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Syrien ohne Assad - so kam es dazu!
Damit hatte kaum jemand gerechnet: Nach über 24 Jahren wurde Syriens Machthaber Baschar al-Assad Anfang Dezember 2024 aus dem Amt gejagt. Seitdem hat in Syrien erstmal eine Rebellengruppe die Macht, die gegen Assad und seine Anhänger gekämpft hat.
13 Jahre lang war Krieg dem Land, in dem er das Sagen hatte: Baschar al-Assad.
Quelle: Reuters
Viele in Syrien hoffen, dass ihr Leben jetzt besser und friedlicher wird. Andere befürchten, dass auch die neuen Machthaber zum Beispiel Frauen und Minderheiten benachteiligen und schlecht behandeln könnte. Wie es in Syrien in Zukunft wirklich weitergeht und von wem dort politische Entscheidungen getroffen werden sollen, das ist bisher noch nicht ganz klar.
Die Rebellen haben angekündigt, dass es in Syrien eine Wahl geben soll - bis dahin kann es aber noch mehrere Jahre dauern.
Die großen Veränderungen in Syrien haben eine lange Vorgeschichte - die beginnt im Jahr 2011.
Was in Syrien passiert ist - von 2011 bis 2024
Quelle: reuters
Alles beginnt damit, dass viele Menschen auf die Straße gehen, um für mehr Freiheit zu protestieren. Die Proteste richten sich gegen die syrische Regierung und den Regierungschef Baschar al-Assad.
Die syrische Regierung geht gewaltsam gegen die Demonstrationen vor.
Dann beginnen verschiedene Gruppen, sogenannte Rebellen, gegen Assad und seine Anhänger zu kämpfen. Viele Menschen müssen vor den Kämpfen aus Syrien fliehen. Tausende sterben.
Die syrische Regierung geht gewaltsam gegen die Demonstrationen vor.
Dann beginnen verschiedene Gruppen, sogenannte Rebellen, gegen Assad und seine Anhänger zu kämpfen. Viele Menschen müssen vor den Kämpfen aus Syrien fliehen. Tausende sterben.
Quelle: reuters
Die Kämpfe gehen weiter. Die syrische Regierung greift Aleppo an, die zweitgrößte Stadt in Syrien. Große Teile der Stadt werden zerstört.
Es werden immer wieder grausame Angriffe auf die Bevölkerung ausgeübt, also auf Menschen, die gar nicht an den Konflikten beteiligt sind.
500.000 Menschen sind mittlerweile auf der Flucht.
Es werden immer wieder grausame Angriffe auf die Bevölkerung ausgeübt, also auf Menschen, die gar nicht an den Konflikten beteiligt sind.
500.000 Menschen sind mittlerweile auf der Flucht.
Die Anhänger Assads und die Rebellengruppen kämpfen weiter um die Stadt Aleppo. Inzwischen mischen sich immer mehr andere Länder in den Krieg ein.
Ende des Jahres haben 2,3 Millionen Menschen Syrien verlassen.
Ende des Jahres haben 2,3 Millionen Menschen Syrien verlassen.
Die Terrororganisation IS wird immer mächtiger in Syrien und besetzt sehr viele Gebiete. Sie verbreitet dort Angst und Schrecken und verübt Anschläge. Die USA ruft deswegen zum Kampf gegen den IS auf.
Quelle: imago
Weil sich immer mehr Nationen an dem Krieg beteiligen, ist inzwischen von einem "Stellvertreter-Krieg" die Rede. Das bedeutet, dass zwei Länder, statt ihren Streit miteinander offen anzugehen, diesen in einem anderen Land austragen. Zum Beispiel unterstützt Russland den Herrscher Assad, und die türkische Regierung unterstützt einige Rebellengruppen.
Mittlerweile haben vier Millionen Menschen Syrien verlassen. Immer mehr syrische Flüchtlinge kommen jetzt auch nach Europa.
Mittlerweile haben vier Millionen Menschen Syrien verlassen. Immer mehr syrische Flüchtlinge kommen jetzt auch nach Europa.
Ende des Jahres wird die Stadt Aleppo von Assads Regierung zurückerobert. Viele kehren in die völlig zerstörte Stadt zurück und beginnen damit, sie wieder aufzubauen.
