierung reagiert darauf mit Gewalt.

    Proteste im Iran: Große Bereitschaft, weit zu gehen
    Monatelang protestierten Menschen in Iran für mehr Freiheit.
    Quelle: phoenix

    Im September vor einem Jahr starteten die größten Proteste seit Jahren in dem Land Iran. Die Menschen sind wütend: Auf die Regierung mit ihren strengen Regeln, auf die immer weiter steigenden Preise und darauf, dass man in Iran seine Meinung nicht sagen darf, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden. Ihre Forderung: Mehr Freiheit!

    In Iran gibt es viele strenge Vorschriften. Die sogenannte "Sittenpolizei" achtet darauf, dass diese Regeln - vor allem von Frauen - eingehalten werden. Ein paar Beispiele:
    • Es gibt strenge Kleidungsregeln, Frauen müssen in der Öffentlichkeit Kopftuch tragen.
    • Männer und Frauen dürfen sich nicht auf der Straße küssen und nur zusammen spazieren gehen, wenn sie verheiratet sind.
    • Frauen dürfen ohne Erlaubnis eines Mannes nicht arbeiten oder in andere Länder reisen.
    • Einige Filme, Bücher oder Zeitungen sind verboten, genauso wie viele Konzerte und Theaterstücke.
    • Es gibt ein Tanzverbot.

    Die 22-jährige Mahsa A. (Archivbild)
    Quelle: Imago

    Mitte September 2022 wurde Jina Mahsa Amini in Iran verhaftet, weil sie ihr Kopftuch nicht nach den Regeln getragen haben soll. Die junge Frau starb kurz nach ihrer Verhaftung. Viele vermuten, dass die sogenannte "Sittenpolizei" mit ihrem Tod zu tun hatte. Das machte viele so wütend, dass sie auf die Straße gingen, Frauen verbrannten aus Protest ihr Kopftuch oder schnitten sich die Haare ab - als Zeichen: "Ich will selbst über mich und meinen Körper bestimmen!"

    So hat die Regierung reagiert

    Solche Proteste in Iran sind mutig, denn die Regierung tut alles, um sie aufzuhalten - auch mit Gewalt. Im vergangenen Jahr sind hunderte Menschen bei den Protesten getötet und Zehntausende verhaftet worden. Außerdem hat die Regierung beschlossen, dass in Zukunft noch strenger kontrolliert werden soll, ob alle Frauen ihr Kopftuch richtig tragen. Zur Überwachung hat die iranische Polizei Videokameras an öffentlichen Plätzen und Straßen anbringen lassen. Wer sich nicht an die Kleidungsvorschriften hält, wird per SMS verwarnt.
    Der Plan der Regierung hat funktioniert: Aus Angst gehen immer weniger Menschen protestieren. Doch auch wenn es kaum noch Proteste gibt, hat sich ein bisschen was verändert im Land. Zum Beispiel trauen sich trotz strenger Regeln immer mehr Frauen ohne Kopftuch vor die Tür. In diesem Video erfahrt ihr noch mehr darüber: