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    Die Berliner Luftbrücke

    • Am 24. Juni 1948 wurden alle Straßen, Bahnstrecken und Flüsse nach Westberlin blockiert.
    • Mehr als zwei Millionen Menschen waren plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten.
    • Dann wurden die eingeschlossenen Menschen aus der Luft versorgt.

    Im Jahr 1948 geschahen in Berlin merkwürdige Dinge: Aus der Luft flatterten kleine weiße Fallschirme, an die Lebensmittel und Süßigkeiten drangebunden waren. Für viele waren die Fallschirme ein Wunder. Denn nur so hatten viele Berliner im Jahr 1948 genug zu essen.
    Jungen in Westberlin begrüßen ein US-amerikanisches Flugzeug
    Jungen in Westberlin begrüßen ein US-amerikanisches Flugzeug
    Quelle: dpa

    Wie ist es dazu gekommen?

    Der Zweite Weltkrieg war seit drei Jahren vorüber, die Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und die damalige Sowjetunion hielten Deutschland besetzt. Sie wollten damit sicherstellen, dass Deutschland nie wieder einen Krieg anfangen kann. Der Westen Deutschlands wurde von den sogenannten Westmächten Großbritannien, Frankreich und USA verwaltet, der östliche Teil Deutschlands von der Sowjetunion. Auch die Hauptstadt Berlin wurde in vier Zonen aufgeteilt.
    Neue Währung 1948
    Neue Währung 1948
    Quelle: ap

    Die Politiker der Siegermächte waren sich nicht einig, wie es mit Deutschland weitergehen sollte. Die Sowjetunion hatte ganz andere Vorstellungen als die Westmächte. Das führte dazu, dass sich viele Dinge im sowjetisch besetzten Gebiet anders entwickelten als im Rest des Landes. Zum Beispiel wurden verschiedene Währungen eingeführt. Es wurde also nicht mit demselben Geld bezahlt.

    Schwierige Lage

    Westberlin, das von den USA, Frankreich und Großbritannien verwaltet wurde, lag wie eine Insel inmitten der sowjetischen Zone. Alles, was die Menschen in Westberlin brauchten, aber nicht selbst herstellen konnten, musste zu ihnen gebracht werden. Lastwagen, Güterzüge und Autos aus den westlichen Teilen Deutschlands fuhren deshalb regelmäßig durch das sowjetische Gebiet nach Westberlin.
    Josef Stalin, dem sowjetischen Herrscher, war Westberlin ein großes Ärgernis. Deshalb fasste er einen Plan: Wie eine belagerte Burg wollte er Westberlin aushungern, damit die westlichen Politiker nachgeben und ihm die Stadt überlassen würden. Am 24. Juni 1948 ließ Stalin alle Straßen, Bahnstrecken und Flüsse nach Westberlin blockieren. Mehr als zwei Millionen Menschen waren plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten.

    Rettung aus der Luft

    Was zwei Tage später am 26. Juni 1948 - also vor mehr als 75 Jahren - folgte, war eine der größten Rettungsaktionen der Geschichte: Da alle Land- und Wasserwege blockiert waren, versorgten die Westmächte die eingeschlossenen Menschen aus der Luft. Mehl, Zucker, Windeln, Medikamente – alles, was die Menschen brauchten, wurde mit Flugzeugen gebracht. Die Maschinen landeten und starteten auf dem Flughafen Tempelhof. Pausenlos war das Dröhnen der Motoren zu hören.

    Fast ein Jahr lang ging das so, dann gab Stalin auf. Und was hatte es nun mit den Fallschirmen auf sich? Um den Kindern in Westberlin eine Freude zu machen, warfen die Piloten manchmal Süßigkeiten ab, die sie an Taschentücher geknotet hatten. Deshalb warteten viele Kinder sehnsüchtig auf die kleinen weißen Taschentuch-Fallschirme.

    Tempelhof stillgelegt

    Am 30. Oktober 2008 ist der Flughafen Berlin-Tempelhof stillgelegt worden. Für viele Menschen hat er wegen seiner Geschichte eine ganz persönliche und besondere Bedeutung. Von hier aus wurden die Leben vieler Menschen gerettet. Das soll nie vergessen werden.

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