Die Kämpfe gehen in anderen Landesteilen aber weiter.
Die Kämpfe gehen in anderen Landesteilen aber weiter.
Immer mehr Gebiete können von der IS-Herrschaft befreit werden. Im Dezember gilt der IS weitestgehend als besiegt.
Im Norden Syriens gibt es heftige Kämpfe zwischen Truppen der Türkei und kurdischen Kämpfern in Syrien. Zwischen der Volksgruppe der Kurden und der türkischen Regierung gibt es schon länger Konflikte.
Der syrischen Regierung erobert fast alle Gebiete des Landes zurück. Nur noch die Region um die Stadt Idlib im Nordosten von Syrien ist noch in der Hand der Rebellen.
Der syrischen Regierung erobert fast alle Gebiete des Landes zurück. Nur noch die Region um die Stadt Idlib im Nordosten von Syrien ist noch in der Hand der Rebellen.
Die syrische Regierung versucht mithilfe von Russland die Region um Idlib zurück zu erobern. Hunderttausende fliehen 2019 aus der Region Idlib. Viele Hilfsorganisationen können wegen der heftigen Angriffe dort keine Hilfe mehr leisten.
Quelle: reuters
Der Konflikt konzentriert sich weiterhin auf die Region Idlib. Im März wird eine Waffenruhe vereinbart. Diese gilt bis heute - doch immer wieder wird dagegen verstoßen.
Der Krieg dauert inzwischen zehn Jahre an. Die gewaltsamen Unruhen sind zwar weniger geworden, die Not der Menschen bleibt aber groß. Hilfsorganisationen weisen im März darauf hin, dass der Krieg Kinder besonders hart trifft.
Quelle: dpa
Über 90 Prozent der Syrer leben in Armut, die Hälfte der Bevölkerung hat ihre Heimat verloren. Wegen des Krieges in der Ukraine sind viele Lebensmitteltransporte ausgeblieben. Das hat 2022 zu der schlimmsten Hungerkrise in Syrien seit Beginn des Krieges geführt: Mehr als 60 Prozent der Menschen in Syrien leiden unter Hunger.
Eine halbe Million Menschen sind in diesem Krieg bisher gestorben. Es gibt sechs Millionen Vertriebene innerhalb Syriens, 5,7 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen. Über eine Million haben im benachbarten Libanon Zuflucht gefunden. Und das Leid der Menschen dauert an: In ausgebombten Städten wie Aleppo oder Homs sind mehr als die Hälfte der Gebäude nicht mehr bewohnbar, der Wiederaufbau des Landes bleibt bisher aus.
Eine halbe Million Menschen sind in diesem Krieg bisher gestorben. Es gibt sechs Millionen Vertriebene innerhalb Syriens, 5,7 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen. Über eine Million haben im benachbarten Libanon Zuflucht gefunden. Und das Leid der Menschen dauert an: In ausgebombten Städten wie Aleppo oder Homs sind mehr als die Hälfte der Gebäude nicht mehr bewohnbar, der Wiederaufbau des Landes bleibt bisher aus.
Im Februar richten schwere Erdbeben Verwüstungen in der südlichen Türkei und in Syrien an. Zehntausende Menschen sterben. Die von den Erdbeben betroffenen Gebieten in Syrien werden von Rebellen kontrolliert - Menschen, die gegen die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Genau diese Gebiete sieht der Präsident als verfeindet an. In den ersten Tagen ließ er deshalb Hilfslieferungen in diese Gebiete nicht zu - erst vier Tage später gab er die Erlaubnis. Baschar al-Assad wird außerdem vorgeworfen, diese Gebiete trotz der Notlage weiter anzugreifen und zu bombardieren.
Bis Ende November war der größte Teil Syriens schon länger wieder unter der Kontrolle des Herrschers Assad und seiner Regierung. Dann aber begannen Rebellengruppen erneut gegen Assad zu kämpfen und konnten viele Gebiete zurückerobern. Assad hat Anfang Dezember das Land verlassen, und damit ist es seinen Gegnern gelungen, ihn aus dem Amt zu jagen. Wie es in dem Land nun weitergeht und wer dort bald das Sagen haben wird, ist noch völlig unklar.